
Abbildung 1: Weird Mind auf dem heimischen Server macht es in der Fremde möglich, durch restriktive Internetzugänge zu tunneln.
Was haben Charlys gerade zu Ende gegangener zweiwöchiger Holland-Urlaub und eine SSH-Session miteinander zu tun? Erst mal nichts. Und genau das war sein Problem.
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Inhalt |
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60 | Sicheres Programmieren für Admins Was jeden Monat hinter den vielen Sicherheitsmeldungen steckt, sei anhand von drei X.org-Löchern geklärt. 66 | LPI-Kompendium, Teil 2 Als Vorbereitung auf die LPIC-1-Prüfungen läuft im Linux-Magazin eine Artikelserie. Diesmal: Dateisysteme. 70 | Test: Mailserver Drei lizenzkostenpflichtige Mailserver im Funktions- und Performancevergleich. |
Der Niederrheiner hat per Geburt eine eher ambivalente Einstellung zu seinen holländischen Nachbarn. Ich mag die Polderbewohner. Sogar eine niederländische Freundin hatte ich mal, aus Zwolle. Und da die Versorgung mit ambulanten Internetzugängen gut sei, wie man mir versicherte, verschlug es mich an die Küste der Provinz Noord-Holland.
Niederländer waren leider keine da – alle in deutschen WM-Stadien. Das ersparte mir zumindest Blamagen ob meiner lückenhaften Sprachkenntnisse [1]. Internet gab’s auch, nicht im Ferienhaus, sondern in einem kleinen Café in Fußmarsch-Entfernung. Dessen WLAN-Hotspot versprach gegen Abgabe unanständig hoher Beträge Zugang. Gut, es gibt Ansätze, solche Konstruktionen zu durchtunneln, aber das ist unfair. Ich habe brav bezahlt.
Leider versteht der (wahrscheinlich märchenhaft reiche) Betreiber des Hotspots etwas anderes unter einem Internetzugang als ich. Mit dem Zwangsproxy hätte ich leben können, aber außer HTTP(S), POP und IMAP war so ziemlich alles vernagelt. Ich bearbeite einige wichtige Postfächer aber mit Mutt, der auf dem heimatlichen Server im »screen« läuft. Ohne SSH sieht das düster aus.
Zum Glück läuft auf meinem Webserver seit langem ein Tool, das SSH über HTTP verlegt. Von den Dingern gibt es einen Sack voll. ([2] führt eine staubige, aber brauchbare Liste.) Auf meinem Server jedenfalls läuft Weird Mind [3]. Der dienstbare Geist ist schnell und unkompliziert zu installieren, spricht aber nur SSH 1.

Abbildung 1: Weird Mind auf dem heimischen Server macht es in der Fremde möglich, durch restriktive Internetzugänge zu tunneln.
Der Apache bleibt zu Hause
Nach Entpacken des Tarballs kopiere ich die Dateien »weirdmind.html«, »weirdmind.jar« und »props« in ein vom Apache erreichbares Verzeichnis. In »weirdmind.html« muss ich einige Einstellungen machen, zunächst mit welchem Server sich Weird Mind zuförderst verbindet. Außerdem muss ich angegeben, wo sich die Datei »props« befindet:
<param name="server" value="127.0.0.1"> <param name="properties_url" value="http://127.0.0.1/weirdmind/props">
Diese »props« ist die eigentliche Konfigurationsdatei des in Java geschriebenen SSH-Clients. Die Einstellungen sind gut kommentiert, für das schnelle SSH zwischendurch reichen die Defaults. Wichtig ist allerdings, dass der angesprochene SSH-Daemon in seiner »sshd_config« das Einloggen mit Passwort zulässt:
PasswordAuthentication yes
Zurück nach Holland: Ich navigiere einfach per Browser auf meinem deutschen Server zur besagten Datei »weirdmind.html« und meiner Rückkehr zum entspannten Sandburgenbauen steht nichts im Wege. Stimmt, ich hätte für den Urlaub nicht unbedingt 20 Kilo Technik nach Holland einführen müssen. Aber mal ehrlich: Zwei Wochen Sonne und Strand, wer soll das aushalten?! (jk)
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Infos |
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[1] Merke: Deine Aussprache ist übel, wenn du beim Bäcker auf Niederländisch bestellst und die freundliche Verkäuferin dir in nahezu perfektem Deutsch antwortet. [2] Remote-Tools: [http://anyterm.org/compared.html] [3] Weird Mind: [http://www.tam.cornell.edu/Computer.old/remoteaccess/weirdmind/] |
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