Fast ein Jahrzehnt nach dem Ende des Unternehmens Pebble erlebt die beliebte Smartwatch-Marke ein überraschendes Revival: Google hat PebbleOS offiziell als Open Source freigegeben, und Pebble-Gründer Eric Migicovsky kündigt zwei neue Smartwatches an.
Pebble startete ursprünglich 2012 mit einer äußerst erfolgreichen Kickstarter-Kampagne [1] und setzte Maßstäbe für Smartwatches. Vier Jahre später stellte das Unternehmen jedoch den Betrieb ein und wurde von Fitbit [2] übernommen, einschließlich der Rechte an PebbleOS und den damit verbundenen Technologien. Einige Jahre danach, im Jahr 2021, schluckte Google [3] Fitbit selbst. Fortan sollte PebbleOS schließlich Teil des Google-Portfolios sein. Das ermöglichte die jüngste Veröffentlichung des Betriebssystems unter der Apache 2.0 Lizenz.
Im Januar 2025 verkündete Google, dass die Software, die einst Pebble-Smartwatches betrieb, ab sofort auf Github [4] frei zur Verfügung steht. Darin besteht eine wesentliche Unterstützung für das Rebble-Projekt [5], eine Community von Freiwilligen, die seit dem Ende von Pebble vor knapp einer Dekade die Softwarepflege übernommen hatte. Zwar enthält das veröffentlichte Repository nicht alle Komponenten – besonders proprietäre Bluetooth-Stacks und Chipsatz-Treiber fehlen – aber das veröffentlichte PebbleOS bildet trotzdem eine starke Basis für Entwickler, die die Komponenten nun ergänzen können.
Eric Migicovsky [6], Pebble-Gründer, zeigt sich begeistert: “Ich kann gar nicht genug betonen, wie dankbar ich Google und dem Rebble-Team für ihre großartige Arbeit bin. Ihr habt den Traum am Leben erhalten und ermöglicht nun jedem, PebbleOS weiterzuentwickeln und zu verbessern.”
Neue Hardware: Core 2 Duo und Core Time 2
Neben der Open-Source-Veröffentlichung stellte Migicovsky über seine neue Firma Core Devices zwei neue Smartwatches [7] in Aussicht. Das Modell Core 2 Duo (Abbildung 1) orientiert sich stark am beliebten Pebble-2-Modell, verbessert aber Aspekte wie Akkulaufzeit (bis zu 30 Tage statt zuvor 7 Tage), Buttons (robuster und haltbarer), ein Mikrofon und einen integrierten Lautsprecher, der sich beispielsweise für eine Sprachausgabe durch Drittanbieter-Apps verwenden lässt. Sie verfügt über ein schwarz-weißes E-Paper-Display und kostet 149 USD. Erste Auslieferungen sind für Juli 2025 geplant.

Abbildung 1: Bei der Core 2 Duo schimmert das eindeutige Vorbild Pebble 2 durch. In einigen Punkten wie Akkulaufzeit ist die Uhr ihm deutlich überlegen.
Als Weiterentwicklung der ursprünglich geplanten Pebble Time 2 steht die Core Time 2 (Abbildung 2) mit einem größeren, farbigen E-Paper-Touchscreen, einem Metallgehäuse und zusätzlichen Features wie Herzfrequenzmessung in den Startlöchern. Auch für diese Smartwatch verspricht Pebble eine Akkulaufzeit von bis zu 30 Tagen. Der Anschaffungspreis für die High-End-Version beläuft sich auf 225 USD. Ab Dezember 2025 soll sie auf dem Markt sein.

Abbildung 2: Im Gegensatz zum Schwestermodell verfügt die Core Time 2 über ein Farbdisplay und weitere Zusatzfunktionen.
Migicovsky beschreibt seine Vision für die neuen Modelle klar: “Kein Unternehmen hat bisher die perfekte Smartwatch für Nutzer wie uns gebaut, mit Always-on-Display, langer Akkulaufzeit, physischen Buttons und der Möglichkeit, eigene Apps und Watchfaces zu entwickeln. Genau diese Kombination liefern unsere neuen Pebble-Uhren.”
