Flirrende Hitze, Sand und Staub. Drei Männer belagern eine morsche Bahnstation, haben den alten Bahnwärter eingesperrt und warten auf den Zug – zehn Minuten, eine kleine Ewigkeit vergeht. Den bärtigen Snaky ärgert eine Fliege. Er fängt sie schließlich lebend mit dem Lauf seines Revolvers.
Der Zug fährt stampfend ein, niemand scheint auszusteigen. Als der Zug weiterfährt, steht auf der anderen Seite der Schienen der Mann mit der Mundharmonika. Harmonica fragt nach einem Frank und verlangt ein Pferd. Es gäbe nur drei Pferde, bekommt er zur Antwort. “Ihr habt zwei zu viel”, antwortet Harmonica und erschießt die drei Killer.
Jene seltsam lakonische Eingangsszene von “Spiel mir das Lied vom Tod” stimmt die Zuschauer auf die großartige cineastische Parabel ein über Sehnsüchte, falsche Wahrheiten, Glück, gerechte Rache und die aufkeimende ökonomische Macht in Gestalt des Baus der amerikanischen Eisenbahn zum Pazifik. Angesichts der Schönheit von Bildern, Licht und Inszenierung durch Regisseur Sergio Leone und der fast alttestamentarischen Klarheit in Form und Motivlage der Charaktere sehnt sich der Betrachter heutiger Duelle mit zivilisationskritischer Wehmut zurück. Denn der Gerichtssaal ersetzt den staubig-heißen Platz vor dem Saloon, Anwälte sind die neuen Colts und ein sterbenslangweiliges Gutachten ist das Pendant zur letzten Patrone im Revolver. Auch geht es nicht mehr darum, einen Lynchmord zu rächen, sondern um irgendeinen monetären Interessenausgleich.
In Oakland kam es kurz vor Jahres- zu einem Schusswechsel dieser Art. Der Moderne wegen war nicht etwa eine Eisenbahngesellschaft, sondern der gewöhnlich mit individuellen Transportfragen befasste Konzern Daimler Chrysler der zum Duell Herausgeforderte. Auf der anderen Seite der Platzes stand SCO mit offenem Halfter und einer vermeintlich offenen Lizenzrechnung. Seit März letzten Jahres hatte die frühere Linux-Company vor dem County Circuit Court im Bundesstaat Michigan erreichen wollen, dass ihr früherer Kunde Daimler erklärt, Unix-Code zu verwenden und dabei SCOs Nutzungsbestimmungen zu verletzen. Zentrales Argument SCOs: Linux enthalte Unix-Code, und der sei Eigentum von SCO. Die Stuttgarter ignorierten damals die Sache kurzerhand.
Als sich der Pulverdampf Ende Dezember verzogen hatte, lag SCO
schwer getroffen am Boden. Die zuständige Richterin hatte die
Klage abgewiesen und gab damit in fast allen Punkten den
Daimler-Chrysler-Anwälten Recht. So ereilt, der zynischen
Rachelogik im Western ähnlich, die Bösewichte in
Staubmänteln ihr Schicksal. Wer die Handlung des
wahrscheinlich besten Westerns aller Zeiten kennt, weiß um
deren Komplexität: Der Auftakt de





