Oracle möchte Open Office an die Apache-Foundation übergeben

Oracle hat die Apache-Foundation um die Aufnahme von Open Office gebeten, die Apache-Foundation hat zugesagt. Den finanziellen Support bekommt das Projekt in Zukunft in erster Linie von IBM.

Nach langem Hin und Her, das zur Spaltung der OpenOffice-Entwicklung und zum Fork Libre Office führte, hat sich Oracle entschlossen, die Office-Suite Open Office in ein Apache-Projekt zu überführen. Konkret bedeutet das, dass Oracle keine Open-Office-Entwickler mehr bezahlt und Open-Office unter die Apache-Lizenz kommt (bislang LGPL). Der Schritt erleichtert einerseits Entwicklern, Code beizusteuern, andererseits ermöglicht die neue Lizenz Firmen, den Code mit proprietären Zusätzen zu erweitern, ohne dazu die Änderungen wieder an das Projekt zurückgeben zu müssen.

Wie Rob Weir von IBM in einem ausführlichen Blog-Eintrag erläutert, ist es allerdings noch zu früh, um Open Office als Apache-Projekt zu bezeichnen, da die Software und das Projekt bis zur definitiven Aufnahme noch zahlreiche Schritte durchwandern muss. Diese Schritte sind jedoch in der Regel lediglich Formalitäten. Führende Firma hinter Open Office wird damit IBM, das mit Lotus Symphony bereits eine eigene Version der Bürosuite pflegt und diese nun vermutlich mit Open Office zusammenführen wird. So erklärt der IBM-Mitarbeiter Ed Brill in seinem Blog-Eintrag zum Thema, dass sich nun einige Entwickler aus dem Symphony-Projekt aktiv an der Open-Office-Entwicklung beteiligen werden und bereits gestartete Entwicklungen bei Symphony in Open-Office übertragen werden sollen:

“In Kürze wird das Team, das an Symphony arbeitet, eine aktivere Rolle im Open-Office-Projekt übernehmen. Wir haben den OO.o-Codebestand um einige Innovationen und Zusätze erweitert, beispielsweise in Sachen Barrierefreiheit, beim Datenpiloten und der Kompatibilität zum Format von [Microsoft] Office 2007. Derzeit haben wir weitere Innovationen für zukünftige Versionen in Arbeit, die gut zur Open-Source-Version des Produkts passen könnten. Das Team hat sich Gedanken gemacht, wie es das Projekt in kurzer Zeit bereichern kann.”

Neben diesen zwei Blog-Einträgen und einem dritten Beitrag von Bob Sutor, dem Vice President für Open Source und Linux bei IBM, gibt es auch eine offizielle Pressemeldung von IBM zum Thema, in der der Konzern dem Projekt finanzielle Unterstützung zusagt.

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