Aus Linux-Magazin 10/2012

Aus dem Alltag eines Sysadmin: Biabam und Tre-agrep

© AllzweckJack, Photocase.com

Die meisten Tools, mit denen Charly in seiner Kolumne Ausflüge plant, sind klein, klug, flink und genauso schnell erklärt. Diesmal gilt das in besonderem Maße, weshalb ein Doppelpack auf seiner Seite Platz findet.

Wenn auf einem meiner Systeme etwas aus dem Ruder läuft, lasse ich mich darüber per Mail informieren – dass der Postfix sich auch zerlegt, ist zum Glück noch nie vorgekommen. Dazu benutze ich normalerweise einfach das »mail« -Kommando. Es tut sich allerdings schwer, wenn ich eine Datei anhängen möchte, etwa einen Dump oder eine von Munin generierte Übersichtsgrafik. Es gibt einige unappetitliche Workarounds, die binäre Daten in Ascii konvertieren und die nötigen Header erzeugen, damit ich das Ganze unfallfrei an das Mail-Kommando verfüttern kann. Aber mit dem richtigen Tool geht das viel einfacher.

Biabam [1] heißt das Werkzeug. Der Name scheint einem Didi-Hallervorden-Sketch entsprungen, bleibt aber das einzig Irritierende an dem Tool – ich habe keine Ahnung, was er bedeutet. Wenn ich damit zwei Grafiken an eine Mail anhänge, die an zwei Empfänger gehen soll, sieht das beispielsweise so aus:

echo "Fehlfunktion, siehe Grafiken" | biabam /opt/scripts/image1.png, /opt/scripts/image2.png -s "Fehler auf System Palim-Palim" admin1@example.com, admin2@example.com

Der Echo-Befehl gibt den Text der Mail aus, Biabam erhält ihn über die Pipe. Dem Aufruf von Biabam gebe ich, per Komma getrennt, die Binärdateien mit, die den Mailanhang bilden sollen. Es ist sinnvoll, hier keine relativen Pfade zu verwenden. Mit dem Parameter »-s« lege ich den Text der Betreffzeile fest, zum Schluss folgen, wieder durch Komma getrennt, die Empfängeradressen.

Schön unscharf

Das zweite Tool akzeptiert deutlich mehr Parameter als Biabam. Tre-agrep [2] ist eine Neu-Implementierung von Agrep [3]. Im Gegensatz zum Original, das man nicht kommerziell nutzen darf, steht es unter der liberalen BSD-Lizenz. Tre-agrep gibt mir die Möglichkeit, auf einfache Weise ein wählbares Maß an Unschärfe zu meiner Suche hinzuzufügen. Wenn ich etwa in einer Logdatei nach »example.com« mit einer Unschärfe von maximal zwei Zeichen suchen möchte, tippe ich:

tre-agrep -2 example.com /var/log/mail.log

Das Ergebnis ist in Abbildung 1 zu sehen: Da ich eine Abweichung von bis zu zwei Zeichen zu meinem Suchbegriff zugelassen habe, erhalte ich bei der Suche auch dann einen Treffer, wenn mir ein Buchstabendreher unterlaufen ist – die Mail ging offenbar an »exmaple.com« .

Abbildung 1: Tre-agrep sucht unscharf in der Datei »mail.log« und findet deshalb auch Logeinträge mit Buchstabendrehern.

Abbildung 1: Tre-agrep sucht unscharf in der Datei »mail.log« und findet deshalb auch Logeinträge mit Buchstabendrehern.

Der Autor

Charly Kühnast administriert Unix-Systeme im Rechenzentrum Niederrhein. Zu seinen Aufgaben gehören Sicherheit und Verfügbarkeit der Firewalls und der DMZ.

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