Aus Linux-Magazin 11/2009

Ratgeber für Open-Source-Existenzgründer

Linuxer, die von ihrem Chef die Nase voll haben, verfügen stets über die Möglichkeit, eine eigene kleine Firma zu gründen – ein gerüttelt Maß an IT-Know-how vorausgesetzt. Das Linux-Magazin erklärt, was zu beachten ist, wie Jungunternehmer Kunden finden und welche Software Sinn ergibt .

Es braucht bei manchen Angestellten nicht mal eine Wirtschaftskrise mit “personellen Anpassungsprozessen”, damit sie mit dem Gedanken zu spielen beginnen, sich mit ihrem Linux-Wissen und -Fähigkeiten unabhängig zu machen. Die Vorteile: Kein nerviger Chef mehr, keine aufgedrückten Firmenpolicies beachten und individuellere Arbeitszeiten. Dem stehen Fragen gegenüber: Welches Geschäftsfeld ist aussichtsreich? Woher kriege ich Aufträge? Welche Software setze ich innerbetrieblich ein? Wie schicke ich ein Elster-Formular elektronisch zum Finanzamt? Der folgende Schwerpunkt gibt Antworten.

Wer sich entschieden hat, auf eigene Kappe durchs Berufsleben zu schreiten, muss eine Gesellschaftsform wählen. Der Rechtsartikel, mit dem der Schwerpunkt startet, vermittelt die Grundlagen. Was freiberuflichen IT-lern mit akademischer Ausbildung oft nicht bekannt ist: Viele Tätigkeiten, beispielsweise Anwendersoftware-Entwicklung, sind im Sinne des § 18, Abs. 1, Nr. 1 EstG steuerlich besser gestellt als sonstige gewerbliche Arbeiten. Der Steuerpflichtige braucht nur eine ingenieurmäßige Vorgehensweise nachweisen: Planung, Konstruktion und Überwachung. Einfach Programmieren reicht nicht.

Der Steuerpflichtige muss dann seine Einkünfte statt in der Anlage G (Gewerbe) in der Anlage S (Selbstständige) erklären und die Art der Tätigkeit mit genauer Berufsbezeichnung eintragen. Wem es so gelingt, das Finanzamt zu überzeugen, muss keine Gewerbesteuer (mehr) zahlen! Im Gegenzug geht ihm ein kleiner Abschlag von der Einkommenssteuer für Gewerbetreibende verloren. Rechnerisch bleibt stets ein großer Vorteil. Außerdem entfällt die Bilanzierungspflicht, die bei Gewerben ab 50 000 Euro Jahresgewinn obligatorisch ist, verbunden mit doppelter Buchführung. Zudem muss der Freiberufler nicht mehr Mitglied in der IHK werden.

Kontakte und Hilfen

Um Steuern braucht sich nur der Gedanken zu machen, der Gewinne und Umsätze schreibt. Der zweite Artikel beschreibt, wie man sich eine Namen macht, Kontakte gewinnt und welche Open-Source-Geschäftszweige funktionieren. Als sinnvoll hat sich vielfach erwiesen, mit anderen Firmen zu kooperieren. So haben viele größere IT-Unternehmen Partnerprogramme aufgelegt, die zu studieren sich lohnt, wenn deren Produkt- und Dienstleistungsportfolio zu den eigenen Vorstellungen passt.

Auch Branchennetzwerke und Initiativen wie der Linux-Verband [1], die OSBF [2], Lisog [3] die Open Source Region Stuttgart [4] und andere. Wenn ein IT-Startup das Thema Software as a Service beackern will, für den hält selbst Microsoft ein Unterstützungsprgramm [5], parat, das keine bestimmte Plattform vorschreibt. Und: Wer gerade arbeitslos ist und überlegt mit einer eigenen Existenz wieder einzusteigen, bekommt Förderung vom Staat. [6]

Infos

[1] Linux-Verband: [http://linux-verband.de]

[2] Open Source Business Foundation: [http://www.osbf.de]

[3] Lisog: [http://www.lisog.org]

[4] Open Source Region Stuttgart: [http://opensource.region-stuttgart.de]

[5] Biz Spark: [http://www.microsoft.com/bizspark]

[6] Finanzielle Hilfen für Existenzgründer: [http://www.arbeitsagentur.de/nn_26400/Navigation/zentral/Buerger/Hilfen/Existenzgruendung/Existenzgruendung-Nav.html]

LINUX-MAGAZIN KAUFEN
EINZELNE AUSGABE Print-Ausgaben Digitale Ausgaben
ABONNEMENTS Print-Abos Digitales Abo
TABLET & SMARTPHONE APPS Readly Logo
E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben