In einer großen Kundenumfrage hat Anthropic 81000 Personen zu ihren Vorbehalten und Erwartungen bezüglich KI befragt.
Ein Fünftel der Befragten war besorgt darüber, dass KI sie aus ihrem Job verdrängen könne. Teils konstatierten sie gleichzeitig eine Arbeitserleichterung durch KI, ein Softwareentwickler aber meinte im Gegenteil: “Als die KI Einzug hielt, begannen die Projektleiter, immer schwierigere Aufgaben und Fehler zur Behebung zu vergeben.”
Generell fühlten sich die Umfrageteilnehmer umso bedrohter durch KI, je mehr sie die einsetzten. So machten sich zum Beispiel Grundschullehrer weniger Sorgen als Softwareentwickler, die viel häufiger mit Anthropics Modell Claude umgehen. Zu den Berufen, die eine hohe Gefahr für Verdrängung aus dem Job sahen gehören auch Büroangestellte oder Grafikdesigner, mit einer mittleren Gefahr rechnen Autoren und Journalisten, kaum Gefahren sehen Pfarrer, Bauingenieure oder auch CEOs. Außerdem scheinen vor allem Einstiegsjobs bedroht zu sein. Befragte in einer mittleren Karrierephase hatten weniger Angst vor einer Verdrängung, noch weniger die erfahrenen Angestellten in einer späten Phase.
Der Durchschnitt der Umfrageteilnehmer war überzeugt, KI steigere ihre Produktivität, aber fast die Hälfte (42 Prozent) hatte keine klare Meinung. Negative Auswirkungen auf die Produktivität sahen nur 3 Prozent. Das Urteil fiel bei Personen mit gut bezahlten Jobs im Allgemeinen positiver aus, selbst wenn man dabei Softwareentwickler herausrechnet. Auch einige der am schlechtesten bezahlten Arbeitnehmer berichten von hohen Produktivitätssteigerungen. Zu den Berufsgruppen mit den höchsten Produktivitätssteigerungen gehört das Management, gefolgt von Berufen im Umfeld Computer und Mathematik (darin eingeschlossen Softwareentwickler) sowie Gesundheitswesen. Die geringsten Steigerungen beobachteten Teilnehmer mit Berufen in Wissenschaft und Rechtswesen.
Befragt nach der Art des Produktivitätsgewinns gaben fast die Hälfte der Befragten an, sie könnten dadurch mehr Arbeit bewältigen, am zweithäufigsten wurde genannt, die Arbeit ginge schneller von der Hand. Wesentlich weniger wurde “bessere Qualität” genannt und noch weniger, dass die Arbeit dadurch billiger werde.



