Der neue Displaymanager Wayland und sein Standard-Compositor Weston sind in Version 1.3 erschienen. Wayland erreiche allmählich einen stabilen Zustand, merkt Hauptentwickler Kristian Høgsberg an.
Die Änderungen an Wayland fallen eher gering aus, auch die wenigen Bugfixes würden darauf hindeuten, dass Wayland allmählich einen stabilen Zustand erreiche, konstatiert Høgsberg und nimmt das als gutes Zeichen. Neben Arbeit an der Dokumentation unterstützt “wl_shm” mehr Pixelformate, darunter etwa RGB565. Ein Compositor kann derweilen signalisieren, welche der Formate er unterstützt. Interessant für Entwickler dürfte der server- und clientseitige Support für Language Bindings sein. Dank der Dispatch-Funktionen lässt sich nun auch in Hochsprachen für Libwayland-Client und -Server programmieren.
Mehr Änderungen gibt es an Weston. Mit Hilfe der Libva lässt sich der im Compositor angezeigte Bildschirminhalt im H.264-Format in Echtzeit mitschneiden. Auf aktuellen Intel-Systemen entsteht beim Schreiben der Daten auf die Festplatte kaum nennenswerter CPU- und GPU-Overhead. In der Zukunft wolle man über ein Wechsel von Libva zu Gstreamer nachdenken, um weitere Codecs und Hardware zu unterstützen. Eine weitere zukünftige Marschrichtung wäre die Unterstützung für Netzwerk-Streaming.
Dank des Einsatzes des Libhybris ist Weston zudem in der Lage, die EGL/GLES-2-Treiber von Android zu verwenden, was allerdings noch von anderen Faktoren wie dem richtigen Device, den Treibern und dem Kernel abhänge. Eingabe-Events sollen sich auf verschiedene Eingabegeräte erstrecken, zuvor war es lediglich möglich, Events der zuerst registrierten Eingabegeräte zu tracken. Die Änderung sorgt dafür, dass die verschiedenen Subsysteme jeweils ihre eigenen Eingabe-Events erhalten und nun eine Integration in Tookits wie Webkit-GTK+ und Clutter-GTK+ möglich wird.
Nicht zuletzt gibt es einen besseren Touch-Support, eine optimierte Vollbild-Unterstützung für XWM sowie Drag-and-Drop-Support von X nach Wayland. Weitergehende Informationen zu Änderungen, neuen Konfigurationsoptionen beim Kompilieren, Optionen für “weston.ini”, Schaltern für die Kommandozeile sowie zu bekannten Fehlern liefert ebenfalls die Ankündigung.
Alphaversion für Wayland
Zugleich kündigt Kristian Høgsberg für die 1.4 eine Neuerung an: Man wolle etwa einen Monat vor dem offiziellen Release-Termin eine Alphaversion der Software anbieten, das wäre am 16. Dezember 2013. Auf diese Weise will man früher mit der Testphase beginnen und Bugs aufspüren. In der aktuellen Version würden noch einige Bugs in Weston stecken, die man nicht mehr rechtzeitig habe fixen können, weil seit der RC1 zu wenig Zeit geblieben sei.




