Aus Linux-Magazin 10/2005

Wer seine Fileserver mit der richtigen Software und Hardware ausrüstet, verhindert bei den Benutzern Unruhe

Wenn es knallt, dann spürt man die Folgen weit: Läuft der Fileserver voll, haben alle Benutzer mit offenen Applikationen ein saftiges Problem. Gleiches gilt bei Hardware-Ausfall oder wenn das System abstürzt. Und wohin entlädt sich der gebündelte Unmut der User? Auf den armen Admin.

Inhalt

 

30

Fileserver und andere Storages
Datenmenge, Performance und Kosten eines Ausfalls sind wichtige
Kriterien.

34

Überlagerte Dateisysteme
Funktionsweise und Anwendung von transluzenten Filesystemen im
Vergleich.

42

Union-FS
Union-Mount schmuggelt ein beschreibbares Verzeichnis auf eine
Fedora-DVD.

44

Dateisystem-Sprint
Vier Dateisysteme müssen auf vier Distributionen beweisen, ob
und wie schnell sie laufen.

48

Logical Volume Manager
Sechs Fallstricke beim LVM 2 sollte der Admin kennen und tunlichst
meiden.

50

Platten überwachen
Ein Tool-Set steuert die SMART-Firmware moderner Festplatten und
überwacht so deren Gesundheitszustand.

Sobald sich der Rauch und die verärgerten User ein wenig verzogen haben, ist vielleicht Zeit nachzudenken: In der Tat hätte es die IT-Abteilung oft besser wissen können. Denn der Keim vieler unangenehmer Speichertechnik-Pannen liegt schon im verfehlten Planungsansatz. Lange vor dem Gang zum Hardwarehändler muss sich die IT-Abteilung über ihre prinzipiellen Anforderungen an das Storage klar werden: Wie viel Leistung wird dem Gerät abgefordert? Welche maximale Ausfallzeit gesteht man ihm im Worst Case zu? Davon hängt ab, ob Hard- oder Software-Raid oder ein externer intelligenter Speicher angesagt sind.

Der gleich folgende Artikel hangelt sich an diesen wichtigen Kriterien entlang, setzt sie zueinander ins Verhältnis und nennt kurze Beispiel, wo welche Technologien passen. Seine ernüchternde Erkenntnis ist, dass die Technik letztlich einer kühlen Kosten-Nutzen-Logik folgen muss. Gleichwohl liefert genau dieser Artikel den Schlüssel zum tieferen Verständnis von Storage-Technologien. In der Planungsphase eines Fileservers eingesetzt, bewahrt genau solches Wissen vor wütenden Benutzern.

Wieder was fürs Linux-Herz

Alle anderen Artikel im Schwerpunkt sind dagegen geeignet, die Herzen der traditionell dem Kommerz ab- und der Technik zugeneigten Linuxer wieder zu erwärmen: Der Beitrag über transluzente Dateisysteme ist dafür ein Musterbeispiel. Er beschreibt, wie der Admin über ein bestehendes Filesystem ein zweites legt, das dem originalen ganz wundersame Eigenschaften verleiht. So dürfen Benutzer plötzlich auf ein eigentlich schreibgeschützes Medium Dateien kopieren und sie auch verändern. Der nächste Artikel ab Seite 42 liefert dafür ein schönes, praktisch gut nachvollziehbares Beispiel.

Den sich anschließenden Artikel regiert der Speed in der Einheit MByte/s. Auf vier gängigen Distributionen, darunter einer nagelneuen Open Suse, rennen die Dateisysteme Ext 3, Reiser-FS, XFS und Reiser 4 um die Wette. Aus den Benchmark-Ergebnissen lässt sich interpretieren, welche Filesysteme für kleine und große Dateien auf einem Fileserver Sinn ergeben. Derselbe Artikel vermittelt auch Grundlagen zum zukunftssicheren Partitionieren.

Thematisch fast in dieselbe Kerbe hauen Linux-Magazin-Kolumnist Charly Künast und einer seiner Kollegen mit ihrem LVM-Ratgeber. Sie nehmen sich sechs Fallstricke des beliebten Datenträger-Managers LVM 2 vor und beantworten dabei Fragen wie: Kann der Rechner von einem logischen Volume booten? Oder: Taugt Knoppix als LVM-Retter?

Kalte Platte

Die Smartmontools dürfen den Themenschwerpunkt dieses Linux-Magazins beschließen. Das Tool-Set beurteilt und überwacht den Gesundheitszustand von ATA- und SCSI-Datenträgern. Fileserver-Admins sei diese Software ans Herz gelegt, da sie die Mehrheit aller Festplattenausfälle schon Tage vor dem Ausfall diagnostiziert. Derart gut informiert kann er in Ruhe für Ersatz sorgen und muss sich wegen hektischen Hantierens im Serverraum keine Blöße geben.

Zurück zum Anfang und dem armen Admin. Hat die Technik versagt, ist es für ihn doppelt bitter, wenn er wegen seiner Erfahrung einen Engpass hat kommen sehen, auf ihn (oder sie) aber – wie einst auf Kassandra – niemand gehört hat. Der Rechts-Artikel in diesem Heft ab Seite 66 behandelt, nicht ganz zufällig, genau dieses Thema. Ist der Ehrliche immer der Dumme?

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