Aus Linux-Magazin 08/2002

Red Hat Linux 7.3 Personal und Professional im Härtetest

Am selben Tag, als die Personal- und Professional-Versionen 7.3 des selbst erklärten Marktführers Red Hat in den deutschen Handel gelangt sind, begann der ausführliche Test fürs Linux-Magazin. Er lieferte reichlich Erkenntnisse und Gelegenheit zur Erfrischung.

Red Hat ist der größte und anerkannteste Anbieter von Open-Source-Technologie – jedenfalls, wenn man den Aussagen auf der Firmen-Webseite[1] Glauben schenkt. Reaktionen auf Red Hats gelegentlich recht aggressive Marketingstrategien reichen von Ablehnung (“Ein neues Microsoft!”) bis zu Bewunderung (“Wer außer Red Hat …”). Jenseits vorgefertigter Meinungen macht sich dieser Test die Frage zur Aufgabe, was den Käufer der Personal- oder Professional-Version von Red Hat Linux 7.3 erwartet.

Zuerst fällt der große Lieferumfang auf

Neben drei Installations- enthält die Red Hat 7.3 Professional sechs weitere CDs mit den Source Codes, Dokumentation, so genannte Productivity-Applikationen sowie Serveranwendungen, zu denen zählen die Backup-Software Arkeia, Macromedias Cold Fusion 5 und Star Office 5.2. Es fällt auf, dass kommerzielle und GNU-Applikationen getrennt sind.

Die DVD in der Pappbox fasst die beschriebenen neun CDs und erspart DVD-Laufwerksbesitzern jeden CD-Wechsel. Als Goodie liegt dem Paket eine scheckkartengroße Sysadmin-Survival-CD mit einem Rettungssystem bei. Drei Handbücher mit insgesamt rund 750 Seiten beschreiben neben den obligatorischen “Ersten Schritten” auch fortgeschrittene Themen und die Konfiguration von Serveranwendungen. Die siebenseitige Broschüre “Quick Installation Guide” versucht auf Englisch den Erstkäufern die Installation nahe zu bringen.

Die Personal-Variante für 65 Euro unterscheidet sich im Software-Umfang kaum von der Professional-Version. Sie enthält neben einem zirka 150-seitigen Installationshandbuch die gleichen Installationsmedien wie die Professional-Version. Nur die Server-CD sowie die kleine Administrator-CD fehlen.

Auch bei der Personal Edition ist eine DVD Teil des Lieferumfangs. Wem die 65 Euro zu viel sind, der kann sich drei ISO-Images von Red Hats FTP-Server[2] herunterladen, die weitgehend mit den ersten drei CDs der Professional- und Personal-Edition identisch sind.

Installation: Schlangenbändigerin

Wer eine moderne Linux-Distribution installiert, erwartet keine schlechten Überraschungen: Der Installer muss in der Lage sein, die vorhandene Hardware zu erkennen und zu konfigurieren. Einzelne Aufgaben sollten – falls überhaupt gewünscht – vom Administrator manuell und schnell zu erledigen sein. Ansonsten darf der Installateur möglichst wenig Interaktion erwarten. Red Hats Installationstool Anaconda erfüllt diese Anforderungen gut.

Einige Besonderheiten und Fehler traten im Laufe des Tests dann aber doch auf, wie im Folgenden geschildert wird. Dieser Umstand schmälert die Qualität der Distribution als Ganzes jedoch nur teilweise, denn Red Hat 7.3 ist im Kern qualitativ hochwertig und die Installation verläuft auf vielen Systemen wohltuend langweilig.

Abbildung 1: Red Hat schickt die User bewusst in die Küche - während der 30- bis 50-minütigen Installation empfielt die Software, sich eine Erfrischung zu holen.

Abbildung 1: Red Hat schickt die User bewusst in die Küche – während der 30- bis 50-minütigen Installation empfielt die Software, sich eine Erfrischung zu holen.

Paketsuche mit strenger Vorgabe

Wer es gewohnt ist, während der Grundinstallation Zugriff auf alle Pakete einer Linux-Distribution zu haben, muss bei Red Hat 7.3 umdenken (siehe Abbildung 2). So ist es offenbar nicht möglich, Star Office für die Installation vorzumerken.

Beim Versuch, einzelne Programme in der Paketsauswahl aufzufinden, macht sich das Fehlen der Suchfunktion bemerkbar. Nur eine alphabetische Liste der Pakete sowie eine Baumansicht stehen bereit. Star Office kann natürlich später im laufenden System nachinstalliert und benutzt werden – eine Tatsache, die der Index des Personal-Handbuchs leider verschweigt.

