Ein Titel aus dem Verlag O\’Reilly zeigt, dass sich das Trend-Thema HTML 5 auch kurz abhandeln lässt. Das zweite Buch stammt vom Michael Prokop, dem Leiter der Distribution Grml. Er hat eine umfassende Darstellung über die Arbeitsweise von Open-Source-Projekten geschrieben.
Kaum ein EDV-Verlag, der nicht ein Buch zum Thema HTML 5 herausbringt. Und das, obwohl diese HTML-Version noch nicht einmal fertig ist. Am 24. Juni 2010 veröffentlichte das W3C erst den “working draft” und tagesfrisch gibt es den “editor’s draft”. In der Praxis aber beherrschen die Browser schon HTML-5-Features – also Zeit, sich mit dem Thema zu beschäftigen.
HTML-Neuerungen
Das englischsprachige HTML-5-Buch von Mark Pilgrim hat nur rund 250 Seiten. Kann das eine Einführung in HTML sein? Nein, das will der Band auch nicht. Bei HTML 5 handelt es sich um ein Superset von HTML 4.01 und XHTML 1.1. Wer also die beiden alten Standards abzieht, ist beim vornehmlichen Inhalt des Buches angelangt. Dazu noch ein paar Anekdoten sowie zahlreiche Links, fertig ist “HTML 5: Up and Running”.
Was sich so salopp anhört, ist keine Abwertung: Pilgrim setzt beim Leser die Kenntnis der bisherigen Standards voraus. Kenner der Materie brauchen sich also nicht durch ein dickes, allumfassendes Buch zu quälen, um irgendwo zwischendrin die Neuerungen zu überlesen. Dieser schlanke Band reicht aus.
Los geht es mit einer kurzen Einführung in Mime-Typen und die Geschichte von HTML. Dabei erfährt der Leser, wie es zur Einführung des »IMG«-Tag kam: Es gab zunächst diverse Vorschläge, dabei auch einige, die über das Bild-Tag, wie wir es heute kennen, hinausgingen. Letztlich baute Marc Andreesen, der es vorgeschlagen hatte, es einfach in den Mosaic-Browser ein und schuf so Tatsachen. Wer implementiert, gewinnt – auch heute noch, denn HTML 5 versucht vorweggenommene Erweiterungen einzufangen und auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen.
Das zweite Kapitel gibt einen Überblick über HTML-5-Features. Da nicht jeder Browser alle Konstrukte unterstützt, muss jede Applikation herausfinden, was sie nutzen kann. Pilgrim zeigt, wie das geht. Zum Ende erläutern eigenständige Artikel die Neuerungen im Detail: Grafiken, Video, Geolocation, Client-seitiges Speichern, Offline-Applikationen, erweiterte Formulare, Microdata und mehr. Insgesamt ein locker geschriebenes, gut lesbares Buch.
Projekt komplett
In der Welt der freien Software gibt es zahllose Anleitungen, wie man Software schreibt, verwaltet, installiert und benutzt. Leitfäden, wie ein ganzes Open-Source-Projekt zu organisieren ist, sind dagegen selten. Der Verlag Open Source Press wagt es und präsentiert “Open Source Projektmanagement”.
Der Autor Michael Prokop ist Projektleiter der Linux-Distribution Grml und kann daher immer wieder Beispiele aus seiner Praxis einflechten. Auch andere Entwickler, Community- und Release-Manager kommen in Exkursen zu Wort, die den ansonsten nüchternen Text beleben. Prokop scheint dieses Buch geradezu am Reißbrett entworfen zu haben, so systematisch und strukturiert geht es vor: zuerst Open-Source-Definition, Motivationen für ein Projekt, Softwarelizenzen, Namenwahl. Darauf folgen Entwicklungsmodelle, sowohl klassische als auch Open-Source-spezifische, danach die Projektverwaltung. Für jede besprochene Aufgabe stellt Prokop passende freie Software vor, beispielsweise Wikis, Trac und Redmine.
Am interessantesten sind die Kapitel zu Themen wie Team, Organisationsformen und Kommunikation. Wer hat schon mal vom “Truck-Faktor” gehört? Darunter versteht man den Schaden, den ein Projekt erleidet, sollte ein wichtiges Mitglied von einem Lastwagen überfahren werden. Ratschläge zu Codequalität, Versionskontrolle und Paketierung runden das Buch ab, zusammen mit Release Management, Bugtracking und Marketing.
Insider werden vieles hier Vorgestellte schon kennen, doch niemand weiß alles. Darin liegt das Verdienst dieses Buchs: in der umfassenden Darstellung all dessen, was ein Open-Source-Projekt ausmacht. Damit wird es allerdings eher zur Lektüre für Außenstehende, denen es die Tür zur Welt der Repositories, Mailinglisten und Feature Requests öffnet.
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Info |
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Mark Pilgrim: HTML 5: Up and Running O’Reilly, 2010 250 Seiten 29 Euro ISBN 978-0-596-80602-6 |
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Info |
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Michael Prokop: Open Source Projektmanagement Open Source Press, 2010 255 Seiten 20 Euro ISBN 978-3-937514-60-4 |







