Aus Linux-Magazin 08/2002

LUG-Camp Flensburg 2002

Nach stundenlangen Sessions am Rechner übermannte einige Teilnehmer so schnell der Schlaf, dass der Weg zu Zelt und Schlafsack einfach zu weit war.

Das LUG-Camp in Flensburg hat gezeigt, dass Linux-Freunde nach wie vor zum Lachen nicht in den Keller gehen. Spaß und sachliche Diskussion gingen im hohen Norden Hand in Hand.

Mitte Mai fand in Flensburg das LUG- Camp 2002 statt. Zu der Veranstaltung reisten insgesamt 118 Teilnehmer aus 19 verschiedenen LUGs sowie eine Menge Linux-Fans ohne LUG-Mitgliedschaft aus Deutschland, der Schweiz und aus Dänemark an [1].

Zwei Linuxer eröffneten das Camp für sich schon 24 Stunden früher als geplant und überraschten damit die Ausrichter. Richtig los ging es aber erst am Freitag mit der Anreise der meisten Teilnehmer. Abholen vom Bahnhof, Aufbau des Netzwerks, Anschluss ans Internet und anfangs völlig chaotische Verhältnisse bei der Stromverkabelung prägten den Tag. Hinzu kam natürlich das große Hallo, da viele Teilnehmer sich bereits von den früheren Camps und von anderen Veranstaltungen kannten.

Flagge zeigten die Teilnehmer, die aus vielen Linux-Usergroups in Deutschland und dem Ausland zum LUG-Camp 2002 nach Flensburg gereist waren.

Flagge zeigten die Teilnehmer, die aus vielen Linux-Usergroups in Deutschland und dem Ausland zum LUG-Camp 2002 nach Flensburg gereist waren.

Flagge zeigten die Teilnehmer, die aus vielen Linux-Usergroups in Deutschland und dem Ausland zum LUG-Camp 2002 nach Flensburg gereist waren.

Flagge zeigten die Teilnehmer, die aus vielen Linux-Usergroups in Deutschland und dem Ausland zum LUG-Camp 2002 nach Flensburg gereist waren.

Flagge zeigten die Teilnehmer, die aus vielen Linux-Usergroups in Deutschland und dem Ausland zum LUG-Camp 2002 nach Flensburg gereist waren.

Flagge zeigten die Teilnehmer, die aus vielen Linux-Usergroups in Deutschland und dem Ausland zum LUG-Camp 2002 nach Flensburg gereist waren.

Workshops und Vorträge

Während der folgenden vier Tage fanden Vorträge und Workshops statt. Ob es dabei um die unzähligen Möglichkeiten des »vi« ging oder um die Realisierung von WLAN-Access-Points per Software: Die Vortragenden fanden immer ein interessiertes Publikum. Selbst spontane Ausführungen zu Multimedia unter Linux fanden noch nachts um drei reichlich Zuschauer. Da fiel es nicht weiter ins Gewicht, dass einige Referenten im letzten Moment abgesagt hatten.

Sven Guckes aus Berlin und Christian Hahn aus Kiel demonstrierten gemeinsam, welche Möglichkeiten das Konsolen-Tool Screen bietet. Aufbauend auf dem Bericht von Heike Jurzik aus dem Linux-Magazin 1/01 und ihren eigenen Erfahrungen zauberten die beiden auf der Konsole derart rum, dass einige Zuschauer die Schritte auf dem eigenen Rechner kaum noch nachvollziehen konnten. Die Mühe hat sich aber gelohnt: Aufrufen der verschiedenen Screens, Statusanzeigen und auch der Datenaustausch zwischen den einzelnen Sessions waren für die Teilnehmer anschließend kein Geheimnis mehr.

Als Sven dann loslegte und zeigte, was für Möglichkeiten der Editor »vi« bietet, wenn man damit umzugehen weiß und ihn richtig konfiguriert hat, da merkten einige Teilnehmer erst, dass es nicht immer gleich eine grafische Oberfläche sein muss, um dem Nutzer Komfort bei der Arbeit am PC zu bieten.

MPEG und WLAN

Dank der ständig sinkenden Preise für die notwendige Hardware war eine ganze Reihe der Camp-Teilnehmer mit WLAN-Netzwerkkarten an das LAN angeschlossen. Einen sicherlich nicht nur für diese Teilnehmer sehr interessanten Vortrag hielten Hans Freitag und Jens Kühnel (LUG Kassel, LUG Frankfurt). Sie zeigten, wie es möglich ist, mit einer WLAN-Karte und entsprechender Software einen Access Point für Netzwerke auf Funkbasis zu realisieren.

Nachts um drei Uhr war die richtige Zeit für Stefan Nickl, um etwas über die Umwandlung von MPEG2-AV-Streams von DVD oder DVB nach MPEG4 mit Hilfe der Tools Mplayer und Mencoder und dem dafür verfügbaren Ffmpeg-MPEG4-/DivX5-Codec zu erzählen. Damit demonstrierte er, dass mittlerweile Multimedia für Linux-Anwender längst kein Fremdwort mehr ist.

Ein Tag der offenen Tür …

Am Samstagnachmittag führten die Veranstalter einen Tag der offenen Tür durch, bei dem fremden Besuchern die Chance geboten wurde, sich bei denen, die mit Linux gewissermaßen leben, über die Möglichkeiten und Fähigkeiten von Linux zu informieren. Das Wetter war jedoch an diesem Wochenende in Flensburg einfach zu schön. Und so verirrten sich lediglich 30 Besucher zum Camp. Sie zeigten sich aber sehr interessiert und wurden von den LUG-Camp-Teilnehmern engagiert und kompetent informiert.

