Aus Linux-Magazin 05/2026

Rust-Tools als Alternative zu Standard-CLI-Werkzeugen

© erstudiostok / 123RF.com

In der noch recht neuen Programmiersprache Rust geschriebene CLI-Tools treten an, um die bewährten, C/C++-basierten Vorgänger abzulösen. Wir fühlen den Neulingen auf den Zahn.

Für eine ganze Reihe von Linux-Kommandozeilenwerkzeugen, die sich über die letzten Jahrzehnte im Alltag bewährt haben, stehen mittlerweile Neuimplementierungen in der Programmiersprache Rust [1] bereit. Dieser Newcomer rüttelt zunehmend an dem Credo, C/C++ sei das einzig Wahre für die effiziente, systemnahe Programmierung. Das seit 2010 entwickelte und 2015 erstmals stabil veröffentlichte Rust erobert immer mehr Raum im Universum der Anwendungsentwickler. Zu den prominenten Projekten, die zumindest teilweise Rust-Code nutzen, zählen unter anderem der Webbrowser Firefox, das E-Mail-Programm Thunderbird, der Messenger Signal [2], das Betriebssystem Fuchsia [3] von Google sowie der Linux-Kernel selbst. Für letzteren stehen mehrere in Rust geschriebene Module bereit [4].

Der Hintergrund für die zunehmende Beliebtheit von Rust bei Entwicklern: Die Sprache wurde von vornherein so konzipiert, dass sie eine maximale Fehlerresistenz bietet und gleichzeitig eine sicherere Programmausführung ermöglicht als vergleichbarer C/C++-Code. Unsauberkeiten und Fehler, die ein C/C++-Compiler durchaus schluckt, erkennt das Rust-Gegenstück Rustc [5] bereits beim Übersetzen des Codes und fängt sie ab. Das erspart eine aufwendige Überprüfung zur Laufzeit.

Dabei liegt der Fokus insbesondere auf dem Zugriff auf Variablen und Datenstrukturen und dem Verhindern von Segmentation Faults durch falsche Adressen. In Sachen Ausführungsgeschwindigkeit hält Rust problemlos mit C/C++ mit, sowohl bei Single-Threaded- als auch bei Multi-Threaded-Anwendungen. Rust lässt sich gewissermaßen als eine deutlich striktere Variante ...

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