Mit weitgehend bekannten (Open-Source-) Techniken wie SaaS und Virtualisierung können Unternehmen jeder Größe durch Cloud Computing ihre IT-Abläufe vereinfachen und Lastspitzen abfangen .
72 Prozent von 300 Senior-IT-Managern aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien wollen laut einer Befragung [1] in Cloud-basierte Business-to-Business-Integration-Services investieren. In Deutschland planen sogar 87 Prozent der Befragten Geld in die Hand zu nehmen. Cloud Computing ist der Trend. Von solchen Hypes hat die IT-Geschichte von den Lochkartenlesern beginnend schon viele kommen sehen. Die meisten davon auch wieder gehen.
Wird Cloud Computing auch als Strohfeuer lodern, nach dessen raschem Verlöschen am Himmel bloß eine kleine Rauchwolke zurückbleibt, die der Wind des nächsten Trends spurlos davonträgt? Das zu untersuchen lohnt sich angesichts der angekündigten Umsatz-Milliarden. Das zu untersuchen nimmt sich der Schwerpunkt dieser Magazin-Ausgabe vor.
Unerwartet kompliziert gestaltet sich bereits die Frage, was Cloud Computing eigentlich ist. Denn eine plausible Definition gibt es offenbar nicht. Der erste Artikel gibt gleich mehrere Antworten und findet – was wichtiger ist – heraus, dass die der Cloud zugeschlagenen Techniken allesamt seit Jahren bekannt sind. Deswegen enttäuscht zu sein, besteht kein Anlass, im Gegenteil: Mit vorhandener Software und angehäuftem Wissen über Virtualisierung, SaaS, Webservices und so weiter kann jeder Admin, Entwickler und IT-Manager beim Cloud Computing ohne Bücher zu wälzen und ohne Anfängerfehler sofort mitmischen.
Keine Frage der Größe
Auch etwas Anderes stimmt froh: Die Anfangsinvestitionen beim Hochstellen von vorhandenen lokalen Diensten in die Cloud oder dem Initiieren von neuen sind gering. Das unterscheidet den Cloud-Trend von früheren wie SOA, Server-based Computing und anderen propagierten IT-Paradigmenwechseln, die aus dem Stand heraus hohe Hardware-Investitionen oder viel Software-Entwicklungsaufwand verlangten.
Regelmäßig waren so kleinere Firmen von den neuesten Entwicklungen abgekoppelt, was letztlich den Wettbewerb verzerrt. Beim Cloud Computing ist das anders: Der Löwenanteil der Kosten entsteht nutzungsabhängig (Pay-per-Use), kleine Firmen mit geringer Nutzung zahlen darum auch wenig. So gesehen sorgt Cloud Computing – ohne den Anbietern eine dediziert gute Absicht unterstellen zu wollen – für eine Art Demokratisierung in der IT.
Bei so viel Gleichheit stellt sich die Frage nach der Freiheit in der Cloud. Elmar Geese vom Linux-Verband Live: “Cloud Computing ohne Linux und Open Source ist undenkbar. Heute schon basieren alle relevanten Cloud-Stacks auf Open Source.” Die Ursache dafür scheinen nicht nur die Kosten zu sein: “Kein einzelner Hersteller kann das leisten, und kein Anbieter möchte sich in eine proprietäre Abhängigkeit begeben. Cloud Computing ist eine großartige Chance für Open Source, die wir sehr erfolgreich nutzen”, so Geese.
Jürgen Geck von Open Xchange, der beim Thema Cloud Computing für die Open Source Business Foundation (OSBF) spricht, schaltet noch einen Gang höher als der Live, wenn er von Cloud-Anbietern fordert: “Bis die Daten inklusive der Logik, die sie versteht, frei sind, ist Cloud Computing nur ein Marketingbegriff!” So oder so: Jetzt “Über Clouds” einen Linux-Schwerpunkt zu setzen, scheint nicht falsch zu sein.
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Infos |
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[1] Cloud-Computing-Report von Sterling Commerce: [http://www.cloud-computing-report.de/sterling-commerce-studie-87-prozent-deutscher-unternehmen-planen-investitionen-in-cloud-services/11-02-2010/] |





