Aus Linux-Magazin 07/2007

Linux-Grafik, die alles in den Schatten stellt

Ein Jahr bevor Vista seine Käufer mit 3D-Funktionen lockte, konnten Linuxer bereits am Würfel drehen. Auch in anderen grafischen Disziplinen darf man über freie Software sagen: Wow! Dieser Schwerpunkt beschreibt die kühnsten Projekte, die besten Tools und die leistungsstärkste Hardware.

Inhalt

38 | 3D-Desktopumgebungen Compiz, Beryl und Metisse: Schöner Schein oder spürbare Arbeitserleichterung?

42 | Test Grafikkarten Fünf Karten mit Nvidia-Chip zeigen, was Linux aus ihnen zu kitzeln vermag.

46 | Farbmanagement ICC-Profile mit relativ günstigem Messequipment selbst erzeugen.

48 | Open Media Library Die Khronos Group will das Programmieren von Multimedia-Anwendungen vereinheitlichen.

54 | Sprechende Avatare Software erzeugt aus Audiodateien die dazu passenden Mundbewegungen.

56 | VR in Bildung und Forschung Virtual-Reality-Labors und Linux verhelfen Forschern zu tieferen Einsichten.

58 | Google Earth und Linux Fans der geografischen Freakshow erzeugen eigene 3D-Objekte fürs virtuelle Zielgebiet.

60 | Bugle entwanzt OpenGL Der Debugger setzt sich als Wrapper-Bibliothek zwischen Programm und OpenGL-Schicht.

Die beiden 3D-Fenstermanager Compiz und Beryl sorgten bei Linux-Veranstaltungen bereits für Begeisterungsstürme, als es von Windows Vista nicht mehr als dürre Ankündigungen gab. So schnuckelige Effekte wie die beim Verschieben flatternden Fenster konnte nicht mal Mac OS X vorweisen. Mit Rückenwind von Mandriva gesellt sich ein dritter 3D-Desktop hinzu: Metisse.

Der will weniger mit spektakulären Animationseffekten begeistern als durch Ergonomie. Beim Kopieren und Einfügen zwischen Fenstern etwa klappt das Quellfenster zugunsten des Ziels teilweise weg. Der erste Artikel des Schwerpunkts erklärt die Details und vergleicht den frischen Franzosen mit Compiz und Beryl. Weiter geht es mit dem Grafikkartentest, der sich diesmal ganz auf Nvidias Chipsätze einschießt. Mit dem proprietären Herstellertreiber ausgerüstet, müssen sich die Probanden von zwei aufwändigen Benchmark-Suiten einheizen lassen.

Auch ein heißes Eisen ist richtiges Farbmanagement – für jedes Betriebssystem dieser Welt. Das große Ziel ist, von kalibrierten Scannern über den Monitor bis zum Ausdruck möglichst verbindliche Farben zu produzieren. Die vorgestellte Software steuert eine bezahlbare Mess-Sonde am Monitor an und erzeugt damit ein passendes ICC-Profil.

OpenML, Plapperware, Holobench

Die Khronos Group will das Programmieren von Multimedia-Anwendungen vereinheitlichen, was angesichts des Wildwuchses an Libraries und Schnittstellen auch sinnvoll erscheint. Ob sich die sehr universell angelegte Open Media Library durchsetzen wird, ist unklar. Der Artikel ab Seite 48 erklärt aber schon mal, was Programmierer und Anwender erwartet. Der sich anschließende Artikel beschreibt eine Software, die aus Audiodaten die dazu passenden Mundbewegungen formt. Die Designer von Avataren in künstlichen Welten sind ganz scharf auf solche Möglichkeiten.

Bei der Recherche zu seinem Artikel ab Seite 56 lernte Linux-Magazin-Redakteur Mathias Huber eine Holobench und die Cave kennen. Dass er bis zum Redaktionsschluss wieder zurück war, verdankt er dem Umstand, dass sich die Virtual-Reality-Räume nicht in einem Raumschiff auf intergalaktischer Reise befanden, sondern im Leibnitz-Rechenzentrum nahe München und im Virtual Reality Center Aachen.

Eine Frage der Bodenhaftung

Ebenfalls ganz irdisch gibt sich Google Earth. Technisch zum Beispiel für Firmen interessant ist die Möglichkeit, eigene Objekte in der satellitenvermessenen Welt zu platzieren. Der Artikel beschreibt das heute mit Linux Mögliche. Hinter dem knuddeligen Namen Bugle versteckt sich ein Verfahren, das einen grafischen OpenGL-Debugger für Texturen, Shader und Framebuffer mit einem Satz Filter kombiniert und den OpenGL-Kommandostrom mitschneidet und auf Fehler checkt. Genaues berichtet der abschließende Artikel ab Seite 60.

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