
Abbildung 1: Wer an VI-Allergie leidet, klickt sich die Konfiguration von Postfilter im Web zusammen [2].
NNTP ist der großväterliche Dorfpfarrer unter den Protokollen: alt, leicht verwirrt und stets an das Gute im Menschen glaubend – selbst bei jenen, die ihm Hundekot in den Briefkasten stecken. Mit Postfilter kommt ein scharfer Wachhund ins Pfarrhaus. Charly Kühnas t
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Inhalt |
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82 | Netzwerkanalyse Argus heißt das Auge, das Traffic an guten und schlechten Tagen überwacht. 88 | Ajaxterm Wenn zwischen Admin und Server der SSH-Port vernagelt ist, hilft HTTPS. 92 | SLES 10 Novells jüngstes Raumschiff für den Enterprise-Markt. 96 | LPI-Kompendium, Teil 6 Die LPIC-1-Prüfung verlangt Kenntnisse über historische Hardware. |
NNTP wurde derart oft totgesagt, dass es noch usenetten wird, wenn alle Web-2.0-Foren längst modern. Das wäre nicht schlimm, wenn nicht das Protokoll mangels Schutzmechanismen meinen Usern erlaubte sich danebenzubenehmen. Als Admin ernte ich zunächst den Zorn der Gemeinde (»abuse@kuehnast.com: Mailbox full«) und danach das Unverständnis des Verursachers: “Hä? Crossposten ist böse?” Postfilter operiert einen Schutz vor Spam und Missbrauch in den Server hinein. Über die Installation schweige ich, denn auf [1] gibt es eine erstklassige Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Postfilter schickt alle Postings meiner User durch ein Regelwerk, das Spamassassin-artig auf No-no-Wörter filtert. Pro Treffer gibt es Punkte, ab einer Schwelle ein paar auf die Finger. Für die Praxis relevanter sind Crosspostings: Die Variable »max_crosspost« in der »postfilter.conf«-Datei bestimmt, in wie vielen Groups ein Artikel landen darf – vorausgesetzt der User setzt brav Follow-ups. Den Default »10« finde ich zu hoch. Ohne Follow-up greift »max_fup_no_crsspt«. Der Standardwert »3« ist besser; bei mir seelsorgerischem Skeptiker steht er auf »1«.
![Abbildung 1: Wer an VI-Allergie leidet, klickt sich die Konfiguration von Postfilter im Web zusammen [2].](https://www.linux-magazin.de/wp-content/uploads/2012/11/abb1.jpg-89-300x157.jpg)
Abbildung 1: Wer an VI-Allergie leidet, klickt sich die Konfiguration von Postfilter im Web zusammen [2].
Quotenregelung
Selbstverständlich lässt sich auch die Postinggröße limitieren, serienmäßig steht »max_total_size« auf locker reichenden 32 KByte – Konsalik gehört nicht zu meinen Usern. Wer feiner granulieren mag, stellt die Größen von Header und Body separat ein.
Ein steter Quell der Freude sind kilometerlange Fullquotes, also Postings, die im Wesentlichen aus den gesammelten Zitaten der Vorredner bestehen. Postfilters Antwort auf solche Flegeleien lautet »max_quoted_ratio«. Diese Variable stelle ich auf »0.7«, so dürfen maximal 70 Prozent des Postings zitiert sein.
Während diese Limitierungen meine Benutzer vor allem daran hindern, sich öffentlich zum Affen zu machen, schützen andere Parameter vor Spam und Amok laufenden Clients. So schreiben Spammer gern ein Datum in den Header, das in der Zukunft liegt, um an der Spitze der ungelesenen Postings zu erscheinen. »max_grace_time« weist Postings ab, die viel von der Serverzeit abweichen. Der Standard liegt bei 1800 Sekunden.
Sortiert nach User, Domain oder IP lege ich zudem fest, wie viele Postings und Bytes die Kandidaten pro Zeitintervall abgesetzen können und wie viele Fehler sie produzieren dürfen, bevor Postfilter den Hahn zudreht. Auch gut: »allow_control_cancel« erlaubt Cancel-Messages oder verbietet sie (»false«). Fazit: Wenn er bei den Limits nicht übertreibt, hält sich der Admin mit Postfilter viel Ärger und den exothermen Usenet-Mob vom Leib. Vielleicht hilft es gar, großväterlich an das Gute im User zu glauben. (jk)
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Infos |
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[1] Postfilter: [http://tech.aioe.org/postfilter/] [2] Config-Dateien-Generator: [http://tech.aioe.org/postfilter/conf.html] |
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