Aus Linux-Magazin 05/2009

Automatische Google-Suche bei Tippfehlern in der URL

Abbildung 1: Die Vorschlagsfunktion von Google funktioniert auch bei Tippfehlern in Domains. Leider leiten die Browser bei nicht gefundenen Domains nicht direkt zur Suche weiter, um dem Anwender das erneute Tippen zu ersparen.

Googles Vorschläge bei falsch getippten Suchbegriffen sparen Zeit. Ein einfacher Trick macht diese Funktion im Gespann mit Squid auch für Tippfehler bei der Seitenadresse nutzbar.

Inhalt

66 | Bitparade: Firefox-Extensions

Die optische Orientierung im Browserfenster verbessern und Firefox
für kleine Netbookdisplay fitmachen.

70 | Nützliche Tools für viele Lebenslagen

Ein Wrapper, der die Bedienung vieler Archivprogramme
vereinheitlicht, ein Lighthttp-Logauswerter und mehr.

74 | Projekteküche

Mit einem Trainingsprogramm für Luftgitarre und
Wirschaftssimulatoren gibt sich die Projekteküche
spielerisch.

Wer sich bei der Suche mit Google vertippt, dem erspart es die Suchmaschine mit einem Vorschlag auf Basis ihrer umfangreichen Datenbank, den Begriff noch einmal einzutippen. Es wäre praktisch, wenn es eine ähliche Funktion auch für in die Adressleiste des Browsers eingegebene URLs gäbe. Mit Squid als Proxy und einer kreativen Anpassung der Fehlerseiten lässt sich Google tatsächlich mit wenig Aufwand dafür nutzen.

Der Administrator fügt hierfür lediglich in der HTML-Datei »/usr/share/squid/errors/English/ERR_DNS_FAIL« in den »<HEAD>«-Bereich folgenden Code ein:

<meta http-equiv="refresh"@content="1;URL=http://www.google.de/search?hl=de&amp;q=%U"> 

Kann der Proxy eine eingetippte Domain nicht auflösen, so liefert er eine Fehlerseite an den Browser. Diese bekommt der Browserbenutzer nach der vorgestellen Veränderung allerdings wegen der eingebauten automatischen Weiterleitung gar nicht zu sehen.

Google-Anfrage à la Squid

Das Makro »%U« in der Fehlerseite ersetzt Squid durch die Adresse, die sich nicht auflösen ließ. Wie leicht zu erkennen ist, öffnet der Browser also eine Google-Suche nach der nichtexistenten Domain. Googles Vorschlagfunktion findet in vielen Fällen die richtige Lösung und zeigt sie bei den Sucherergebnissen oben an (Abbildung 1). Der Proxy, der die Weiterleitung übernimmt, kann lokal oder auf einem Server im Internet laufen.

Abbildung 1: Die Vorschlagsfunktion von Google funktioniert auch bei Tippfehlern in Domains. Leider leiten die Browser bei nicht gefundenen Domains nicht direkt zur Suche weiter, um dem Anwender das erneute Tippen zu ersparen.

Abbildung 1: Die Vorschlagsfunktion von Google funktioniert auch bei Tippfehlern in Domains. Leider leiten die Browser bei nicht gefundenen Domains nicht direkt zur Suche weiter, um dem Anwender das erneute Tippen zu ersparen.

Nur auf Anfrage

Wer keine automatische Weiterleitung wünscht, fügt in die Fehlerseite statt des »meta«-Tags einen Link ein:

<a href="http://www.google.de/search?hl=de&amp;q=%U">Nach %U mit Google suchen</a> 

Für eine Google-Suche nach der falsch geschriebenen Domain braucht der Anwender diesen nur anzuklicken (Abbildung 2). Linux-faqs.com [1] listet sämtliche Squid-spezifische Tags, die für die Anwendung in den Fehlerseiten zur Verfügung stehen.

Abbildung 2: Die Squid-Fehlerseiten lassen sich dank von der Software zur Verfügung gestellen Makros dazu nutzen, bei einer nicht auflösbaren Domain automatische eine Google-Suche nach ihr anzustoßen.

Abbildung 2: Die Squid-Fehlerseiten lassen sich dank von der Software zur Verfügung gestellen Makros dazu nutzen, bei einer nicht auflösbaren Domain automatische eine Google-Suche nach ihr anzustoßen.

Infos

[1] Squid-FAQs: [http://www.linux-faqs.com/faq/squid-faq/FAQ-19.php]

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