Wenn die Tage kalt und kurz, die Nächte lang und langweilig sind, wird es Zeit für das Winterrätsel des Linux-Magazins. In den 20 harten Nüssen verbergen sich diesmal Begriffe aus der wunderbaren Welt der Programmiersprachen und deren wechselhafter Geschichte.
Programmiersprachen sind für manche nur Buchstabensalat, und doch stecken in ihnen ganze Universen – mit Konstrukten, Idiomen und Historie. Nur wer diese Welt der Länge und Breite nach durchschritten hat, kennt die Antworten auf die folgenden Fragen.
Das Lösungswort ergibt sich aus Anwendung der jeweils ersten Buchstaben der einzelnen Lösungswörter, eingesetzt in das im Kasten “So funktioniert’s” gezeigte Schema. Das Wort bezeichnet ein Paper, in dem ein maßgeblicher Compilerbauer eine bedauerliche Ergänzung zu Moores Gesetz beklagt.
So funktioniert’s
Meist lassen sich die Fragen durch ein einzelnes Wort beantworten, sonst zählt das erste Wort, bei Namen der Nachname. Jeweils der erste Buchstabe ist auf http://linux-magazin.de/winter oder in das unten abgedruckte Diagramm einzutragen. Beide berechnen die Lösung durch die angegebene Addition. Dabei gilt: A 0, B 1, … Ist eine Summe größer als das Äquivalent des Z, gibt es einen Überlauf zum A. Beispiel: X + D = B.
1. Akronyme sind für Programmiersprachen durchaus beliebt, rekursive allemal. Welche Sprache erfand ein Mann mit dänischem Pass fürs World Wide Web?
2. Ein britischer Turing-Award-Gewinner entwickelte eine der ersten Sprachen mit polymorpher Typinferenz und typsicherer Ausnahmebehandlung. Sie gilt als Urahnin einer ganzen Reihe von Abkömmlingen. Wie heißt jener, der objektorientierte Ansätze einbrachte und damit mehrere Programmierwettbewerbe gewann?
3. Der Legende nach motivierte den ursprünglichen Autor zur Namenswahl seiner Skriptsprache ein Gleichnis aus dem Matthäus-Evangelium. Darin sucht ein Händler nach Preziosen. Was durchschreitet im selben Bibeltext das Wappentier der Sprache?
4. Das Einrücken von Code als syntaktisches Element ist bei Programmierern umstritten. Python-Fans beispielsweise preisen diese Form der Blockmarkierung, andere bleiben skeptisch. Die Entwickler welcher Sprache mussten zumindest in deren Urform manche Codefragmente auf bestimmte Spalten einrücken?
5. Ein eidgenössischer Compiler-Erfinder schuf eine ganze Kaskade an Sprachen, wovon die erste und von ihm allein entworfene die größte Verbreitung gefunden hat. Später war ihm eine Sprache nicht genug, und er entwarf mit Kollegen an einer europäischen Hochschule noch ein dazu passendes Betriebssystem und einen zugehörigen Rechner. Wie lautet das germanische Äquivalent der Programmierumgebung?
6. Ein Entwickler benannte seine Sprache eines Tages nach einer Geschmacksrichtung eines Löschwasser-Sudes um. Ursprünglich taufte der in seinem Heimatland mit einem Orden ausgezeichnete Entwickler die Sprache aber nach einem soliden Laubbaum. Welchem?
7. Viele Programmiersprachen haben eine wechselhafte Entwicklung hinter sich. Die hier gesuchte Sprache zeigt sich besonders vielgesichtig, denn sie startete als objektorientierte C-Variante, verlebte ihre Kindheit in einem vernetzten Rollenspiel, um schließlich als Implementierungssprache eines mittlerweile fast vergessenen Webservers zu reüssieren.
8. Die meisten Compiler oder Interpreter zerlegen den Quellcode in Token – und akzeptieren an vielen Stellen rund um diese eine besondere Zeichenklasse, die zwar keine Bedeutung hat, jedoch das Code-Studium vereinfacht. Die hier gesuchte Sprache bildet eine Ausnahme, weil sie diese Symbole zum einzigen Prinzip erhebt und praktisch unsichtbar bleibt. Wie heißt die Sprache?
9. Die gesuchte Sprache trat als Verbindungsglied zwischen Hoch- und Maschinensprache auf, inspirierte den heutigen Quasistandard für die Systemprogrammierung und legte eine Grundlage für Objektcode.
