Es war nur eine kleinere Meldung, die aber zu heftigen emotionalen Reaktionen unter den Anwendern des 3D-Grafikwerkzeugs Blender führte: Das KI-Unternehmen Anthropic tritt dem Blender Development Fund bei und unterstützt so die Weiterentwicklung monetär.
Konkret wird Anthropic ein Corporate Patron. Damit stellt das KI-Unternehmen lediglich Geld bereit und erhält explizit keinerlei Einfluss auf die Entwicklung. Die Spenden von Anthropic sollen nicht nur der Weiterentwicklung von Blender zugutekommen, sondern auch in zusätzliche wichtige Features fließen – die Blender Foundation hebt hier in ihrer Pressemeldung vor allem die Python API hervor.
Über die Höhe der Spenden machen Blender und Anthropic keine konkreten Angaben. Corporate Patrons müssen jedoch mindestens 240.000 Euro pro Jahr beisteuern. Unklar bleibt auch, warum gerade Anthropic und somit ein Entwickler von kommerziellen KI-Modellen eine quelloffene 3D-Software mit derart hohen Summen unterstützt.
Genau diese Frage diskutiert auch derzeit die Community. Dort vermutet man, dass Anthropic mit seiner Geste sein Image aufpolieren möchte. Viele sind zudem der Meinung, dass die KI von Anthropic die Künstler und somit die Anwender von Blender ausbeutet beziehungsweise überflüssig macht. Sie empfinden die Spende daher als Hohn und fordern die Blender Foundation auf, das Geld nicht anzunehmen beziehungsweise zurückzugeben.
Die starken Reaktionen auf die Ankündigung veranlassten schließlich den CEO von Blender, Francesco Siddi, sich auf Mastodon den Nutzern zu stellen. Warum Anthropic in Blender investiert, konnte Francesco Siddi ebenfalls nicht beantworten. In seinen Kommentaren weist er aber mehrfach ausdrücklich darauf hin, dass es sich explizit nur um eine Spende handelt – Anthropic hat folglich kein Mitspracherecht. Die Annahme des Geldes sei aus seiner Sicht aber eine schwierige ethische Frage.
Die Blender Foundation weist in ihrem Pressetext mittlerweile darauf hin, dass man das große Feedback auswerte. Wer noch weitere Anmerkungen habe, solle die Stiftung per E-Mail kontaktieren.
Wie die Blender Foundation auf die Kritik reagiert, steht daher zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht fest. Grundsätzlich handelt es sich bei Blender um ein äußerst komplexes Stück Software, das in vielen Unternehmen zum Einsatz kommt und dessen Weiterentwicklung folglich größere Summen erfordert.