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Core 2 Duo |
Core Time 2 |
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Display |
1,26 Zoll, Schwarz/Weiß |
1,5 Zoll, 64 Farben |
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Auflösung |
144×168 Pixel, 176 DPI |
200×228 Pixel, 202 DPI |
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Interaktion |
vier Buttons |
vier Buttons und Touchscreen |
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Gehäuse |
Polycarbonat |
Metall |
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Sensoren |
6-Achsen-IMU, Kompass, Barometer |
6-Achsen-IMU, Herzfrequenzmesser |
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Versandstart |
Juli 2025 |
Dezember 2025 |
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Preis |
149 USD |
225 USD |
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Mikrofon und Lautsprecher |
ja |
ja |
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Hintergrundbeleuchtung |
ja |
ja |
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Vibrationsmotor |
ja |
ja |
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Akkulaufzeit |
30 Tage |
30 Tage (geschätzt) |
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Anschluss |
Standard-Pebble-Ladegerät |
Standard-Pebble-Ladegerät |
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Wasserbeständigkeit |
IPX8 (angestrebt) |
IPX8 (angestrebt) |
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Gesundheitsfunktionen |
Schritt- und Schlaftracking |
Herzfrequenz-, Schritt- und Schlaftracking |
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Armbandbreite |
22 mm |
22 mm |
Ein Open-Source-Ökosystem
Auf den neuen Uhren läuft direkt das neuerdings offene PebbleOS [8]. Sie sind kompatibel mit über 10 000 bestehenden Pebble-Apps und Watchfaces. Zudem arbeitet das Team um Migicovsky bereits an einem aktualisierten Software Development Kit (SDK) sowie an einer Companion-App namens Cobble, die sowohl für Android als auch iOS verfügbar sein wird.
Die Pebble-Community zeichnet sich schon durch Stärke und Kreativität aus. Seit der Einstellung des offiziellen Supports vor mehreren Jahren haben Community-Mitglieder kontinuierlich an Verbesserungen gearbeitet. Die Freigabe von PebbleOS unter der Apache 2.0 Lizenz eröffnet jetzt völlig neue Möglichkeiten für Entwickler weltweit, um neue Funktionen zu entwerfen, Bugs zu beheben und Apps zu erstellen. Eric Migicovsky betont, wie wichtig die Community für den Erfolg von Pebble ist: “Ohne diese enthusiastische Gemeinschaft wäre Pebble heute nicht dort, wo es ist. Es sind Menschen, die Pebble lieben und durch ihre Arbeit dafür sorgen, dass Pebble weiterlebt.”
Migicovsky spricht gleichzeitig offen über die Herausforderungen [9] des Projekts, darunter die derzeit instabilen Zollsituationen zwischen den USA und China, die sich auch auf die Preise und Lieferungen auswirken könnten. Dennoch zeigt er sich optimistisch, auch dank der erheblichen Fortschritte im Entwicklungsprozess, die durch die Open-Source-Freigabe beschleunigt wurden: “Dass Google PebbleOS als Open Source freigegeben hat, war ein enormer Schritt, der uns massiv weitergebracht hat. Softwareentwicklung ist üblicherweise der langsamste Teil einer Produktentwicklung, doch diesmal hat es unseren Prozess erheblich vereinfacht.”
Zukunftsaussichten
Die Ziele von Migicovsky und seinem kleinen Team sind klar: Sie wollen nicht den Massenmarkt erobern, sondern eine nachhaltig funktionierende, enthusiastische Nische bedienen. Auch mögliche regulatorische Veränderungen, wie der Digital Markets Act der EU, könnten neue Chancen bieten. Dazu gehört beispielsweise die tiefere Integration von Drittanbieter-Smartwatches wie Pebble mit dem iOS-Betriebssystem von Apple. “Warum trage ich eine Smartwatch? Weil es Spaß macht. Jedes Mal, wenn ich auf meine Pebble schaue, bringt sie mich zum Lächeln. Genau dieses Gefühl wollen wir langfristig bewahren.” (csi)
Infos
- “E-Paper-Armbanduhr schlägt alle Rekorde auf Kickstarter”, Christian Klaß, golem.de: https://www.golem.de/news/pebble-smartwatch-e-paper-armbanduhr-schlaegt-alle-rekorde-auf-kickstarter-1204-91212.html
- “How the hot startup that stole Appel’s thunder wound up in Silicon Valley’s graveyard”, Steve Kovach, businessinsider.com: https://www.businessinsider.com/how-smartwatch-pioneer-pebble-lost-everything-2016-12
- Googles Fitbit-Übernahme: https://blog.google/products/platforms-devices/fitbit-acquisition/
- google/pebble-Repository bei Github: https://github.com/google/pebble
- Rebble: https://rebble.io/
- Eric Migicovskys Blog zum Pebble-Comeback: https://ericmigi.com/blog/why-were-bringing-pebble-back
- Ankündigung der neuen Pebble-Modelle: https://ericmigi.com/blog/introducing-two-new-pebbleos-watches
- PebbleOS, Github: https://github.com/pebble-dev/pebble-firmware
- Tick Talk: https://ericmigi.com/blog/i-started-a-podcast-called-tick-talk






