Aus Linux-Magazin 11/2013

Vier Frameworks und CMS erhalten die gleiche Programmieraufgabe gestellt

Das Linux-Magazin lässt vier freie Content Management Systeme und Webframeworks antreten. Sie sollen zeigen, wie sie einen Veranstaltungskalender auf Grundlage externer Daten umsetzen.

Wer heute eine Website aufsetzt, fängt nicht mehr bei Null an. Für einen soliden Unterbau sorgen Content Management Systeme oder Webframeworks, die gerade die Open-Source-Welt in großer Auswahl bietet. Damit sind Navigation sowie Übersichts- und Detailseiten rasch in einem einheitlichen Layout umgesetzt. Schon fast zum Standard gehören daneben Formularauswertung, Bilderverwaltung und eine automatisch erzeugte Sitemap.

Die Spreu vom Weizen dagegen trennt sich, wenn der Webentwickler Anforderungen umsetzen möchte, für die das System keine fertige Lösung anbietet. Daher hat die Redaktion den Herstellern und Communities hinter der Software eine überschaubare Programmieraufgabe gestellt. Wer, wenn nicht die Macher, sollte die Stärken der Technologien zeigen?

Die Prüflinge sollten eine Liste von regionalen Volks- und Straßenfesten auf einer Website anzeigen. Die Daten dazu finden sich auf der Open-Data-Plattform des Landes Berlin [1]. Sie sind über ein REST-API in den Formaten XML oder Json abzurufen. Die Aufgabe für den Anwendungsentwickler besteht darin, eine Übersichtsseite für den aktuellen Monat sowie eine Detailseite für jeden Eintrag umzusetzen. In der Übersicht kann der Besucher zudem nach Festen suchen, indem er mit einem Kalender-Widget einen Von-Bis-Zeitraum einstellt. Die Daten kann der Programmierer zwischenspeichern oder immer wieder neu abrufen.

Im Testfeld treten an: Die Content-Management-Systeme Contao (vormals Typolight) und Magnolia CMS sowie die Frameworks Django und Ruby on Rails. Damit sind die Programmiersprachen PHP, Java, Python und Ruby vertreten. Die vorgestellten Lösungen zeigen die Vielfalt der Tools, Bibliotheken, Ansätze und Arbeitsstile.

Programmiert und kommentiert

Die Artikel dieses Themenschwerpunkts haben in der Regel zwei Urheber: den Programmierer, der den Code der Beispielanwendung geschrieben hat und den Autor des Artikels, der den Code im Text kommentiert und bewertet. Lediglich bei Django stammen Programm und Artikel aus der selben Feder. Sven Schannak griff zunächst selbst zum Code-Editor, erhielt aber buchstäblich in letzter Minute noch Unterstützung aus der Community.

Die Auswertung der eingereichten Lösungen versucht, neben der Platzierung vor allem die Stärken und Schwächen der einzelnen Technologien hervorzuheben. Es wäre schön, wenn sie den Projekten hinter den Systemen und Frameworks als Anregungen für die künftige Weiterentwicklung dienten.

Nach dem Programmierwettstreit, in dem Systeme und Entwickler zeigen, wie anpassbar und produktiv sie sind, wendet sich dieser Schwerpunkt noch einem anderen Aspekt zu: CMS und Frameworks fürs Web tauchen regelmäßig in den Security-Advisories der Linux-Distributionen und Sicherheitsdienstleister auf. Kein Wunder, im Internet sind sie potenziell zahllosen Arten von Angriffen ausgesetzt. Eine Studie im Auftrag des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat nun einige Vertreter dieser Softwaregattung untersucht, um unter anderem festzustellen, wie gut sie den Attacken standhalten.

Infos

  1. Berliner und Brandenburger Volks- und Straßenfeste 2013: http://daten.berlin.de/datensaetze/berliner-und-brandenburger-volks-und-stra%C3%9Fenfeste-2013
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