Dabei fiel auf, dass es vorrangig ältere Besucher zwischen 50 und 70 Jahre waren. Das war für alle ziemlich überraschend, erwartet man doch eigentlich, dass sich Jüngere eher mit Linux befassen. Darauf angesprochen sagte einer der Besucher: “Ich habe jetzt als Rentner so viel Zeit, die möchte ich gerne sinnvoll nutzen und das, was ich hier und heute sehen konnte, wirkte ziemlich überzeugend auf mich.”

… sollte Schule machen

Die ausrichtende LUG sollte bei den künftigen Camps solch einen Tag der offenen Tür nach Möglichkeit immer mit anbieten, denn nach der Erfahrung in diesem Jahr bietet sich keine bessere Gelegenheit zur Werbung für Linux und die Linux-Fans selbst. Auf die LUG Flensburg e.V. [2] wird in der nächsten Zeit sicherlich eine Menge Arbeit zukommen, denn einige Besucher sagten zu, sich bei den nächsten Treffen sehen und weiter informieren zu lassen.

Auf großes Interesse stieß bei vielen Besuchern übrigens auch Nick Sutterers Projekt Drink&Track. Nicks Programm verzeichnet alle eingenommenen Drinks in einer Datenbank und meldet sich automatisch per Mail, wenn eine bestimmte Promillegrenze über- oder unterschritten wird [3]. Nicks Motto “Never drink an unregistered beer” wird sicherlich noch bei einigen Veranstaltungen ähnlicher Art für Furore sorgen.

Nach stundenlangen Sessions am Rechner übermannte einige Teilnehmer so schnell der Schlaf, dass der Weg zu Zelt und Schlafsack einfach zu weit war.

Nach stundenlangen Sessions am Rechner übermannte einige Teilnehmer so schnell der Schlaf, dass der Weg zu Zelt und Schlafsack einfach zu weit war.

Nach stundenlangen Sessions am Rechner übermannte einige Teilnehmer so schnell der Schlaf, dass der Weg zu Zelt und Schlafsack einfach zu weit war.

Nach stundenlangen Sessions am Rechner übermannte einige Teilnehmer so schnell der Schlaf, dass der Weg zu Zelt und Schlafsack einfach zu weit war.

Nach stundenlangen Sessions am Rechner übermannte einige Teilnehmer so schnell der Schlaf, dass der Weg zu Zelt und Schlafsack einfach zu weit war.

Nach stundenlangen Sessions am Rechner übermannte einige Teilnehmer so schnell der Schlaf, dass der Weg zu Zelt und Schlafsack einfach zu weit war.

LUG Deutschland?

Ganz nebenbei stellte Christian Haas von der LUG Allgäu am Sonntag auch seine Idee einer LUG Deutschland vor. Die LUG Deutschland soll nach seinen Vorstellungen die einzelnen LUGs bei Planung und Organisation oder bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.

Da die Diskussion während des Camps nicht abgeschlossen werden konnte und sich auch nicht Mitglieder aller deutschen LUGs zum Camp eingefunden hatten, wurde von der LUG Allgäu die Möglichkeit eingerichtet, sich zu diesem Thema über eine Mailingliste auszutauschen. Wer am Thema interessiert ist und sich an der Diskussion zur LUG Deutschland beteiligen möchte, der kann sich unter dem Link [4] in die Liste eintragen. Auch auf der Webseite der Linux-Community wurde diese Diskussion mittlerweile gestartet, um möglichst vielen die Chance zu bieten, sich daran zu beteiligen.

Darüber hinaus wurde übrigens eine weitere Mailingliste eingerichtet, die künftig über aktuelle Termine und Veranstaltungen zum Thema Linux informieren soll: Unter [5] kann sich eintragen, wer aktuell informiert werden oder selbst informieren will.

Beim LUG-Camp in Flensburg wurden selbstverständlich auch wieder einige Preise verliehen. So erhielt die LUG Wuppertal den Preis für die mit elf Teilnehmern am stärksten vertretene LUG während Sven Guckes den Preis für den aktivsten Vortragenden, eine von VMware für diesen Zweck gesponserte Lizenz für die Linux-Version von VMware Workstation.

Linux spontan

Außerdem wurde ein Sonderpreis für den “spontansten Entschluss, auf Linux umzusteigen” an die Mitarbeiterin eines der Sponsoren verliehen, die sich das LUG-Camp nur mal schnell ansehen wollte und bisher eigentlich eine überzeugte Windows-Nutzerin war. Nachdem die Bluefrogs aus Bergisch-Gladbach und die LUG Schwabach ihr das freie Betriebssystem vorgeführt hatten, holte sie ihren Rechner von zu Hause, rüstete mit Hilfe der Camp-Teilnehmer auf Linux um und machte den Rest des LUG-Camps mit.

Nun freuen sich alle auf das LUG-Camp 2003, das voraussichtlich von der LUG Switzerland, der LUG mit dem (diesmal) längsten Anfahrtsweg, in der Schweiz ausgerichtet wird [6]. Also: Bis zum nächsten Jahr in der Schweiz! (agr)

 

Infos

[1] LUG-Camp 2002: [www.lug-camp-2002.de]

[2] LUG Flensburg e.V.: [www.lugfl.de]

[3] Drink&Track: [http://drinkandtrack.sourceforge.net/pseudo.php?c=lugcamp2002.php]

[4] Mailing-Liste zur LUG Deutschland: [https://www.luga.de/mailman/listinfo/lug-de]

[5] Mailingliste für Linux-Events: [http://groups.yahoo.com/group/linux-events]

[6] LUG Switzerland: [http://www.linux.ch/lugs]

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