Das Asahi-Linux-Projekt, das Linux auf Macs mit Apples ARM-Prozessoren (Apple Silicon) bringt, warnt vor einem Upgrade auf MacOS 27 Golden Gate.
Bei diesem Betriebssystem habe Apple anscheinend Änderungen an der Art und Weise vorgenommen, wie die Anwendungen Boot Picker und Startup Disk gültige Betriebssystem-Startvolumes erkennen, berichtet das Projekt auf Mastodon. Das habe fatale Auswirkungen auf Asahi Linux. Denn wenn Nutzer eine dieser Anwendungen unter MacOS 27 verwenden, das soeben im Zuge der Apple-Konferenz WWDC 2026 als Beta-Version erschienen ist, verschwindet die Asahi-Partition. Asahi hält dieses Phänomen für einen Fehler und hat einen entsprechenden Bug-Report bei Apple eingereicht (FB22994760).
Derzeit ist das Asahi-Projekt noch dabei, die Angelegenheit zu untersuchen und beschwichtigt die Nutzer von Asahi-Linux. Falls diese bereits auf die Beta-Version von MacOS aktualisiert hätten und dann feststellen, dass Ihre Asahi-Partition verschwunden sei, bedeute das nicht, dass die Asahi-Partition und die Nutzerdaten verloren sei. Als Workaround empfiehlt das Projekt dann, falls möglich, eine sekundäre Installation von MacOS 26 oder einer früheren Version als Standard-Startvolume festzulegen, um den Zugriff auf Asahi wiederherzustellen. Das funktioniere, weil der Apple Silicon-Boot-Picker eine vollwertige MacOS-App sei, die in der Wiederherstellungsumgebung des Standard-Boot-Volumes läuft, sodass sein Verhalten von der MacOS-Version des Standard-Boot-Volumes abhängt.
Die Entwickler selbst sind der Mitteilung zufolge derzeit dabei, das Problem zu analysieren. Und es gibt bis zu einer Lösung einen gepatchten Asahi Installer, der verhindert, dass der Installer unter MacOS 27 ausgeführt wird. Stattdessen zeigt der Installer eine Meldung zum Problem mit der MacOS-Version an.
Wer MacOS 27 unbedingt ausprobieren will, muss sicherstellen, dass eine sekundäre Kopie von MacOS 26 installiert ist oder MacOS 27 selbst auf einem sekundären Volume läuft, schreibt die Linu-Initiative. Denn Support für Benutzer, die die MacOS 27 Beta installiert haben, ohne Notfall- oder Rollback-Pläne zu erstellen, biete man nicht an.
Mit MacOS 27 beendet Apple auch die Ära, in der MacOS auf Intel-basierten Macs lief. Apple-Silicon ist dann das Maß aller Dinge. Für die damit letzte Intel-kompatible Ausgabe MacOS 26 Tahoe soll es noch drei Jahre lang Sicherheitsupdates geben. Ob Apple mit dem neuen MacOS neben der alternativen Hardware auch alternativen Betriebssysteme eine Absage erteilen könnte, bleibt dahingestellt. In der Community zeigt man sich eher zuversichtlich, dass es sich schlicht um einen Bug handelt.



