Gefälschte Kryptowährungs-Wallets im Snap Store haben Nutzer um Hunderttausende Dollar gebracht. Das Problem betrifft nicht nur Canonicals Paketquelle. Auch andere App-Stores kämpfen mit ähnlichen Herausforderungen. Ein Community-Projekt will mehr Transparenz schaffen.
Im Februar 2024 tauchte im Canonical Snap Store eine Anwendung namens Exodus [1] auf. Die Store-Seite präsentierte sich professionell: ein passendes Logo, ansprechende Screenshots, eine ausführliche Beschreibung und der seriös klingende Publisher-Name Movement Exod. Alles deutete auf eine legitime Kryptowährungs-Wallet-Anwendung hin, wie Abbildung 1 veranschaulicht. Doch der Schein [2] trog.

Abbildung 1: Auf den ersten Blick wirkt die Store-Seite von Exodus professionell und wenig verdächtig. Quelle: Alan Pope
Ein Nutzer mit dem Pseudonym castle meldete sich wenige Tage nach der Veröffentlichung im Snapcraft-Forum mit einer beunruhigenden Frage. Nach der Wiederherstellung seines Wallet über die App sei sein gesamtes Guthaben verschwunden, überwiesen an eine unbekannte Adresse. Der Schaden: rund 9 Bitcoin, zum damaligen Zeitpunkt etwa 490 000 US-Dollar.
Der ehemalige Canonical-Mitarbeiter Alan Pope analysierte die verdächtige Anwendung in einer isolierten virtuellen Maschine. Seine Erkenntnisse [3] fielen eindeutig aus: Während das echte Exodus-Wallet eine Electron-basierte Anwendung ist, handelte es sich beim Snap um eine Flutter-App. Die Metadaten in der »snap.yaml« enthielten noch die Standardplatzhaltertexte des Snapcraft-Templates – ein klares Indiz für eine hastig zusammengeschusterte Fälschung.
Das Funktionsprinzip der Malware ist denkbar simpel: Die App präsentierte dem Nutzer ein professionell gestaltetes Interface (Abbildung 2) und forderte ihn auf, seine 12-Wort-Recovery-Phrase einzu...
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