10. Obwohl er sehr früh das Konzept der höheren Programmiersprache einführte, benötigte der Entwurf eines Hardware-Entwicklers geschlagene 29 Jahre bis zur ersten Implementierung. Welche Sprache hatte ihr Schöpfer ursprünglich ins Auge gefasst, um seine Rechner zu programmieren?
11. Nicht immer stellen krude Syntax oder besonders abstrakte Sprachkonstrukte die größten Hürden auf. Ein exotischer Sprachentwurf erwartete ursprünglich entweder einen Fernschreiber mit einer Hardware-Backspace-Implementierung oder eine Latex-Klasse, um allein den Code anzuzeigen. Welcher Turing-Award-Gewinner entwickelte sie?
12. Dass sein Sprachentwurf Klasse(n) haben würde, wollte der in Skandinavien geborener Entwickler eigentlich in ihrem Namen verankern. Wie hieß der Mitarbeiter des Erfinders, der für den tatsächlichen, schnöde auf die Vorgängerin verweisenden Namen verantwortlich zeichnet?
13. Ob ein populäres, spektakulärerweise nicht in Sonatenhauptsatz-Form verfasstes und nächtliche Lichteffekte thematisierendes Klavierstück eines deutschen Komponisten Inspiration für den Namen einer Programmierumgebung war, ist nicht überliefert. Die Tonart seines ersten Satzes weist aber auf die Sprache hin. Wie heißt deren Open-Source-Implementierung?
14. Eine Steuersprache des Unix-Urvaters war einem Briten zu oll. Er entwickelte daraufhin seine eigene Fassung, die syntaktisch auf jedem aktuellen Linux-System große Bedeutung besitzt. Welcher Entwickler hat seit über 20 Jahren den Posten inne, sich um ihren interaktionsfreudigen Wiedergänger zu kümmern?
15. Welche Pionierin wirkte maßgeblich an der Entwicklung einer frühen Hochsprache mit, die zu beherrschen heute fast einer Beschäftigungsgarantie gleichkommt? Die Mathematikerin war bei US-Präsidenten und -Showmastern zu Gast.
16. Von der Wappengestaltung mal abgesehen spielen Tiere nur in wenigen Programmiersprachen eine nennenswerte Rolle. Bei welcher Sprache, gerne auch in der Bildung eingesetzt, bleibt ein possierliches Reptil dagegen unabdingbar?
17. Die verbreitesten Datentypen bei Programmiersprachen sind Repräsentationen für Zahlen und Zeichenfolgen. Welche Sprache macht hier eine Ausnahme, da sie erstmals Vorformen von regulären Ausdrücken in den Mittelpunkt rückte?
18. Dass alles, was nicht belegbar ist, keine Wahrheit darstellt, nennen Logiker die Closed-World-Assumption. Welche Sprache baut darauf auf? Der Entwickler beschreibt in ihr zwar das Problem, nicht aber den Lösungsweg.
19. Eine angehende Mathematikerin neigte in ihrer Jugend zu Schüchternheit. Nachdem sie der Überlieferung nach in einem renommierten Forschungszentrum angeheuert hatte, benannte sie die dort mit ihrem Team entwickelte Sprache selbstironisch nach unverbindlichen Partygesprächen. Von welcher Klasse erbt jede Instanz innerhalb dieser Sprache?
20. Wie das Who-is-Who von Compilerbauexperten liest sich die Liste der Entwickler eine frühen Sprache, die schon in den 1960er Jahren das strukturierte Programmieren ermöglichte. Da Entwickler sie gerade in ihren I/O-Operationen uneinheitlich implementierten, kam die gesuchte Sprachfamilie kaum zum Einsatz, beeinflusste aber ihre Nachfolger konzeptionell.
TV-Recorder zu gewinnen
Rätselfreunde sollten den Lösungssatz und die Antworten der Fragen bis zum 15. Februar an mailto:winter@linux-magazin.de schicken. Als Preis lockt eine Videorecorder- und TV-Software von DVB Link für den Raspberry Pi inklusive kompatiblem USB-Empfänger.
Alle 100%ig richtigen Antworten nehmen an der Verlosung teil. Ist keine Einsendung korrekt, fällt das Los zwischen allen mit den meisten richtigen Antworten. Das Linux-Magazin veröffentlicht den Namen des Gewinners. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (jk/mhu)







