FOSDEM 2014: Lennart Poettering stellt Kdbus vor

Den Kernel und D-Bus zusammenbringen, doch deutlich besser und performanter als das der Dbus-daemon bisher macht, das wollen Kernel-Entwickler um Lennart Poettering. Und das umstrittene Systemd-Mastermind lockte mit dem Thema weit mehr Zuhörer an, als im Hörsaal Platz hatten.

Schätzungsweise nur die Hälfte der Zuhörer durften in den Hörsaal Ronin, in dem Lennart Poettering das Konzept hinter Kdbus vorstellen wollte – der Rest musste leider draußen bleiben, zu eng und stickig war es drinnen bereits – ein für FOSDEM-erfahrene Besucher nicht unübliches Bild.

Alle wollen Lennart sehen und hören...

Alle wollen Lennart sehen und hören…

Poettering, der wie auch sein Entwicklerkollege Kay Sievers wieder im roten “Open Source Tea Party”-T-Shirt auftrat (ein Seitenhieb auf eine Diskussion mit Canonicals Mark Shuttleworth), darf sich freuen, mit dem ebenfalls anwesenden Greg Kroah-Hartman einen der wichtigsten Kernel-Entwickler auf seiner Seite zu haben, doch auch die vorgetragenen technischen Argumente vermochten die Zuhörer wohl zu überzeugen.

Poettering liefert Argumente für Kdbus.

Poettering liefert Argumente für Kdbus.

Kdbus sei deutlich performanter als der Daemon (es bedürfe beispielsweise bisweilen nur ein Fünftel der Context Switches), stehe aber bereits beim Booten zur Verfügung und habe auch sonst einige Vorteile. Über ein Unix-Standard-Interface samt API (ein Device unter “/dev”) können Anwendungen über das Kernel-D-Bus-System Informationen und Daten austauschen (Interprozesskommunikation), wobei sowohl effizienter Datentransfer im Gigabyte-Bereich wie auch Credentials und Meta-Informationen, Timestamps und viele andere Features umsetzen lassen.

Schon D-Bus kann viel, doch Kdbus soll das beschleunigen und erweitern.

Schon D-Bus kann viel, doch Kdbus soll das beschleunigen und erweitern.

Auf seinen Folien, die er auch wegen der vielen Nach- und Zwischenfragen nicht zu Ende brachte, stellte der in Berlin lebende Poettering noch zahlreiche weitere Möglichkeiten vor, unter anderem etwa die Subskriptionen, Method Call Transactions und Windows, Marshalling, Receiver Buffers, die Memory File Descriptors (Memfds), Zero Copy, Sealing (Versiegelung) und vieles mehr.

Viele Fragen zu Kdbus musste Poettering beantworten.

Viele Fragen zu Kdbus musste Poettering beantworten.

Kdbus ist derzeit hier in Git und im Systemd-Git (unter git://anongit.freedesktop.org/systemd/systemd) erhältlich, allerdings müsse man vor dem Kompilieren noch einen Schalter umlegen, um Kdbus zu aktivieren. Das sei Absicht, erläutert Poettering, weil sonst Distributionen unter Umständen Kdbus schon eingebaut hätten, die Entwickler sich aber Änderungen am API vorbehalten – und das beides miteinander kollidieren könnte. Noch 2014 soll Kdbus – wenn alles klappt und Greg KH hilft – im Kernel auftauchen. Ebenfalls für dieses Jahr ist der Gdbus- und Libdbus1-Support geplant.

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Manux
8 Jahre her

Und so erübrigt sich die Debian Diskussion. Wenn systemd sowiso gebraucht wird für den kbus und irgendwann auch noch udev integriert, warum soll man es dann auch nicht für das init system nutzen…..

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