Ein ungewöhnliches Buch möchte den Entwickler-Alltag durch Einblicke in exotische Programmiersprachen bereichern. Der zweite Titel erläutert den praktischen Einsatz von Open VPN.
Kaum jemand wird ernsthaft behaupten, man könne in nur sieben Wochen sieben Programmiersprachen lernen. Auch das englischsprachige Buch “Seven Languages in Seven Weeks” tut das nicht, trotz seines selbstbewussten Titels.
Hirn-Gymnastik für Programmierer
Der Verfasser Bruce Tate lädt den Leser stattdessen ein, sieben ausgewählte Sprachen mit ihren individuellen Ansätzen und Stärken kennenzulernen. Brain-Jogging für Entwickler also. Man braucht auch nicht ganze sieben Wochen zu reservieren: Jedes der Kapitel gliedert sich in drei Tages-Einheiten plus Übungsaufgaben. Doch steigt die Lernkurve sehr steil an, und so kann der Inhalt eines “dritten Tages” durchaus zwei, drei Abende lang Köpfe rauchen lassen.
Der Autor hat eine bunte Sammlung von Sprachen ausgewählt: Ruby und Haskell gehören noch zu den bekanntesten Exemplaren, dazu gesellen sich Prolog, Scala sowie die Couch-DB-Sprache Erlang. Das Prototypen-basierte Io und Clojure, das “Lisp auf der Java Virtual Machine”, vervollständigen die Reihe.
Bruce Tate steuert von der ersten Zeile Code an rasch auf den Kern jeder Sprache zu und setzt beim Leser Programmiererfahrung voraus. Er lässt ihn entdecken, wie Vererbung dank Prototypen auch ohne Objektorientierung funktioniert, wie unbürokratisch sich Klassen mit Ruby-Mixins erweitern lassen und auf welch ungewohnte Weise die deklarative Sprache Prolog ein Sudoku löst.
Übungsaufgaben sorgen dafür, dass der Leser API-Dokumentation und Tutorials konsultiert, seinen Editor passend konfiguriert und durch Versuch und Irrtum auf weitere Eigenheiten jeder Programmiersprache stößt. Zusammenfassungen sowie Interviews mit Sprachdesignern runden das Kennenlernen ab.
Aus den sieben Kapiteln nimmt der Leser nützliche Anregungen für seine Arbeit mit, auch wenn er keine der Sprachen je produktiv einsetzen wird. Schön, dass jemand den Mut hatte, dieses ungewöhnliche, inspirierende Programmierbuch zu schreiben. Für Mai ist eine deutschsprachige Ausgabe angekündigt.
Info
Bruce Tate:
Seven Languages in Seven Weeks
Pragmatic Programmers 2011
300 Seiten
34 Euro
ISBN 978-1-93435-659-3
Open-VPN-Praxisbuch
Bis tief in die 90er Jahre vernetzte man örtlich entfernte Rechner mittels Standleitung oder Wählverbindung. Durch die Punkt-zu-Punkt-Verbindung war die Wahrscheinlichkeit des Abhörens gering. Heutzutage erfolgt dies über das Internet und es gilt, die oft vertraulichen Daten zu schützen. Mit Open VPN steht eine ausgereifte Open-Source-Lösung dafür zur Verfügung. Ihren Einsatz beschreibt Dirk Becker in seinem Buch bei Galileo Computing.
Als Praxisabriss stellt dieser Band bereits eingangs ein Einsatzszenario vor, das sich durch weite Teile des Buches zieht: das Verbinden zweier Teilnetze sowie die Anbindung von Außendienstlern. Dies dient als Grundlage für die Beschreibung von Anwendung und Konfiguration von Open VPN. Bevor es damit losgeht, vermittelt Becker die erforderlichen Netzwerkgrundlagen. Danach beschreibt er die Installation und schließt allgemeine Informationen zu Verschlüsselung sowie Zertifikatserstellung an, um dann zur Konfiguration zu kommen.
Nach einem sehr kurzen Kapitel zu Plugins geht es weiter mit speziellen Umgebungen und Einsatzbereichen wie etwa WLAN oder Remote-Steuerung. Den praktischen Teil ergänzen allgemeine Tipps wie Installation als Dienst oder Einsatz mehrerer Server sowie ein Kapitel zu Fehlersuche und Problemen. Daneben erläutert der Autor Optionen wie die Angabe der IP, an der Open VPN lauscht, sowie Server- und Client-Eigenschaften. Skripte für wiederkehrende Aufgaben runden das Buch ab.
Auch wenn das zugrunde liegende Szenario den Unternehmenseinsatz betrifft, spricht Becker häufig den privaten Nutzer an. Insofern ist die Beschreibung von Grundlagen und eines im Heimbereich verbreiteten Routers gerechtfertigt. Als weitere Zielgruppe gibt der Autor aber auch Admins kleinerer bis mittelständischer Unternehmen an. Diese setzen jedoch andere Hardware ein, die er leider nicht behandelt. Davon abgesehen: Das Buch ist einfach zu lesen, enthält zahlreiche Listings und Abbildungen und eignet sich bestens für den Praktiker.







