Musikprogrammen stehen unter Linux viele Möglichkeiten zur Ein- und Ausgabe zur Verfügung. Der Wildwuchs an Audiobibliotheken ist allerdings verwirrend. Das ist, wie häufig, historisch bedingt.
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Inhalt |
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28 |
Audio-Hard- und Software |
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32 |
Alsa |
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34 |
Jack |
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36 |
Low-Latency-Tuning |
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40 |
Synthesizer mit Pd |
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44 |
LADSPA-Plugins |
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50 |
Notensatz |
Kaum versucht man ein MP3-File abzuspielen, tauchen erste Schwierigkeiten auf: Der Player meldet, das Audiogerät (er meint die Soundkarte) sei busy. Ein Blick in die Programmeinstellungen steigert die Verwunderung: Wieso hat XMMS vier verschiedene Ausgabemodule für Dinge wie OSS, Alsa, ESD und Arts? Der Grund dafür ist, wie häufig bei Linux, in der Geschichte zu suchen. Am Anfang war das Open Sound System (OSS) und alle waren zufrieden. Programme konnten Töne abspielen und aufnehmen und das sogar in CD-Qualität und Stereo!
Dass zu einem Zeitpunkt nur eine Anwendung auf die Soundkarte zugreifen konnte, störte schließlich einige anspruchsvolle Anwender. Die klassische Unix-Lösung dafür: ein Daemon. Er allein hat Zugang zur Hardware und bietet den Anwendungen seine Audiodienste an. Diese Idee, multipliziert mit KDE und Gnome, macht der Sound-Daemons zwei – und dies waren Artsd und ESD. Aber auch diese Schöpfungen waren nicht ohne Sünden, deshalb wieder zurück zum Ursprung. Eine solide Library sollte es sein, die alle Features moderner Soundkarten nutzt und auch höhere Ansprüche befriedigt.
Die fortgeschrittene Linux-Soundarchitektur Alsa (Advanced Linux Sound Architecture) war geboren, ein hochmodulares System, das für verschiedene Funktionen ein und derselben Karte bereits mehrere Kernelmodule benötigt. Anwendungen verkehren nicht länger über schnöde Unix-Gerätedateien mit der Hardware, sondern über das strukturierte Alsa-API. Mit Linux 2.6 wurde Alsa zum Standard-Audiosystem des Kernels. Die meisten Audioprogramme verwenden mittlerweile das neue System. Es unterstützt moderne Soundkarten, Full-Duplex-Modus (gleichzeitiges Abspielen und Aufnehmen), virtuelle Audio- und Midi-Schnittstellen und ermöglicht Mehrkanalausgabe mit Software-Mixing (Dmix). Mehr Details zu Alsa liefert der Artikel auf Seite 32.
Endlich geschafft
Doch auch die Alsa-Bibliothek ließ bei Profis noch Wünsche offen, die Evolution nahm ihren Lauf. Entwickler Paul Davis arbeitete bereits einige Zeit an seinem Harddisk-Recorder Ardour und stieß immer wieder an die Grenzen von Alsa. Eines Tages hatte er genug und schrieb den Soundserver Jack, der Linux endlich auf eine Ebene mit Windows und Mac OS bringt. Er verschaltet nicht nur alle möglichen Audioprogramme zu einem virtuellen Studio, sondern synchronisiert sie mit eigenem Taktgeber. Moderne Anwendungen wie Ardour und das Mastering-Programm Jamin machen zusammen mit Jack ganze Produktionen in Studioqualität mit 24 Bit und 96 kHz möglich. Die Audio-Community zeigte sich begeistert, immer mehr freie Soundprogramme unterstützen das Jack-System. Der Artikel auf Seite 34 beschreibt Architektur, Benutzung und API.
Die folgenden Seiten geben Tipps zu brauchbarer Soundhardware und leistungsfähigen Programmen. Mit LADSPA kann Linux mittlerweile auch eine standardisierte Plugin-Schnittstelle vorweisen. Ähnlich wie bei Windows-VST stehen installierte Plugins allen Programmen zur Verfügung, die die Schnittstelle unterstützen. Der Artikel auf Seite 44 demonstriert die LADSPA-Programmierung an einem simplen Beispiel-Plugin. Wer ohne Aussetzer und andere Störgeräusche mit Linux musizieren möchte, sollte schließlich einen Blick in den Workshop auf Seite 36 werfen. Er gibt Tipps zur Optimierung des Systems, die allen Multimedia-Nutzern zugute kommen.





