Ajenti 1.2.17, Uncsv 0.9.1, Haveged 1.8, EBD 0.9.20, Prun und Tcpreplay 4.0.0
Ajenti 1.2.17
Web-basiertes Adminpanel
Quelle: http://ajenti.org
Lizenz: LGPLv3
Alternativen: Webmin
Die meisten Admins nutzen zur Fernwartung ihrer Linux-Server SSH auf der Kommandozeile. Wer eine grafische Schnittstelle bevorzugt, der sollte sich Ajenti anschauen. Das Python-Programm stellt ein komfortables Adminpanel per Webbrowser zur Verfügung. Auf der Projekt-Homepage gibt es Pakete für aktuelle Distributionen.
In der Voreinstellung gelangen Nutzer über Port 8000 zum Ajenti-Dashboard. Optional läuft das Ganze über HTTPS. Das Panel zeigt den aktuellen Status an und blendet die Uptime, CPU- und RAM-Auslastung sowie die Swap-Nutzung ein. Über den linken Rand erreichen Admins allgemeine Systemeinstellungen und die installierten Dienste. Ajenti unterstützt Bind, Samba, Cron, DHCP, NFS, IPtables, MySQL, Apache und mehr.
In der Abteilung »System« fragen die Benutzer den Festplattenplatz ab, inspizieren die installierten Pakete, definieren neue Firewallregeln oder bearbeiten die Hosts-Datei. Unter »Werkzeuge« finden sie Dateimanager, einen Texteditor, einen Scheduler und einen Logviewer. Über einen eigenen Terminal-Emulator öffnet das Adminpanel sogar eine Shell auf dem Server.
Ajenti ist eine komfortable Oberfläche für die Remote-Administration von Linux-Servern, die selbst Kommandozeilenprofis gefallen dürfte.
Uncsv 0.9.1
CSV-Dateien konvertieren
Quelle: http://tamentis.com/projects/uncsv
Lizenz: ISC
Alternativen: keine
CSV-Dateien haben sich als gängiges Austauschformat zwischen Datenbanken und Tabellenkalkulationen etabliert. Anführungszeichen begrenzen die Felder und als Trennzeichen kommt meist das Komma zum Einsatz.
Um CSV-Dateien mit anderen Programmen weiterzuverarbeiten, ist oft Handarbeit nötig. Uncsv übernimmt den Job, entfernt Escape-Sequenzen sowie Anführungszeichen und ersetzt den Feldtrenner durch Pipes. Außerdem löscht das Tool Zeilenumbrüche und -vorschübe aus den Feldern oder tauscht sie durch andere, frei wählbare Symbole aus.
Mit im Paket ist das Tool Csv, das sich für den Rückweg empfiehlt. Es wechselt das Pipezeichen wieder aus und fügt Kommata ein. Bei Bedarf baut es auch Anführungszeichen und Escape-Sequenzen ein. Im Gegensatz zu Uncsv kann Csv nur Zeilen mit maximal 65 536 Zeichen verarbeiten. Die Zeilenenden selbst tasten beide Programme nicht an.
Das Ergebnis können Benutzer an Programme wie Awk oder Cut weiterreichen oder mit eigenen Skripten automatisiert verarbeiten, ohne auf die Sonderbehandlung von Quotas oder anderen Sonderzeichen Rücksicht nehmen zu müssen.
Wer CSV-Dateien ohne Nachbearbeitung an weitere Programme aushändigt, der sollte mit Uncsv und Csv experimentieren.
Haveged 1.8
Entropie-Daemon
Quelle: http://www.issihosts.com/haveged
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Timer-entropyd, Audio-Entropyd
Zufallszahlen sind die Basis für sichere Verschlüsselung. Der Daemon Haveged sorgt mit Hilfe des Havege-Algorithmus (Hardware Volatile Entropy Gathering and Expansion) dafür, dass der Entropie-Pool groß genug ist, und zapft dazu den Prozessorzustand an. Der Dienst erfordert Rootrechte, da er seine Daten nach »/dev/random« beziehungsweise »/dev/urandom« schreibt.
Will der Anwender eine eigene Datei mit Zufallswerten erzeugen, so startet er das Programm mit dem Parameter »-r« gefolgt von der Dateigröße in KByte. Hinter »-f« gibt er außerdem die Zieldatei an; andernfalls schreibt Haveged seine Daten ins File »sample« . In der Voreinstellung hält das Tool einen Buffer von 512 KByte mit Zufallswerten vor. Hinter der Aufrufoption »-b« beeinflussen Benutzer diese Buffergröße.
Weitere Konfigurationsparameter und Anwendungsbeispiele, zum Beispiel zum Anfertigen von Luks-Schlüsseldateien, beschreibt die umfangreiche Manpage. Haveged erhält fortlaufend neue Features. Neuere Versionen sind sogar auf Nicht-Linux-Systemen lauffähig, enthalten einen Onlinetest und ermöglichen es, die PID-Datei an einem anderen Ort abzulegen.
Haveged eignet sich gut dazu, komplexe Zufallszahlen auf dem eigenen Linux-System zu erzeugen.
EDB 0.9.20
Debugger für Binärdateien
Quelle: http://codef00.com/projects#debugger
Lizenz: GPLv2
Alternativen: GDB, Eclipse, Ccdebug
Funktioniert ein Programm nicht wie gewünscht, dann unterstützt ein Debugger bei der Fehlersuche. Kommandozeilenfans greifen unter Linux gerne zum GDB (GNU Debugger). Wer es lieber grafisch mag, der sollte Evan’s Debugger, kurz EDB, eine Chance geben. Das GUI benötigt Qt 4.6 oder neuer und geht vor allem bei der Diagnose solcher Anwendungen zur Hand, für die der Quellcode nicht zur Verfügung steht.
