Als Kind des Internet hat Linux eine ausgeprägte Affinität zu allem, was nach Netzwerk klingt. Nicht nur auf Client und Server, auch in Router, Switch und Layer-7-Komponenten versteckt sich häufig Tux. Der Schwerpunkt analysiert die Trends und gibt wertvolle Tipps für die Praxis.
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Inhalt |
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34 | Krimi im Rechenzentrum Sysadmin-Charly und seine Net-Kollegen lösen drei sonderbare Fälle rund um bockiges Bonding, lahmende Spanning Trees und störende DHCP-Server. 38 | Was wird, was bleibt Trends der Kommunikationstechnik von IP-Mobilität, VoWLAN, Ad-hoc-Netzen, Routern und Switches bis zu SSL-VPNs. 48 | Grundlagen IProute2 Das umfassende »ip«-Kommando löst die angestaubten Vorgänger »arp«, »ifconfig«, »route« & Co. ab. 52 | Schnelles LAN Ratgeber: Netzwerke von Fast auf Gigabit Ethernet migrieren und dabei böse Stolpersteine vermeiden. 56 | Patchen ohne Kabel Virtuelle lokale Netze mit Linux: Per 802.1q-Tagging unterscheiden Switches und Router viele LANs auf einem Kabel. 60 | Protokolltricks OpenVPN tunnelt und schützt mobile Verbindungen und veredelt nebenbei ein beschränktes WAP zur Vollwert-IP. |
Es ist das Arbeitsgebiet schlechthin, bei dem Linux-Admins ihren Windows-Kollegen jederzeit die Schau stehlen: Vernetzung. Gemeint sind Setups, die anderswo nur mit teurer Spezialsoft- oder Hardware, nach fünfmal Booten oder gar nicht funktionieren. Wie weit sich Linux auch bei den kommerziellen Netzausrüstern breit gemacht hat, überraschte aber sogar unsere Autoren.
So fragte Netzwerk-Multitalent Jörg Fritsch dieser Tage bei Load-Balancing-Platzhirsch F5 Networks nach einem Testgerät der Highend-Reihe BIG-IP – trotz deren zu erwartender BSD-Basis. Fritsch staunte nicht schlecht, als ihn ein F5-Mitarbeiter beiläufig wissen ließ, dass die BIG-IP inzwischen Linux bootet und das hauseigene TMOS (Traffic Management Operating System) darauf aufsetzt. Wir bleiben dran und nehmen die Appliance in einem der kommenden Hefte genauer unter die Lupe.
Verblüffung negativer Art löste bei Fritsch LVL7 aus, seines Zeichens Hersteller von Fastpath. Diese Routing- und Switching-Protokollsuite läuft in Appliances und arbeitet mit speziellen Switching-Chips zusamen. Da LVL7 nur an OEMs verkauft (Original Equipment Manufacturer), hält die Firma ihre Linux-Software prompt für zu uninteressant für Linux-Magazin-Leser.
Den Stand der Dinge bei Linux in Netzinfrastruktur-Komponenten und die sich abzeichnenden Trends analysiert Jörg zusammen mit seinem Kollegen Patrick Nest ab Seite 38. Nebenbei haben die Autoren auch die vier wichtigsten Routing-Implementierungen unter Linux getestet und bewerten, wie sie gegen Cisco & Co. abschneiden.
Aus dem Alltag
Die geballte Admin-Erfahrung von Charly Künast und seinen Kollegen aus der Netzwerkabteilung fließt in den ersten Artikel dieses Titelthemas ein. Sie geben Tipps für performante Netze und entlarven falsche Versprechungen. Die Erkenntnisse stammen aus etlichen Totalausfällen ihres Niederrhein-weiten Netzes, bei denen sich die Admins nicht nur Spitznamen einhandelten.
Hilfe für die Praxis geben auch die weiteren Artikel. Etwa zum wenig bekannten Multitalent »ip«, das locker die wichtigsten Befehle für die IP-Konfiguration in sich vereint (Seite 48). Wie ein virtuelles LAN arbeitet und was ein Linux-Router oder -Server davon hat, erklärt der Beitrag ab Seite 56. Den Abschluss bildet ein Glanzstück der Hochstapelei: Ein gewagtes Konstrukt aus einer seriellen Verbindung über Bluetooth, die ein GPRS-Modem ansteuert, das sich per PPP einwählt, darüber TCP/IP fährt, um WAP/HTTP zu transportieren, in das sich ein OpenVPN einschmuggelt und locker vollwertiges IP tunnelt.
Wende
Der Artikel über Gigabit-Ethernet-Karten unter Linux (Seite 52) vollführte während seiner Entstehung eine abrupte Kehrtwende. Ursprünglich sollte er zeigen, welcher Treiber für welche Chipsätze verantwortlich zeichnet und welche Karte er wie gut unterstützt.
Das Pech des Autors: Ein schlichtes [?], eingetippt in der Kernel-Konfigurationssoftware, fördert genau diese Info zu Tage. Die Probleme stecken an ganz anderer Stelle. Genau das beschreibt der Artikel nun und stellt heraus, wo Vernetzer aufpassen müssen, wenn sie von Fast auf Gigabit Ethernet umsteigen.
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