Kernel 3.15: Aufwachen nach Suspend-to-Disk zehnmal schneller

Intel-Ingenieur Todd Brandt hat offenbar einen Weg gefunden, mit dem ein Linux-System nach einem Suspend-to-Disk zehnmal schneller aufwacht, ohne an der Powermanagement-Infrastruktur im Kernel zu spielen. Kernel 3.15 hat das Patch bereits integriert.

Seine Lösung, die er im Projektblog beschreibt, besteht darin, den Treiber für die ATA-Laufwerke zu optimieren. Der Resume dauere bisher so lange, weil der ATA-Treiber warte, bis die ATA-Hardware online sei. In dieser Zeit tue der Kernel nichts weiter, sondern wartet seinerseits auf die Hardware.

Zwei Patches bewegen nun den ATA-Port-Treiber dazu, das Wakeup-Kommando auszuführen und die Regie gleich wieder an den Kernel abzugeben. Letzterer reiht die Befehle in einer Warteschlange auf und übergibt sie an das Laufwerk, sobald dieses online ist. Der Rest des Systems könne auf diese Weise weiterarbeiten, ohne auf die ATA-Hardware zu warten.

Nutze man die beiden Patchs, die Brandt in seinem Blog verlinkt, werde es eine kurze Zeitspanne geben, in der das System aus dem Tiefschlaf aufgewacht zu sein scheint, aber die Festplatten noch nicht verfügbar sind. Gewöhnlich werde der User nichts davon mitbekommen, es sei denn, zum Suspend-Zeitpunkt habe das System gerade auf die Festplatte zugegriffen. In diesem letzten Fall dauere das Aufwachen aber auch nicht länger als ohne die Patches.

Für Interessierte stellt Brandt dann noch ein paar Testergebnisse online, zu denen er mit Hilfe seiner Patches gelangt sei. Seine drei Systeme mit Ubuntu 13.10 und einem Upstream-Kernel sind demnach etwa zehnmal schneller aus dem Suspend-to-Disk zurückgekehrt. Der Code ist bereits in Kernel 3.15 gelandet.

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