SmartForestFire: KI-Frühwarnsystem für Waldbrände im Tennenloher Forst

mioty-Sensoren erfassen kontinuierlich Umweltparameter und unterstützen die Lageeinschätzung sowie die Reduktion von Fehlalarmen. Quelle: Fraunhofer IIS / Paul Pulkert

mioty-Sensoren erfassen kontinuierlich Umweltparameter und unterstützen die Lageeinschätzung sowie die Reduktion von Fehlalarmen. Quelle: Fraunhofer IIS / Paul Pulkert

Das Fraunhofer IIS erprobt im Tennenloher Forst bei Erlangen ein KI-gestütztes Frühwarnsystem zur automatischen Erkennung von Waldbränden.

Das Forschungsprojekt SmartForestFire kombiniert Kameras, Sensoren und drahtlose Kommunikation, um Rauchentwicklungen frühzeitig zu erkennen, die Lage zu bewerten und Einsatzkräfte sowie Behörden schneller zu informieren. Ziel ist es, Brände bereits in der Entstehungsphase zu erkennen, Fehlalarme zu verringern und auch kleinere Waldgebiete wirtschaftlich zu überwachen.

An dem Projekt beteiligen sich laut der Mitteilung das Fraunhofer IIS, das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik sowie weitere Partner aus Feuerwehr, Katastrophenschutz, Leitstellen und Forstverwaltung.

Kern des Systems ist eine kamerabasierte Bildanalyse. Mehrstufige KI-Modelle erkennen Rauch und unterscheiden ihn von Wolken, Nebel oder Staub. Ergänzend fließen Sensordaten und Geoinformationen in die Auswertung ein. Dadurch entsteht ein aktuelles Lagebild, das unter anderem Bild- und Videodaten, Wetterinformationen, Angaben zum Waldzustand und zur Erreichbarkeit des Einsatzortes zusammenführt. Die Informationen stehen den Leitstellen für die Alarmierung und Einsatzplanung zur Verfügung.

Für die Datenübertragung nutzt SmartForestFire die vom Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen entwickelte Funktechnologie mioty. Sie überträgt Messwerte wie Luft- und Bodentemperatur, Bodenfeuchte, Wind oder Rauch auch über größere Entfernungen und soll selbst bei Störungen oder dem Ausfall vorhandener Infrastruktur funktionsfähig bleiben. Im Projekt untersuchen die Forschenden außerdem die Positionsbestimmung von Sensoren per Funk. Drei Basisstationen decken dafür ein Gebiet von rund 200 Quadratkilometern ab.

Der Tennenloher Forst dient seit September 2025 als Pilotgebiet. Dort befindet sich die erste Kamera bereits im Testbetrieb. Bis zum Spätsommer 2026 wollen die Projektpartner drei Kamerastandorte sowie zusätzliche Basisstationen und Sensoren installieren. Die entstehende Infrastruktur soll künftig auch den Praxistest neuer KI-Modelle ermöglichen.

Erste Tests zeigen nach Angaben der Projektpartner, dass das System Rauch bereits in einem frühen Stadium erkennt. Nach Abschluss der internen Erprobung sollen die Integrierte Leitstelle Nürnberg und die Einsatzkräfte automatisch über mögliche Waldbrände informiert werden.

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