Nachdem der Entwickler das Binärprogramm in EDB geladen hat, sieht er den Assembler-Code, eine Liste der CPU-Register und den aktuellen Inhalt des Stacks. Die Qt-Anwendung bietet zudem einen Bookmarks-Bereich, der Codezeilen präsentiert, die der Nutzer als Lesezeichen markiert hat. Zu den hier gelisteten Zeilennummern gelangt er mit einem Mausklick, um sie zu kommentieren. Im Assembler-Code setzt er Breakpoints, springt zu bestimmten Adressen oder zum Beginn einer Funktion, bearbeitet Bytes und analysiert zusammenhängende Bereiche.
EDB ist modular aufgebaut, Plugins erweitern den Funktionsumfang. Der Programmierer Evan Teran hat seinem Debugger bereits zahlreiche Erweiterungen beigelegt, beispielsweise einen Breakpoint-Manager, eine Opcode-Suchfunktion und einen Heap-Analyser. Wer eigene Plugins beisteuern möchte, der sollte den Entwickler kontaktieren, da sich die Dokumentation zu diesem Thema ausschweigt.
EDB besticht durch seine Funktionsvielfalt und die übersichtliche grafische Oberfläche. Der Debugger ist intuitiv zu bedienen.
Prun
Jobverwaltung für Cluster
Quelle: https://github.com/abudnik/prun
Lizenz: Apache
Alternativen: Task Cruncher
Prun steuert als Cluster-Job-Scheduler das parallele Ausführen von Tasks auf Linux- und anderen Unix-Systemen. Das Python-Tool überwacht die Ressourcen, verteilt Prioritäten und verwaltet Warteschlangen. Es besteht aus zwei Komponenten, dem Worker und dem Master, die Hand in Hand arbeiten. Während »pworker« im Hintergrund sich um die eigentliche Ausführung des Jobs kümmert, übernimmt »pmaster« die Jobverwaltung und die Kommunikation mit dem Anwender. Letztgenanntes Tool behält den Job immer im Auge und startet ihn gegebenenfalls auf einem anderen Rechner neu, etwa wenn Hardwareprobleme auftreten.
Um ein Programm als Job im Cluster zu behandeln, legt der Admin eine Steuerdatei mit der Endung ».job« an. Diese Files folgen der Json-Notation. Sie enthalten alle notwendigen Metadaten, beispielsweise den Pfad zur ausführbaren Programmdatei, die Priorität, eine Liste aller Clusterhosts sowie verschiedene Timeout-Einstellungen. Prun nimmt als Jobs nur Shellskripte, Python-, Java-, Ruby- oder Javascript-Anwendungen entgegen. Um welchen Dateityp es sich handelt, definiert der Admin in der ».job« -Datei hinter dem Parameter »language« .
Detaillierte Informationen zum Aufbau dieser Files und etliche Beispiele liefert die Datei »README« . Sie erklärt auch alle Parameter zur Steuerung der »pworker« – und »pmaster« -Prozesse.
Prun erleichtert die Jobverwaltung in High-Availability-Cluster-Umgebungen. Vor dem ersten Aufruf sollten Anwender die mitgelieferte Dokumentation gründlich studieren.
Tcpreplay 4.0.0
Mitgeschnittenen TCP-Datenverkehr wiedergeben
Quelle: http://tcpreplay.appneta.com
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Netsniff-ng, Preplay
Diese Toolsammlung enthält Werkzeuge, die aufgezeichneten Netzwerktraffic bearbeiten und abspielen. Als Datenquelle akzeptieren die Programme Dateien im Pacp-Format, das gängige Sniffer wie etwa Tcpdump oder Wireshark zum Speichern nutzen.
Bei der Wiedergabe kann der Anwender das Tool Tcpreplay wahlweise im Client- oder im Servermodus betreiben. Als Client wiederholt es nur die im Pcap-Archiv enthaltenen Anfragen, im Servermodus sendet es auch die Antwortpakete erneut. In der Voreinstellung läuft alles in der gleichen Geschwindigkeit wie die Aufzeichnung ab. Der Parameter »–multiplier« beschleunigt oder verlangsamt das Abspielen, und mit »–pps« oder »–oneatatime« steuern Benutzer das Geschehen noch gezielter.
Mit im Paket dabei sind die beiden Programme Tcprewrite, das Pcap-Dateien bearbeitet, und Tcpreplay-edit, das Datenpakete während des Einspielens modifiziert. Beide haben einen ähnlichen Funktionsumfang und ermöglichen Änderungen wie etwa das Port-Remapping oder die Anonymisierung von IP-Adressen.
Der Präprozessor, den Tcpreplay und Tcprewrite für ihre Anpassungen nutzen, steht auch als eigenes Tool namens Tcpprep zur Verfügung. Damit integrieren Anwender Tcpreplay-Manipulationen in eigene Skripte. Das Diagnosewerkzeug Tcpcapinfo hilft dabei, defekte PCAP-Dateien aufzuspüren.
Die Tcpreplay-Toolsammlung ist so umfassend, dass sich vor dem Einsatz ein Besuch im Wiki empfiehlt. Neben einer Anleitung finden Benutzer hier auch Beispiele.