Wie mittlerweile üblich installiert Red Hat auf einem SMP-System – ein Testsystem war eines – automatisch einen passenden Kernel, der auch auf Anhieb loslegte. Die auf einem Standard-PC gwöhnlich problemlose X-Konfiguration offenbarte dagegen auf einem IBM Thinkpad Schwächen. Das Testbild war nach oben verschoben, der obere, abgeschnittene Teil des Bildes tauchte am unteren Bildrand wieder auf. Ignorierte man dies, so zeigte das System im laufenden Betrieb keine weiteren Anomalien und XFree lief stabil. Anmerkung: Bislang waren unter allen aktuellen auf diesem Laptop getesteten Distributionen nur Mandrake und das Desktop-Linux Lycoris in der Lage, die X-Konfiguration ohne Probleme durchzuführen.

Abbildung 2: Die Anzeige der »Install Options« während der Installation. Es existieren vorkonfigurierte Paketauswahlen für verschiedene Einsatzbereiche.

Abbildung 2: Die Anzeige der »Install Options« während der Installation. Es existieren vorkonfigurierte Paketauswahlen für verschiedene Einsatzbereiche.

Filesysteme: Begrenzte Möglichkeiten

Nicht zu erkennen vermochte Red Hat 7.3 einen Promise Fasttrak 100 IDE-RAID im Striping Mode auf einem Dual Pentium III. Das haben die Amerikaner gemein mit dem französischen Mandrake 8.2. Erstaunlich, da Linux das Gerät unterstützt und es unter SuSE 8.0 (wenn auch mit kleinen Installationsproblemen) stabil zu betreiben ist. Ein Ultra-160-SCSI-Adapter der Firma Tekram im selben Gerät wurde aber korrekt erkannt und konfiguriert.

Der Partitionierer Disk Druid beherrscht neben einfachen Partitionen auch das Anlegen von Software-RAIDs – wenngleich nur mit wenigen Filesystemen. An Journaling-Filesystemen ist nur Ext 3 vorhanden, ReiserFS, SGIs XFS und IBMs JFS fehlen. Red Hat begründet das damit, dass lediglich QA-getestete Software eingesetzt wird. Einerseits einsichtig, denn manchmal ist eine große Auswahl eine schlechte Wahl. Andererseits richtet sich die Professional Edition an professionelle Anwender, eine Kundschaft, die diese Wahl aus gutem Grunde selbst zu treffen gedenkt.

Im Kern verläuft die Netzwerkkonfiguration eines Client-Rechners problemlos, wie bei einer führenden Linux-Distribution nicht anders zu erwarten. Man wählt zwischen DHCP oder manueller Konfiguration und trägt gegebenenfalls die Netzwerkoptionen der automatisch erkannten Netzwerkkarte(n) ein. Nach der Installation ist das Netzwerk sofort benutzbar.

Allerdings hätte Red Hat noch einige Plausibilitätstests einfügen können. Gedankenlose Installateure, die als DNS-Server zum Beispiel die fehlerhafte Adresse 10.0.0.1.1 angeben, haben nun eine ungültige »/etc/resolv.conf«:

search mydomain.de
nameserver 10.0.0.1.1

Ähnlich straffrei bleibt ein falscher Gateway, zum Beispiel 10.0.0.1u – Buchstaben rutschen beim schnellen Tippen leicht einmal in eine IP-Adresse. Für die spätere Fehlersuche sind Küchenaufenthalte förderlich, das jedenfalls scheint Red Hat zu denken: Während der 30- bis 50-minütigen Installation empfielt die Software, sich eine Erfrischung zu holen (siehe Abbildung 1).

Abbildung 3: Beide Red Hats werden mit Star Office 5.2 ausgeliefert. Nach dem Einlegen der CD startet unter KDE der Konqueror. Die Installation erfolgt per Mausklicks.

Abbildung 3: Beide Red Hats werden mit Star Office 5.2 ausgeliefert. Nach dem Einlegen der CD startet unter KDE der Konqueror. Die Installation erfolgt per Mausklicks.

Eignung als Desktop-Betriebssystem

Die Desktop-Tauglichkeit einer fertig installierten und konfigurierten Linux-Distribution hängt im Wesentlichen von der verwendeten Grundkomponente ab. Red Hat setzt hier zumeist auf Gnome 1.4, macht aber auch den Wechsel zum mitgeliefert aktuellen und übersichtlich konfigurierten KDE-3-Desktop leicht.

