Wer drei Wasserhähne braucht, käme kaum auf den Gedanken, dafür drei Leitungen auf sein Grundstück zu verlegen. Genau das aber tut jeder, der sich drei Server in seine Firma stellt. Die Lösung – man ahnt es – lautet: eine Leitung, Virtualisierung, drei Hähne .
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Inhalt |
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32 | Markt der Möglichkeiten Linux ist das bevorzugte Spielfeld für Virtualisierung – 38 | Großer Tools-Überblick An solchen Virtualisierungstools mangelt es unter Linux nicht, aber 42 | Netzwerkpraxis in Virtualbox Virtualbox bietet drei Arten, eine virtuelle Maschine ans Netzwerk |
“Wenn ich mich umschaue, arbeiten hier viel zu viele Leute. Mindestens 90 Prozent des Tages tun die keinen Handschlag!” – so denken Bosse klischeehaft. Im Raubtier-Kapitalismus stellen sie einen knallharten Controller ein. Der wird einen Großteil der Angestellten entlassen, nur die leistungsstärksten behalten und denen kurzerhand die Aufgaben der Geschassten übertragen.
Solche Effizienzsteigerung, auch Entlassungsproduktivität [1] genannt, ist aus moralischen und betriebsratlichen Gründen zu Recht geächtet [2]. Aber wer das Wort “Mitarbeiter” gegen “Rechner” austauscht, “Controller” gegen “Virtualisierungssoftware” und “Boss” gegen “IT-Verantwortlicher” oder “Admin”, dem drohen nicht Prügel im Dunkeln, sondern allgemeines Schulterklopfen.
Denn Server sind keine Menschen mit Seele und Familie, sondern Blechtrottel, die Strom verbrauchen, die Umwelt belasten, im Alter zu Ausfallserscheinungen neigen und Kosten erzeugen. Je weniger es davon gibt, desto besser. Bei derart klarer Sachlage kann der (erneute) Hype um Virtualisierung kaum überraschen. Ebenso wenig, dass immer mehr Anbieter in dem expandierenden Markt mitmischen und dass alle paar Wochen neue Produkte, Tools und Features auftauchen.
Der Schwerpunkt dieses Linux-Magazins versucht die Anbieter, Techniken und Einsatzszenarien zu ordnen und zu bewerten. Der zweite Artikel macht das mit den Verwaltungstools, den mitgelieferten und denen von Drittfirmen. Der abschließende Praxisbeitrag nimmt sich mit Virtualbox einer Lösung an und trimmt sie auf Netzwerkfunktionalität.
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Erfolge belegen |
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Es sei nicht verschwiegen, dass die Virtualisierungsschicht selbst ein paar Rechnerressourcen benötigt und – das wiegt schwerer – jede Emulation der Nutzanwendung CPU-Takte stiehlt und damit Performance. Je nach technischem Ansatz, Code-Effizienz und Verhalten der Gäste fällt dieser Verschnitt mehr oder minder spürbar aus. Bei so vielen Mitspielern im Markt bleiben Diskussionen zu diesem Punkt nicht aus. Branchenführer VMware beispielsweise verbietet in seinen Lizenzbedingen das Veröffentlichen von Benchmark-Ergebnissen, die er zuvor nicht abgesegnet hat. Dagegen hat Oracle offenbar mit der Publikation von Ergebnissen verstoßen, die belegen wollen, dass die Oracle-eigene Virtualisierung “dreimal schneller” sei als die vergleichbare VMware-Technik. Dagegen ätzt ein VMware-freundlicher Blogger, Steve Wilson, der eigentlich für Sun arbeitet. Er nennt Oracles Messmethode “trivial” und ihre Ergebnisse nur durch eine gewollte Reduktion der nativen Geschwindigkeit erklärbar. Er verlangt, die Zahlen zu prüfen [3]. |
Pantoffel-Konferenz
Wem der Schwerpunkt Lust auf mehr macht und Freund oder Freundin innovativer Multimedia-Technik ist, findet unter Linux-Magazin Online [4] eine mittlerweile kostenfreie Videosammlung zum Thema. Zum in Ruhe Anschauen gibt’s dort alle Vorträge der hochkarätigen internationalen Virtualisierungskonferenz auf der Linuxworld 2006 in Köln. Die eingesetzte Streaming-Software hat übrigens die Redaktion entwickelt, die Client-seitigen Voraussetzungen nennt [5].
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Infos |
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[1] Entlassungsproduktivität: [http://de.wikipedia.org/wiki/Entlassungsproduktivit%C3%A4t] [2] Unwort des Jahres: [http://www.unwortdesjahres.org] [3] Steve Wilsons Weblog, “VM Benchmarking Wars”: [http://blogs.sun.com/stevewilson/entry/vm_benchmarking_wars] [4] Videos der “Ersten Internationalen Virtualisierungskonferenz” auf der Linuxworld 2006 in Köln: [http://streaming.linux-magazin.de/archiv_virtkonf.htm] [5] Streaming bei Linux-Magazin Online: [http://streaming.linux-magazin.de/technik.htm] |





