Aus Linux-Magazin 10/2006

Aus dem Alltag eines Sysadmin: Zsync

Abbildung 1: Charly demonstriert es hier mit dem Logfile eines Apache: Zsync überträgt von großen Dateien im Wiederholungsfall Zeit und Bandbreiten sparend nur die geänderten Teile.

Zsync deckt einen Sonderfall der Softwareverteilung ab: Große Download-Dateien, die sich zwar oft, aber nur im Detail ändern. Einen Grund zum Fenstergucken liefert das Tool aber auch.

Inhalt

66 | Caching Bridge Ein guter Webproxy sorgt nicht nur für Performance, er entfernt auch gefährliche Inhalte und arbeitet als Bridge.

72 | Samba mit Echtzeitscanner Wo Windows-Clients an einem Samba-Server hängen, tut ein Virenwächter Not. Ein an Varianten reicher Workshop.

76 | Raritan Eric Express Besitzer von entfernten Servern freuen sich über eine gute Fernsteuerung. Eine nicht ganz billige Karte verspricht dies.

80 | LPI-Kompendium, Teil 3 Als Vorbereitung auf die LPIC-1-Prüfungen läuft im Linux-Magazin eine Artikelserie. Diesmal: Dateisysteme II.

Zsync – allein der Name weckt schon Assoziationen zum Schweizer Taschenmesser des Filetransfers. Nicht zu Unrecht, denn in Zsync schlägt als Herz der Rsync-Algorithmus. Während Rsync aber ganze Verzeichnisbäume von Rechner A auf Rechner B synchronisiert, ist Zsync auf den Download einzelner großer Dateien ausgelegt.

Ein konstruiertes Beispiel: Eine große Firma hat eine Linux-Distribution für sich selbst entwickelt. Wenn ein Administrator einen neuen PC aufsetzt, lädt er sich die Distribution als ISO von einem Intranetserver herunter. Das tut er regelmäßig, denn die Distribution bekommt kontinuierlich Updates eingepflegt.

Da wünscht sich der Admin natürlich, dass er nicht immer die ganze ISO-Datei, sondern nur das Delta zur vorigen Version herunterladen müsste. Überraschung: Genau das leistet Zsync. Zudem arbeitet das Tool über HTTP und überwindet so Proxys und Firewalls.

Noch ein Vorteil ist, dass Zsync die CPU des Download-Servers nicht belastet. Das Berechnen des Deltas erledigt der Client. Das Installieren des entpackten Tarballs von [2] geht mit »./configure && make && make install« zack zack!

Ein dickes Ding

Zum Ausprobieren brauchen ich nur eine mollige Datei, deren Inhalt sich gelegentlich ein wenig ändert. Ich schnappe mir das reichlich 200 MByte große Logfile des Webservers, der nicht ganz zufällig auch auf der Maschine Dienst tut. Ich kopiere die Datei ins Verzeichnis »/www/kuehnast/test«, das der Apache sehen kann. Jetzt kommt Zsyncmakes Auftritt:

zsyncmake /www/kuehnast/test/vhost_access_log

Der Aufruf erzeugt dort die Datei »vhost_access_log.zsync«. Auf dem Client stoße ich jetzt den Download an:

zsync http://kuehnast.com/test/vhost_access_log.zsync

Er lädt natürlich die gesamten 217 MByte herunter, weil Zsync noch keine Version der Datei hat. Jetzt gucke ich eine halbe Stunde aus dem Fenster, während Apache ins Logfile pinselt. Wer meine Anleitung nachvollzieht, muss mir die Trainspotting-Sache peinlich genau nachmachen, sonst kommt er nicht so erholt aus der Übung wie ich. Nun wiederhole die Prozedur: Logfile ins Webserver-Verzeichnis kopieren, »zsyncmake« ausführen. Zurück an den Client, noch mal

zsync http://kuehnast.com/test/vhost_access_log.zsync

ausführen – und siehe da: Jetzt kommen nur noch die geänderten 16 KByte angeflogen (siehe Abbildung 1). Einige Dinge von Zsync habe ich unterschlagen, zum Beispiel zur Handhabung komprimierter Dateien. Aber die Manpages zu Zsync und Zsyncmake sind ausführlich und haben Beispiele parat. (jk)

Abbildung 1: Charly demonstriert es hier mit dem Logfile eines Apache: Zsync überträgt von großen Dateien im Wiederholungsfall Zeit und Bandbreiten sparend nur die geänderten Teile.

Abbildung 1: Charly demonstriert es hier mit dem Logfile eines Apache: Zsync überträgt von großen Dateien im Wiederholungsfall Zeit und Bandbreiten sparend nur die geänderten Teile.

Infos

[1] Zsync: [http://zsync.moria.org.uk]

[2] Zsync-Download: [http://zsync.moria.org.uk/download/zsync-0.5.tar.bz2]

Der Autor


Charly Kühnast administriert Unix-Betriebssysteme im Rechenzentrum Niederrhein in Moers. Zu seinen Aufgaben gehören die Sicherheit und Verfügbarkeit der Firewalls und der DMZ (demilitarisierte Zone). In seiner Freizeit lernt er Japanisch, um endlich die Bedienungsanleitung seiner Mikrowelle lesen zu können.

Copyright © 2002 Linux New Media AG

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