Unterschiede im Desktop-Bereich zwischen verschiedenen Linux-Distributionen zeigen sich bei den grafischen Konfigurations-Utilities und ihrer Dokumentation. Red Hat wirkt hier nicht gerade wie ein Überflieger: Die Tester fanden weder im Handbuch noch im System ein grafisches Tool zur Konfiguration von Scannern und TV-Karten – typische Admin-Aufgabe von Desktop-Rechnern.

Sollte ein Nachkonfigurieren der meist automatisch erkannten Soundkarte notwendig sein, schlägt die Stunde von »sndconfig« von der Kommandozeile aus, wie das “Erste Schritte”-Handbuch der 7.3 Professional vorgibt. Das Handbuch der 7.3 Personal erwähnt das Thema Sound aber nicht.

Auf dem von den Red-Hat-Entwicklern konfigurierten KDE-Desktop fällt noch das Fehlen eines CD-Icons auf. Das nachzuholen ist nicht schwer, mag aber für neue Benutzer durchaus eine unnötige Hürde darstellen. Ohne Icon greift sich zwar ein Automounter jede eingelegte CD automatisch, danach muss sie der Benutzer aber manuell aus der Shell heraus unmounten.

Control Panel für die Administration im Alltag

In vielen Bereichen der Systemadministration stützt sich Red Hat auf vorhandene Installations-Utilities. Wird zum Beispiel die Installations-DVD ins Laufwerk gelegt, startet unter KDE automatisch der RPM-Paketmanager KPackage. Andere typische Konfigurationsaufgaben fasst das Control Panel zusammen: Benutzerverwaltung, Netzwerkkonfiguration, ein Hardware-Browser und die Druckerkonfiguration. Die Einrichtung eines Druckers an einem Druckserver klappte damit auf Anhieb (siehe Abbildung 4). Recht komfortabel ist auch Apacheconf, ein grafisches Tool zur Konfiguration des gleichnamigen Webservers.

Abbildung 4: Die Konfiguration eines Netzwerkdruckers klappt auf Anhieb.

Abbildung 4: Die Konfiguration eines Netzwerkdruckers klappt auf Anhieb.

Red Hat 7.3 im Server-Einsatz

Unix-Philosophie ist es, viele kleine, möglichst einfache Werkzeuge einzusetzen. Kombiniert mit Pipes lösen sie fast beliebig komplexe Aufgaben. Aber der Versuch, jede Konfigurationsoption eines Servers durch ein grafisches Interface abzubilden, scheitert regelmäßig an dieser Philosophie. Systemadministratoren größerer Installationen tendieren ohnehin dazu, ihre Systeme manuell per Editor zu konfigurieren – gegebenenfalls unter Zuhilfenahme eines Autoinstallers wie Kickstart.

Sieht man von den recht gebräuchlichen grafischen Utilities des Control Panels (siehe Abbildung 5) und dem erwähnten Apacheconf ab, passt sich Red Hat dieser Sichtweise an. Beispielsweise beschreibt das Referenz-Handbuch der Professional-Version unter den Konfigurationsverfahren für NFS-Clients ausführlich die nötigten Einträge in die Datei »/etc/ fstab« beziehungsweise die Konfigurationsschritte für Autofs. Ähnliches gilt für die Konfiguration eines NFS-Servers. Der Kommandozeilen-basierten Konfiguration des Überwachungstools Tripwire ist im Referenz-Handbuch gar ein ganzes Kapitel gewidmet.

Mehr aus historischer als aus technische Neugier machten sich die Tester auf die Suche nach Linuxconf, einst das Standardtool von Red Hat. In Version 7.1 wurde es schon nicht mehr per Standard installiert, bei der 7.3 nun blieb die Suche gänzlich erfolglos.

Abbildung 5: Über das Control Panel lassen sich einige Konfigurationswerkzeuge für häufige Administrationsaufgaben starten.

Abbildung 5: Über das Control Panel lassen sich einige Konfigurationswerkzeuge für häufige Administrationsaufgaben starten.

Beliebt bei Entwicklern und Herstellern

An Entwicklungswerkzeugen leidet Linux wahrlich keinen Mangel – Red Hat 7.3 erbt diese Eigenschaft. Die GNU-C-Compiler Gcc und G++ sind in der Version 2.96, die Version 3.1 steht über das Red Hat Network bereit. Andere Programmiersprachen und die üblichen Interpreter (zum Beispiel Python und Perl) sind natürlich auch dabei.

