Aus Linux-Magazin 02/2025

Offene Daten Köln: Transparenz und Teilhabe im kommunalen Umfeld

© wrightstudio / 123RF.com

Das Webportal Offene Daten Köln macht seit 2012 vielfältige Datensätze mit kommunalem Bezug zugänglich und lädt darüber hinaus die Bürger ein, die Stadt aktiv mitzugestalten.

Alles begann mit einem Impuls aus der Stadtgesellschaft: Ein Civic-Tech-Aktivist startete Anfang 2012 das Portal http://offeneskoeln.de. Dort sammelte er per Webscraping Daten und Informationen aus dem Ratsinformationssystem der Stadt Köln und bot sie visuell ansprechend aufbereitet an. Der Vorstoß führte schnell zu einem konstruktiven Dialog zwischen der Verwaltung und der Open-Data-Community. Dabei wurde deutlich, wie wertvoll offene Daten aus dem kommunalen Kontext für die Stadtgesellschaft sein können.

Diese Erkenntnis spiegelte sich daraufhin in dem 2012 vom Rat beschlossenen Konzept zur Internetstadt Köln wider. Es enthielt den Plan, kommunale Rohdaten in einem Open-Data-Portal zu veröffentlichen. Bei dieser Selbstverpflichtung sollte es aber nicht bleiben, die Stadt bemühte sich um die Zusammenarbeit mit Experten.

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für offene Kommunikationssysteme FOKUS half, die strategischen und konzeptionellen Anforderungen zu klären. Gleichzeitig galt es, technische Strukturen aufzubauen, um Daten so veröffentlichen zu können, dass sie auch leicht auffindbar sind. Die Konsequenz war die Entwicklung eines Open-Data-Portals, das 2012 als eines der ersten seiner Art in Nordrhein-Westfalen online ging.

Die Kölner Open-Data-Portallösung gründet auf der Datenkataloglösung DKAN, die wiederum auf dem freien CMS Drupal basiert. Die Kölner Portallösung wird bis heute als Open Source auf Github zur Verfügung gestellt. Mit der Veröffentlichung auf Github verfolgt Köln konsequent den Weg der kollaborativen Entwicklung von Open-Government-Anwendungen und die Devise Open Source first.

Das Hauptziel von Offene Daten Köln [1] ist bis heute, die vielfältigen Informationsbestände der Stadt für stadtinterne und externe Nutzende so bereitzustellen, das sie sich schnell auffinden, dauerhaft erreichen, maschinell auslesen und flexibel nutzen lassen. Das verbessert Transparenz und Effizienz, macht neue Geschäftsmodelle in der Wirtschaft möglich und unterstützt die wissenschaftliche Forschung. Daneben stärkt es die Teilhabe von Bürgern an politischen Prozessen.

Kultureller Wandel

In den vergangenen Jahren wurde immer deutlicher, dass es mehr als nur technische Lösungen braucht, um eine transparente, partizipative und zukunftsorientierte Verwaltung umzusetzen. Dafür genügt ein Open-Data-Portal allein nicht. Eine der größten Herausforderungen war und bleibt der kulturelle Wandel zu einer Stadtverwaltung als transparente Institution. So ist es beispielsweise gelungen, mit dem OK Lab Köln eine engagierte regionale Gruppe von Interessierten zu stärken, die sich regelmäßig trifft, um an nützlichen Anwendungen rund um das Thema offene Daten zu arbeiten. Mehr dazu lesen Sie bei Interesse im Kasten “Kölner Datenenthusiasten engagieren sich”.

Die enge Zusammenarbeit mit der Community fördert die Weiterentwicklung des Portals sowie die strategische Auseinandersetzung innerhalb der Verwaltung. Die Impulse derjenigen, die regelmäßig mit den offenen Daten arbeiten, helfen, die Qualität der bereits bereitgestellten Datensätze zu optimieren. Neue Datenanfragen führen immer wieder zur Ausweitung des Datenbestands. Außerdem veranstaltet die Stadt Köln regelmäßig Events rund um den weltweiten Open Data Day. Das Ziel ist, Community, Gesellschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft miteinander ins Gespräch zu bringen.

Kölner Datenenthusiasten engagieren sich

Wir vom OK Lab Köln sind Menschen, die sich für offenes Wissen, offene Daten, Partizipation und Digitalisierung in Köln interessieren. Wir sind Teil von Code for Germany, einem Netzwerk von Ehrenamtlichen, die sich für eine gemeinwohlorientierte digitale Zukunft engagieren. Code for Germany hat sein rechtliches Zuhause bei dem gemeinnützigen Verein Open Knowledge Foundation Deutschland.

Seit vielen Jahren verwendet das OK Lab Köln die offenen Daten der Stadt als Basis für Projekte. So basiert die App GießtKölle zur Koordinierung der Bewässerung von Stadtbäumen auf dem Baumkataster der Stadt Köln. Der Pegelbot wiederum informiert via X mit kölschem Zungenschlag über den Wasserstand des Rheins und nutzt die Daten der Stadtentwässerungsbetriebe Köln. Die App Schulen in Köln verwendet mehrere Datensätze, um in einer interaktiven Karte Informationen zu den Schulen und der Bevölkerungsstruktur zu visualisieren.

Aktuell arbeiten wir an einer interaktiven Kartenanwendung zur digitalen Denkmalpflege, der die Kölner Denkmalliste zugrunde liegt [4]. Der Fokus der Anwendung liegt auf dem Einpflegen und Erfassen von 3D-Modellen der Kölner Denkmäler (Abbildung 1). Mittlerweile ist es fast so einfach, 3D-Modelle mit einem Smartphone zu erstellen, wie Fotos oder Videos aufzunehmen. Eine Alternative zu den zumeist kostenpflichtigen Apps wie WIDAR bietet dazu die freie Software Meshroom. Aus Fotos oder Videos lassen sich damit am Rechner 3D-Modelle erzeugen.

