Das Einrichten und Betreiben eines Mailservers ist ganz schön aufwändig. SuSE will mit dem E-Mail-Server II den geplagten Administratoren unter ihren Kunden viel Arbeit abnehmen.
E-Mail-Server in großen Netzen sind mit Open-Source-Komponenten grundsätzlich auch in Eigenregie realisierbar. Aber kaum ein Aspekt der Netzwerkverwaltung erfordert so viel Zeit, Aufwand und Feinabstimmung. Daher ist es für viele Firmen schon aus Kostengründen interessant, einen Großteil des mit diesem Thema verbundenen Verwaltungs- und Installationsaufwands mit Hilfe eines vorkonfigurierten Produkts erledigen zu können.
Bereits seit längerem vertreibt SuSE neben seinen Linux-Distributionen eine professionelle E-Mail-Lösung für Unternehmen, Behörden und größere Arbeitsgruppen. Der IMAP-Server/E-Mail-Server 1.1 wurde jetzt durch das Nachfolgeprodukt E-Mail Server II ersetzt. Das Paket kostet inklusive Handbuch, 60 Tage Installations-Support und dem Server-Backup-Programm Arkeia für Linux von Knox Software für eine Serverlizenz knapp 580 Mark (http://www.suse .de).
Der E-Mail-Server II ist eine komplette, SuSE-Linux-basierte E-Mail-Lösung für Unternehmen oder größere Arbeitsgruppen, die auf professionelle firmeninterne E-Mail-Kommunikation angewiesen sind. Dabei ist der E-Mail-Server ein komplettes Linux-System, das auf der Enterprise-Plattform von SuSE-Linux 7.0 basiert. Die Open-Source-Lösung besteht aus einer Tool-, Protokoll- und Applikations-Sammlung, die zusätzlich durch SuSE-eigene Verwaltungsmodule ergänzt wird.
Alles basiert auf bekannten Linux-Programmen und Komponenten nach aktuellen offenen Standards wie SMTP, IMAP4, POP3 oder LDAP und hinterlässt durch die gekonnte Vorkonfiguration durch SuSE mit seinen Tools einen runden und in sich geschlossenen Eindruck. Neben der Neuinstallation ist auch ein Update mit zugehöriger Sicherung der Benutzerdaten vom E-Mail-Server 1.1 beziehungsweise IMAP-Server vorgesehen.
Fürs Protokoll
Die Anzahl der möglichen E-Mail-User pro Server ist unbegrenzt und nur von der eingesetzten Hardware am Server abhängig. Egal welche Mail-Protokolle auch von außen dem Server zur Verwaltung übergeben werden, er versteht alle im Internet heute gebräuchlichen Standards. Er zieht allerdings für seine interne Mail-Verwaltung den in TCP/IP-Netzen etablierten IMAP-Standard vor.
Sämtliche Mails werden zur weiteren Verteilung im lokalen Netz oder in der Arbeitsgruppe auf den Mailserver über IMAP zentral gespeichert und verwaltet. Alle registrierten Benutzer haben jederzeit Zugriff auf ihre zentral verwalteten E-Mails, und zwar unabhängig von ihrem jeweiligen Standort oder den eingesetzten E-Mail-Clients.
Dabei ist es egal, ob die Verbindung zum Mailserver über Wählleitung/PPP, direkt über das Internet oder über das firmeneigene LAN erfolgt. Der Server kann vom Administrator auch so konfiguriert werden, dass die Anwender ihre eigene Mailverwaltung via WWW (Webmail) mit einem eigens von SuSE entwickelten Web-Client vornehmen können. Dazu steht im E-Mail-Server II – wie auch bereits beim Vorgänger E-Mail-Server 1.1/ IMAP-Server – eine integrierte Web-basierte Benutzeroberfläche zur Verfügung.
Zwar sind das Postfachformat und die Struktur der Benutzerprofile mit ihrer jeweiligen Verzeichnisstruktur bei den meisten gängigen Mail-Clients standardisiert, doch gibt es auch kleine, gemeine Unterschiede zwischen beispielsweise den Profilen des Netscape Messangers und Outlook. Aus diesem Grund unterstützt die Software explizit folgende Mail-Clients: Microsoft Outlook, Outlook Express, Netscape Messenger und Eudora. Zudem kann der Zugriff anwenderseitig auch wie beschrieben per Web-Browser erfolgen.
Fazit
Die Kombination von SuSE 7.0 Enterprise-Plattform und der Web-basierten Verwaltung ist dem Hersteller gut gelungen. Der SuSE E-Mail-Server II ist mit Produkten wie dem Caldera E-Server 2.3 vergleichbar. Im Kaufpreis ist auch der Installationssupport von SuSE enthalten. Mit dieser E-Mail-Lösung wird auch ein gestresster Systemadministrator noch Zeit für anderen Aufgaben finden. ( jk)
Hard & Soft aus einer Hand |
|
Bei Firmen und professionellen Anwendern fällt der Anschaffungspreis einer Softwarelösung im Verhältnis zu den Administrationskosten während der Installation und im laufenden Betrieb oft kaum Gewicht. Daher ist es sicher für viele Entscheidungsträger interessant, dass SuSE jetzt auch fix und fertig vorkonfigurierte E-Mail-Server-Systeme, also E-Mail/IMAP-Server inklusive Hardware anbietet. Die Hardware wird bei SuSE jeweils vor Auslieferung auf Kundenwunsch konfiguriert. Dazu muss der Kunde bei der Bestellung folgende Konfigurationsdaten angeben: IP-Adresse des Hosts, Subnetzmaske, Adresse des Standard-Gateways, FQDN-Rechner- und Domainname, gegebenenfalls die IP-Adresse eines Nameservers und das Passwort des Root-Accounts. Letzteres ist zur vollständigen Einrichtung des Servers zwingend erforderlich. SuSE bietet drei verschiedene Hardwaresysteme an, je nachdem, welches Datenaufkommen der E-Mail-Server im Mittel zu bewältigen hat. Mehr Informationen dazu gibt’s unter: www.suse.de/de/hardware/suse_hw/InternetIntranetSolutions/index.htm |
Der Autor |
|
Der Autor war nach seinem Ingenieurstudium der Informationsverarbeitung als freier IT-Consulter und Trainer tätig. Er hat als Autor mehrere Bücher zum Thema Linux veröffentlicht und betätigt sich nun hauptberuflich als Autor und Journalist für viele Computerzeitschriften. Privat hält er sich lieber von Computern und EDV fern, liebt das Leben in Dorf und Natur und beschäftigt sich mit Leistungssport, Archäologie und naturverbundener Lebensweise. Sein Traum ist die Bewirtschaftung eines kleinen Öko-Bauernhofs. |