Für KDE steht KDevelop 2.1 als Entwicklungsplattform bereit (siehe Abbildung 6). Ein großes, mit KDevelop auf SuSE-Linux 8.0 entwickeltes Projekt ließ sich im Test mit nur wenigen Anpassungen auf Red Hat 7.3 portieren und übersetzen. Den GUI-Builder Qt-Designer liefert Red Hat ebenso mit wie sein Gnome-Äquivalent Glade.

Die gute Ausstattung mit Entwicklungswerkzeugen einerseits und die Marktbedeutung von Red Hat in den USA, dem Land, in dem viele IT-Firmen ihre Hauptsitze haben, lässt Red Hat oft zur Linux-Referenzplattform werden. Wer im Internet nach Software für Linux sucht, wird das schnell bestätigt finden. Für Hardware gilt im Übrigen das Gleiche. Der aus dieser Stellung folgende umfassende Hersteller- beziehungsweise Entwicklersupport ist einer der großen Vorteile von Red Hat Linux.

Abbildung 6: KDevelop ist eine komfortable Entwicklungsumgebung, die das Erstellen von grafischen und textbasierten Applikationen ermöglicht.

Abbildung 6: KDevelop ist eine komfortable Entwicklungsumgebung, die das Erstellen von grafischen und textbasierten Applikationen ermöglicht.

Dokumentation

Der Professional-Version liegen drei Handbücher bei. “Erste Schritte” richtet sich an Einsteiger, die beiden anderen an Fortgeschrittene: Das Referenzhandbuch umfasst Themen wie Sicherheit (SSH, Kerberos, Tripwire), Netzwerkdienste (Firewall, Apache, LDAP) und die Struktur des Dateisystems samt einer Einführung in den Filesystem Hierarchy Standard (FHS). Das Handbuch “Benutzerdefinierte Konfiguration” behandelt unter anderem die Konfiguration des automatischen Installationstools Kickstart, geht ausführlich auf die Netzwerkkonfiguration ein und beleuchtet Themen wie Systemverwaltung (etwa Benutzerverwaltung, Druckerkonfiguration und DHCP) oder das Kernel-Update.

Die Personal-Version kommt nur mit einem kurzen Installationshandbuch zum Kunden. Es beschreibt die bei einer typischen Installation auftretenden Fragen, wie die Partitionierung oder die Auswahl und Konfiguration des Bootloaders. Das Handbuch ist gut strukturiert und informativ. Ab und zu stößt man auf eine englische Überschrift und Flüchtigkeitsfehler in der Rechtschreibung, sie lassen eine eilige Übersetzung vermuten.

Support

Red Hat bietet als Teil des Professional- Pakets jeweils 60 Tage Web-basierten und telefonischen Installationssupport an. Hinzu kommen 90 Tage Zugriff auf das Red Hat Network. Von diesem Web kann man die mitgelieferte Version des C-Compilers Gcc auf die Version 3.1 updaten. Der Kauf der Personal-Version berechtigt zu 30 Tagen Nutzung des Web- basierten Installationssupports sowie 30 Tagen Zugriff auf das Red Hat Network. Eine Support-Anfrage zur Klärung der geschilderten Probleme bei der Installation auf dem Thinkpad wurde innerhalb eines Tages beantwortet.

Die in der Dokumentation angegebenen Links zum Web-basierten Support führen auf eine englischsprachige Webseite[4]. Die Weiterleitung auf Deutsch gestellter Anfragen an einen deutschsprachigen Supporter scheint aber zügig zu funktionieren. Die Antwort auf die Notebook-Frage war informativ. Eine in derselben Anfrage erbetene Information zum Promise IDE RAID wurde zunächst mit dem Hinweis beantwortet, dass das Support-Agreement der Professional-Version nur einen einzelnen Rechner abdeckt, hier also den Laptop. Auch sei die Installation auf RAID-Systemen nicht Teil des erworbenen Supports.

Kommerzielle Anbieter von Linux-Distributionen konzentrieren sich auf einen überschaubaren Bereich der Installation, um diesen inklusiven Service finanzierbar zu halten. Diese für den Benutzer bittere Pille versüßte in diesem Fall der Mitarbeiter des Red-Hat-Supports durch einen Tipp zur Verwendung der RAID-Platten. Red Hats deutsche Support-Abteilung machte im Test eine gute Figur.

Fazit

Qualitativ hält Red Hat Linux mit den beiden Hauptkonkurrenten SuSE und Mandrake gut mit. Die aufgetretenen Fehler bei Installation und Benutzung des Systems sind bei den Mitbewerbern mindestens in vergleichbarer Menge und Schwere zu finden.

