Steam unter Linux: Erste Verkaufszahlen veröffentlicht

In einem Blog-Beitrag verrät Spieleentwickler Lars Doucet, wie gut sich die Linux-Version seines Titels Defender’s Quest bislang über Steam verkauft hat.

Während der Rabattaktion zum Start des Linux-Steam-Clients veräußerte er demnach 2.076 Einheiten, was ihm insgesamt 16.958 Dollar einbrachte. Dabei griffen 16 Prozent der Käufer zur Linux-Version, 6 Prozent nutzen Mac OS X und die restlichen 78 Prozent waren Windows-Anwender.

Lars Doucet zeigt sich in seinem Blog-Beitrag zudem überrascht, dass die Linux-Version dreimal häufiger verkauft wurde, als das Mac-OS-X-Pendant. Dieses Verhältnis deckt sich nicht mit den vergangenen Humble-Bundle-Aktionen, bei denen es stets weniger Linux- als Mac-OS-X-Käufer gab. Lars Doucet vermutet daher, dass die Spieleentwickler den Linux-Markt bislang unterschätzt hätten.

Defender's Quest ist eine Mischung aus Tower-Defense und Rollenspiel.

Defender’s Quest ist eine Mischung aus Tower-Defense und Rollenspiel.

Aus den Zahlen geht ebenfalls hervor, dass der Spieleentwickler seine größten Umsätze bei Rabattaktionen eingefahren hat. In den übrigen Zeiten kauften nur relativ wenige Personen sein Spiel zum Normalpreis. Die Absätze aus der jetzigen Rabattaktion blieben allerdings hinter denen aus anderen Steam-Aktionswochen zurück. Sie gelten zudem nur für das recht kleine Spiel Defender’s Quest und sind somit weder repräsentativ, noch direkt auf andere Spiele übertragbar.

Neben den Steam-Verkaufszahlen liefert Lars Doucet auch noch Daten zu den direkt über seine Homepage abgesetzten Lizenzen. Dort dreht sich das Verhältnis wieder um: Nur 7 Prozent der Spieler griffen zur Linux-Version, 11 Prozent luden sich das Mac-OS-X-Pendant herunter, während 83 Prozent das Spiel unter Windows installierten. Den geringen Linux-Anteil schiebt Lars Doucet jedoch auf das von seinem Spiel verwendete Adobe AIR. Da diese Laufzeitumgebung unter Linux mittlerweile nur noch recht kompliziert in Betrieb zu nehmen ist, hätten viele Linux-Nutzer von einem Kauf abgesehen. Die Steam-Version des Spiels setzt hingegen eine Installationsautomatik für AIR ein.

Für andere Programmierer dürften noch drei weitere Zahlen interessant sein: Laut Lars Doucet griffen etwas über die Hälfte der Linux-Käufer zu einem DEB-Archiv. Das tar.gz-Format bevorzugten immerhin noch 36 Prozent, während ein RPM-Paket lediglich 11 Prozent wollten.

Steam ist eine Verkaufsplattform für Spiele und Software, die der Spieleentwickler Valve erst seit Februar offiziell auch für Linux geöffnet hat. Die Käufe erfolgen über den Steam-Client, die Spiele besitzen zudem einen Kopierschutz. Zum Start der Linux-Version des Steam-Clients hatte Valve eine große Rabattaktion gestartet.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Kiezkickerde
8 Jahre her

Es mutet schon ein wenig pitoresk an, wenn für Steam quasi ein Ubuntu vorgeschrieben wird, weil (mindestens) aufgrund der geforderten libc6 – Version >= 2.15 nicht einmal ein Debian Unstable ausreicht (sondern allenfalls ein experimental (rc-buggy) mit aktuell 2.17-0experimental2), und dann andererseits aber die Versionen der Spiele am häufigsten heruntergeladen werden, die auf das ureigenste Debianpaketformat aufsetzen, aber eben kein Debian sind. ;-)Solange man also seitens Steam quasi genötigt wird, nur für Steam ein Ubuntu aufzusetzen, kann ich für Steamspiele dann auch direkt wieder das nur noch dafür vorhandene Windows7 booten, auch wenn ich dann in den Downloadversionsstatistiken “falsch” als… Mehr »

Mike Scholz
8 Jahre her

Hallo Stefan,komisch…die 2.15er version der libc6 ist in meiner aktuellen Xubuntu (stable ) Version standard. Und die ganzen Buntus nutzen ja bekanntlich nicht gerade die neuesten Libs und Kernel. Ich hatte auch auf KDE mit Basis zu Ubuntu 12.04 keine Probs mit dem Steam Client. Nur zur Info :-)Gruss – Mike

Kiezkickerde
8 Jahre her

Debian ist da scheinbar noch etwas konservativer – XUbuntu ist ja, dem Namen nach, auch ein Ubuntu, da ist es dann naheliegend, dass auch dort die neueren Ubuntu-Libs verwendet werden. In meinem Debian (wheezy, aka testing) ist aktuell gerade 2.13-38 angesagt: http://packages.debian.org/…Ein dist-upgrade auf unstable würde daran auch nichts ändern, erst in experimental gibt es dann die dort erwähnte 2.17-0experimental2, aber ganz so experimentierfreudig bin ich halt nicht (sonst würde ich mich auch an die in den Steamforumspost erwähnten Lösungen ranwagen). ;-)Edit: Gerade im Newsletter gelesen: zumindest in Wheezy gibt es nun wohl eine Version: https://www.linux-magazin.de… – dann muss ich… Mehr »

Nach oben