Digitale Publikationen wie beispielsweise E-Books gelten als Zukunft des Verlagswesens. Ein neues Buch zeigt, wie man digitale Bücher mit Open Source erzeugt und umwandelt. Daneben hat sich das Linux-Magazin einen Band über die junge Datenbank Couch DB angesehen .
Bei den Formaten für E-Books herrscht verwirrende Vielfalt. Leser wie Produzenten digitaler Bücher könnten daher ein Handbuch zu Formaten und Konvertierungsprogrammen gut brauchen.
Bücher digital
Dieses Bedürfnis möchte der Verleger und Autor Holger Reibold mit “E-Books selbst gemacht” bedienen. Trotz des allgemeinen Titels behandelt das Buch nur das Programm Calibre [http://calibre-ebook.com]. Der Verfasser nennt gute Gründe für seine Entscheidung, denn die Open-Source-Anwendung bietet einen großen Funktionsumfang zum Archivieren, Erstellen und Konvertieren von E-Books per GUI und Kommandozeile.
Über die Installation, selbst die aus dem Python-Quelltext, verliert das Einstiegskapitel nur wenige Worte. Dabei fällt es dem Durchschnittsanwender nicht leicht, die vielen Abhängigkeiten des Programms von meist brandneuen Bibliotheken zu bedienen. Danach zeigt ein erster Überblick die wichtigsten Funktionen zum Importieren, Sortieren und Erzeugen von E-Books.
Spannender wird es im Kapitel “Die E-Book-Konvertierung”. Hier erfährt der Leser, dass das Tool zunächst mit Hilfe eines passenden Input-Plugins XHTML erzeugt, das es per Output-Plugin ins gewünschte Output-Format wie FB2, LRF oder Mobi überführt. Daneben vermittelt dieser Abschnitt viele Details über Seitenlayout, Schriftgrößen, Strukturerkennung und die Stellschrauben des Umwandlungsprozesses.
Das Kapitel “Calibre für Fortgeschrittene” und ein Anhang zum wichtigen E-Book-Format Epub vertiefen das Thema Konvertierung. Daneben erläutert das Buch auch Calibres Kommandozeilentools, den eingebauten Content-Webserver und den Buchversand per SMTP.
Schade, dass das Buch auf Software abseits von Calibre ganz verzichtet – weitere E-Book-Tools hätten zumindest eine kurze Vorstellung verdient. Noch bedauerlicher ist aber, dass sich dieser Titel so großzügig beim Onlinehandbuch des Programms bedient. Wer Englisch fließend liest, sollte sich am besten gleich an das kostenlose Calibre User Manual halten.
Datenbank mal anders
Couch DB ist die wohl bekannteste der so genannten No-SQL-Datenbanken, die immer populärer werden. Die Software ist nicht nur im Web im Einsatz, sie dient auch im neuesten Ubuntu als Datenspeicher für einige Desktopanwendungen. Kein Wunder also, dass es schon erste Bücher zu Couch DB gibt, obwohl die Datenbank gerade erst Version 0.11 erreicht hat. O’Reilly ließ drei Autoren schon eine Zeit lang in einem öffentlichen Prozess an dem englischsprachigen Buch “CouchDB: The Definitive Guide” arbeiten, es ist deshalb auch online unter [http://books.couchdb.org] verfügbar.
Nach einer kurzen Einführung in allgemeine Prinzipien, die sich von der klassischen Datenbanktheorie unterscheiden, geht dieser Titel schnell auf die praktische Arbeit ein. Er führt an Kommandozeilenaufrufen mit dem Curl-Tool vor, wie Couch DB dem REST-Prinzip gehorcht und wie sich damit Datenbanken anlegen, löschen und verändern lassen. Eine Einführung in das mitgelieferte Frontend Futon rundet den Einstieg ab.
Im Mittelpunkt stehen dann so genannte Views und Design-Dokumente, mit denen Entwickler arbeiten, die Couch DB einsetzen. Das Buch beschränkt sich dabei auf Javascript und die Interaktion zwischen Couch DB und Browser. Dass auch Sprachen wie Python oder Ruby verwendbar sind, erwähnen die Autoren zwar, verzichten aber auf Details.
Weitere Themen wie Replikation, Clustering oder Load Balancing sprechen die Verfasser nur kurz an. Für Umsteiger aus der SQL-Welt liefern sie schließlich noch ein Kapitel mit, das die Couch-DB-Pendants zu gängigen SQL-Abfragen erklärt – auch wenn sich die Architekturen grundlegend unterscheiden.
Das Buch fasst sich angenehm kurz, geht aber auf die wichtigen Views und Design-Dokumente ausführlich und mit einer Menge praktischer Beispiele ein. Es ist deshalb jedem zu empfehlen, der schon einmal von Couch DB gehört hat und neugierig geworden ist.
|
Info |
|---|
|
E-Books selbst gemacht Bomots, 2010 210 Seiten 20 Euro ISBN 978-3-939316-70-1 |
|
Info |
|---|
|
CouchDB: The Definitive Guide O’Reilly, 2010 260 Seiten 38 Euro ISBN 978-0-596-15589-6 |