Preislich peilt die Professional-Version offenbar die kommerzielle Kundschaft an. Ihr Mehrwert gegenüber der Personal-Version liegt in einer CD mit Serversoftware, dem längeren Support sowie der ausführlicheren Dokumentation. Beim Direktvergleich mit der Konkurrenz kommt dann die Frage auf, ob der Lieferumfang den mit 250 Euro mehr als dreimal so hohen Preis rechtfertigt. Die mit 65 Euro deutlich günstigere Red Hat 7.3 Personal bietet zwar eine ordentliche Zahl an Applikationen, die Dokumentation und der Support-Umfang hinken aber hinter SuSE 8.0 Professional und Mandrake 8.2 Powerpack her.

Erfreulicherweise hält Red Hat die ISO-Images der ersten drei CDs zum kostenlosen Download im Netz. Wer nach diesem Test mit dem Gedanken spielt, Red Hat Linux 7.3 zu kaufen, sollte zunächst die Download-Version ausprobieren und auf Verwendbarkeit für die eigenen Aufgaben prüfen. (fjl/jk)

Red Hat Linux 7.3

Professional

Preis: ca. 250 Euro (20 Euro Rabatt für Besitzer neuerer SuSE- und Mandrake-Distributionen)

Lieferumfang: 9 CDs, 1 Rescue-CD, 1 DVD, 3 Handbücher

Support: 60 Tage Web-basiert, 60 Tage Telefon, 90 Tage Zugriff auf Red Hat Network Basic Service

Kommerzielle Software: Star Office 5.2, Arkeia Backup, Macromedia Cold Fusion 5 u.a.

Personal

Preis: ca. 65 Euro (10 Euro Rabatt für Besitzer neuerer SuSE- und Mandrake-Distributionen)

Lieferumfang: 8 CDs, 1 DVD, 1 Handbuch

Support: 30 Tage Web-basiert, 30 Tage Zugriff auf Red Hat Network Basic Service

Kommerzielle Software: Star Office 5.2

Softwareversionen

Kernel: 2.4.18

Glibc: 2.2.5

Gcc: 2.9.6-RH (3.1 über Red Hat Network)

KDE: 3.0

Gnome: 1.4

XFree86: 4.2

Futterneid?

Red Hat Linux ist neuerdings sowohl in einer Professional- als auch einer Personal-Variante erhältlich. Die Namensgebung kupferte Red Hat offenbar bei SuSE ab. Als Grund darf Futterneid beim Verteilungskampf auf dem europäischen Markt – insbesondere dem deutschen – vermutet werden. Den Eindruck verstärken auch die Rabattangebote der Amerikaner von bis zu 20 Euro, falls sich SuSE- oder Mandrake-Linuxer zum “Upgrade” auf Red Hat entschließen.

Laut Dokumentation bezieht sich dieses Angebot zwar ausschließlich auf diese beiden Hersteller, eine Anfrage bei Red Hat ergab jedoch, dass auch die Distributionen anderer kommerzieller Mitbewerber wie Caldera Upgrade-berechtigt seien.

Zielgruppe

Red Hat Deutschland teilte auf Anfrage des Linux-Magazins mit, sich mit Professional- und Personal-Version im gleichen Marktsegment zu bewegen wie SuSE. SuSEs Professional-Version richtet sich laut[3] an “ambitionierte Heimanwender und IT-Profis”, Red Hat 7.3 Professional zielt nach[1] aber auf kleine Netzwerke und kleine Unternehmen. Letztere schließen die Nürberger per “IT-Profis”-Definition aber wieder ein. Der Eindruck von Konfusion über die angepeilten Zielgruppen und Marktsegmente der eigenen und der Produkte des Mitbewerbers greift da ordentlich Raum – und verstärkt sich durch den mit 250 Euro gegenüber SuSE 8.0 Professional mehr als dreimal so hohen Preis.

Aufgrund der Besonderheiten des Linux-Umfelds mag es allerdings schwierig sein, genaue Aussagen über den eigenen Kundenkreis zu treffen. Das gilt umso mehr, als sich Red Hat aus dem Dunstkreis der “frühen Übernehmer” (early adopters) löst und hin zur “frühen Mehrheit” (early majority) entwickelt.

Infos

[1] [http://www.redhat.com]

[2] [ftp://ftp.redhat.com]

[3] [http://www.suse.de]

[4] [http://www.redhat.com/support]

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