Intel und Nokia wollen Mobilmarkt aufmischen

Marktbeobachter Gartner sieht Intels mobile Prozessorplattformen durch die kürzlich angekündigte Zusammenarbeit mit Nokia zu einer ernsthaften Konkurrenz etwa für Qualcomm oder Texas Instruments werden .

Zusammen mit Nokia will Intel in einer langfristigen Partnerschaft neue Chipsets und Gerätearchitekturen für Rechner und Mobiltelefone mit Ziel einer Mobilplattform entwickeln. Das gab der Chiphersteller vor einigen Tagen bekannt. Vor allem Breitband-Mobilfunk und universelle Internetverbindung sollen die neuen Entwicklungen drauf haben und damit über die heutigen Smartphones, Netbooks und Laptops hinausgehen. Gegenstand der Zusammenarbeit sind erklärtermaßen Linux-Softwareprojekte sowie eine Lizenz für Intel, Nokias HSPA-Modem in zukünftige Geräte zu verbauen.

Gartner sieht Intels mobile Prozessorplattformen durch die Zusammenarbeit sich zu einer ernsthaften Konkurrenz etwa für Qualcomm oder Texas Instruments mausern. Vor allem die HSPA-Technologie (“Breitband-Mobilfunk” genannt mit nominell rund 7 MBit/s Downlink) bringe frischen Wind auf Intels Platinen. Die Analysten sehen sogar proprietäre Anbieter wie Apple in Bedrängnis, wenn Schwergewichte wie Intel und Nokia sich offener Standards und Open-Source-Technologien annehmen.

Den beiden Akteure selbst empfehlen sie, Moblin und Maemo zusammenzulegen. Denn bislang seien sie keine ernsthaften Player auf dem Markt, sagt Nick Jones zu Linux-Magazin Online, Vice President bei Gartner mit Schwerpunkt Mobilfunk und Drahtlosübertragung. Stattdessen könnte Android einmal mehr profitieren, wenn es auf den Nokia-gestärkten Intel-Chips läuft. Durch die Zusammenlegung hätten die neuen Partner jedoch die Chance, einerseits Anwendungsentwickler anzusprechen und andererseits Konsumenten, da sie eine breite Hardwarepalette bieten können.

Laut Unternehmensmeldung sollen Intels Moblin als Nokias Maemo separat von der Open-Source-Zusammenarbeit profitieren. Für beide Linux-basierten Plattformen wollen die Partner in mobilfunkspezifische Projekte wie Ofono und den frisch gestarteten Connection-Manager (ConnMan) investieren, aber auch in Mozilla, X-Org oder D-Bus.

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