
Abbildung 1: Das Hauptfenster von QPS präsentiert eine ausführliche Prozessliste. Ähnlich wie <custom name="code">top</custom> informiert das Tool ganz oben über CPU, RAM, Swap und Uptime.
Das grafische Tool QPS befreit Admins von kafkaesken Unklarheiten über Ursache, Verlauf und Nebenwirkungen laufender Prozesse. Je nach Fenster dominieren Übersichtlichkeit oder Detailinformationen.
Grafische Tools benutze ich selten, das ebenso praktische wie schnelle QPS bestätigt als Ausnahme die Regel. Der in Qt programmierte Prozessmonitor vereint die Eigenschaften von »top« , »ps« und »lsof« in sich. Das Hauptfenster (siehe Abbildung 1) zeigt zentrale Systemparameter wie CPU-Auslastung, Hauptspeicher, Swap und Uptime. Darunter folgt die tabellarische Prozessliste, die QPS linear oder als Baum darstellt.

Abbildung 1: Das Hauptfenster von QPS präsentiert eine ausführliche Prozessliste. Ähnlich wie »top« informiert das Tool ganz oben über CPU, RAM, Swap und Uptime.
In der Baumansicht kann ich Kindprozesse aus- oder einblenden. Ein Klick auf einen der Spaltenköpfe ändert die Sortierung. Ich sortiere Prozesse gern nach der UID, um die heikelsten, die mit Root-Berechtigung, fest im Blick zu behalten. Die Flexibilität der Prozessliste ist überhaupt ein großer Vorzug von QPS. Beim Start sind dort zunächst nur die sieben oder acht wichtigsten Felder eingeblendet. Mit »Fields | Custom Fields« wähle ich aus insgesamt 48 Feldern die aus, die mich gerade interessieren – wer alle Felder gleichzeitig sehen möchte, sollte in einen zweiten Monitor investieren.
QPS macht es einfach, Prozesse mit gleichen Eigenschaften zu finden: Ich drücke [Shift]+[Strg] und klicke zugleich auf ein Feld in der Prozesstabelle. Klicke ich etwa in der »UID« -Spalte auf den Wert »0« , wählt QPS alle Prozesse aus, die Root gehören. Ein Rechtsklick auf einen Prozess gibt mir als Root die Möglichkeit, Signale aller Art (»SIGHUP« , »SIGKILL« , …) an diesen Prozess zu senden. Darüber hinaus darf ich im selben Kontextmenü den »nice« -Wert, also die Ausführungspriorität, herauf- oder herabsetzen und sogar das Scheduling verändern.
Schwätzer finden
Der letzte Punkt im Kontextmenü – »View Details« – hat den gleichen Effekt wie ein Doppelklick auf einen Prozessnamen und öffnet ein Fenster mit zusätzlichen Informationen über den ausgewählten Prozess. Das Fenster hat mehrere Reiter, gleich der erste beherbergt eine Liste aller Netzwerk-Sockets, die der Prozess offen hält. Hier kontrolliere ich schnell, ob der Prozess tatsächlich nur auf den gewünschten IP-Adressen und Ports lauscht oder ob er etwa eine unangemessene Geschwätzigkeit an den Tag legt.
Hinter dem nächsten Reiter finde ich eine Liste aller Dateien, die der Prozess gerade im Zugriff hat. Die Frage, welcher Prozess gerade in die Datei »XY« schreibt, ereilt mich in der Praxis recht oft. Ein weiterer Reiter gibt über das Memory-Mapping Aufschluss, eine Funktion, die manchen Entwickler entzücken wird. Mich interessiert eher der »Environment« -Bereich, der mir alle für den jeweiligen Prozess relevanten Umgebungsvariablen listet. Der letzte Bereich – »All fields« – zeigt eine Liste der (von der Hauptansicht bekannten) 48 Felder mit den aktuell zugewiesenen Werten.
QPS repetiert seine Darstellung nur alle 5 Sekunden, weshalb es ein wenig träger wirkt als seine textbasierten Kollegen. Im Optionsmenü kann ich ihm Beine machen. Wähle ich das Aktualisierungsintervall aber zu sportlich, erklimmt QPS selbst die Spitze der Prozessliste. (jk)
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