Aus Linux-Magazin 09/2012

Auf den Punkt gebracht

Haben Sie Anregungen, Statements oder Kommentare? Dann schreiben Sie an [redaktion@linux-magazin.de]. Die Redaktion behält es sich vor, die Zuschriften und Leserbriefe zu kürzen. Sie veröffentlicht alle Beiträge mit Namen, sofern der Autor nicht ausdrücklich Anonymität wünscht.

Perl vermisst

06/12, S. 23: Zum Titelthema Scripting: Den Satz “Wer im Feld der Sprachen […] Perl vermisst, sei auf die regelmäßigen Linux-Magazin-Kolumnen zu diesen verwiesen” akzeptiere ich nicht. Ihr redaktionelles Bemühen um Ausgewogenheit in Ehren, doch im journalistischen Kontext wäre es mir als Leser wichtiger, dass die tatsächlichen Verhältnisse beschrieben werden, unverfälscht und ohne falsche Suggestionen.

Es fällt mir durchaus schwer, an dieser Stelle nicht auf die sprachlich funktionellen und technischen Vor- und Nachteile von Perl und PHP (und speziell dessen CLI-Modus) einzugehen. Dazu haben sich ja schon unzählige auch erfahrene Programmierer im Internet geäußert.

Hier die zwei wichtigsten pragmatischen Gründe, warum Perl trotz der Kolumnen in dem Artikel hätte berücksichtigt werden müssen: Perl gibt es seit 1987, während PHP (1992) erst 2002 mit einem CLI-Modus versehen oder vielmehr offenbar als Notbehelf drangeflanscht wurde. Das sind 15 Jahre Unterschied!

Und Perl wurde und wird weit häufiger für Aufgaben der Systemadministration angewandt, zumal es sich um ein Kernanwendungsgebiet von Perl handelt, ähnlich wie das Web bei PHP. Welche Sprache hinsichtlich Zuverlässigkeit in der Systemverwaltung daher besser abschneiden dürfte, kann sich jeder ausmalen. Und sich vergewissern, dass Perl, im Gegensatz zu PHP(-CLI), bei einem frisch installierten Linux schon dabei ist.

Florian Heß, per E-Mail

Daten schreddern

08/12, S. 62: Ich habe gerade den Bericht über das sichere Löschen von Festplatten durchgelesen und frage mich, warum er das Programm Shred nur kurz behandelt. Shred kann einzelne Dateien sicher vernichten, aber auch komplette Festplatten mehrfach überschreiben, wenn der Anwender nur das Device angibt. Zum Beispiel eine einzelne Datei:

shred -v -f -n10 -z /home/thomas/datei.txt

Oder die komplette Festplatte:

shred -v -f -n10 -z /dev/sda

Beide Aufrufe überschreiben zehnmal die Datei beziehungsweise das Device mit Zufallsdaten und zum Schluss alles nochmal mit Nullen.

Sollte meine Methode eine Lücke aufweisen, so habe ich diese noch nicht entdecken können. Mit NTFS und Ext 3 formatierte Platten habe ich so schon gelöscht, mit Spinrite die Oberfläche “aufgefrischt” und mit verschiedenen Programmen von Ddrescue bis OO Rescue alles versucht, und nichts konnte ich wiederherstellen.

Thomas Behrend, per E-Mail

Lösch-Legende

08/12, S. 62: Der Artikel “Weg damit!” kolportiert wieder mal den Mythos von Gutmann, dass man für sicheres Löschen einer Festplatte die Daten mehrfach (“7- bis 35-mal”) überschreiben müsste. Hintergrund ist die Legende, dass man durch aufwändiges Messen eines “Restmagnetismus” den ursprünglichen Zustand der Daten rekonstruieren könnte.

Bei der extrem hohen Informationsdichte heutiger Festplatten ist es sowieso eine Meisterleistung der Techniker, die einzelnen Bits zuverlässig zu speichern. Und jetzt sollen diese ferromagnetischen Elemente nicht nur ein Bit speichern, sondern sogar 3 (bei 7-fachen Überschreibungen) oder 6 (bei 35-fachen Überschreibungen)? Und die Elemente führen auch eine Historie in Form eines “Restmagnetismus”, um frühere Zustände für das FBI sichtbar zu machen?

Der Wikipedia-Artikel zur Gutmann-Methode enthält übrigens den Satz: “In der Praxis konnten jedoch schon nach einmaligem Überschreiben keine Daten ausgelesen werden.” Zu einem ähnlichen Fazit kamen auch diverse Datenrettungsdienste, die von der Zeitschrift “c’t” befragt wurden.

Bernhard Bablok, per E-Mail

Erratum

08/12, S. 14: Der Betreiber des Super MUC, des schnellsten Rechners Europas, ist das Leibniz-Rechenzentrum der bayerischen Akademie der Wissenschaften, nicht die TU München.

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