Neben 3D-Modellen gibt es noch mehr zu pflegen: Fotos, OpenStreetMap, Wikipedia-Einträge und ganz neue Podcasts zu den Denkmälern der Stadt. Hintergrundinformationen zum Thema Denkmäler und Geschichten rund um das Projekt runden die Anwendung ab. Gerade die Bronzedenkmäler haben es schwer in Köln. Etliche Bronzestatuen wurden in den letzten Jahren gestohlen. Anreiz dafür ist wohl der hohe Metallpreis. Virtuelle 3D-Modelle können helfen, das kulturelle Erbe zu erhalten.

Aus der Anwendung gelangt man auch zu einem 3D-Stadtmodell, in das die 3D-Modelle der Denkmäler integriert wurden (Abbildung 2). Es befindet sich gerade im Aufbau und wurde mit der freien Software Cesium erstellt. Die 3D-Gebäude sind dem freien landesweiten 3D-Gebäudemodell LoD2 von Geobasis NRW entnommen.

Falls Sie jetzt neugierig geworden sind: Wir treffen uns alle zwei Wochen im Lokal K in Köln [5] und quatschen über unsere Projekte, freie Daten und Software. (Martin Over/jcb)

Abbildung 1: Ein Projekt des OK Lab Köln visualisiert die Standorte von Denkmälern und verlinkt 3D-Modelle davon. Hier ein Fragment der alten Stadtbefestigung. Quelle: Stadt Köln

Abbildung 1: Ein Projekt des OK Lab Köln visualisiert die Standorte von Denkmälern und verlinkt 3D-Modelle davon. Hier ein Fragment der alten Stadtbefestigung. Quelle: Stadt Köln

Abbildung 2: Eine Übersicht über die Standorte von Denkmälern in einem Stadtplan entstand auf der Grundlage von Daten der Denkmalliste. Quelle: Stadt Köln

Abbildung 2: Eine Übersicht über die Standorte von Denkmälern in einem Stadtplan entstand auf der Grundlage von Daten der Denkmalliste. Quelle: Stadt Köln

Technik und Datenschutz

In Köln, der viertgrößten Stadt Deutschlands, produziert die Stadtverwaltung mit mehr als 21 000 Mitarbeitenden täglich eine enorme Menge an Daten. Um die offenen Daten in maschinenlesbarer Form mit möglichst wenig zusätzlichem Arbeitsaufwand bereitstellen zu können, setzt Köln auf Schnittstellenlösungen. Bei älterer Software für Fachverfahren oder bei informationstechnisch sensiblen Systemen werden die Daten zusätzlich manuell aufbereitet, um eine zuverlässige und sichere Nutzung zu gewährleisten.

Die Stadt achtet beim Neueinkauf von IT-Lösungen darauf, dass sie die Veröffentlichung von offenen Daten insbesondere über Schnittstellen ermöglichen. Die Open-Data-Fähigkeit ist als ein Grundsatz in den IT-Vergabeleitlinien fixiert. Schnittstellen reduzieren nicht nur den Verwaltungsaufwand, sondern verbessern auch die Datenqualität und die Aktualität. Beides sind elementare Aspekte, die maßgeblich darüber entscheiden, ob sich die bereitgestellten Daten leicht nutzen lassen. Gleichzeitig verbessern entsprechende Schnittstellen die Sicherheit und Korrektheit der Daten.

Das hat auch Einfluss auf den Datenschutz, der gerade im öffentlichen Kontext besonders wichtig ist. Vor allem bei großen Datenmengen sind der Aufwand und die Fehleranfälligkeit einer manuellen Datenüberarbeitung zur Prüfung und Anonymisierung im Vergleich mit einer automatisierten, anonymen Datenübermittlung unverhältnismäßig hoch.

Durch den engen Austausch mit dem Datenschutzbeauftragten der Stadt Köln wird im Einzelfall geprüft, inwieweit Daten schutzbedürftig sind. Ist der manuelle Bereinigungsaufwand zu hoch oder lässt sich der Datenschutz nicht garantieren, wird nichts veröffentlicht. Um den inhaltlich für die bereitgestellten Daten verantwortlichen Fachdienststellen eine Hilfestellung für die Prüfung der Datenschutzrelevanz an die Hand zu geben, plant die Stadt Köln aktuell, eine Checkliste zu entwickeln.

Standards und Rahmenbedingungen

Wichtig für den Erfolg von Open-Data-Bestrebungen ist die Orientierung an Normen, die Bereitstellung, Qualität und Nachnutzung der Daten regeln. In Nordrhein-Westfalen gibt es kein eigenständiges Open-Data-Gesetz, das Kommunen zur Bereitstellung offener Daten verpflichtet. Durch den Ratsbeschluss zur Internetstadt Köln im Jahr 2012 und mithilfe einer Entscheidung des Verwaltungsvorstands im Jahr 2015 hat sich Köln jedoch freiwillig zur Veröffentlichung offener Daten verpflichtet.

Konkret bedeutet das, dass alle im Rahmen der Verwaltungstätigkeit anfallenden, nicht unter Datenschutz stehenden maschinenlesbaren Daten anlasslos, unentgeltlich und barrierefrei auf Offene Daten Köln zur freien Verfügung bereitgestellt werden. Zudem hat Köln sich mit der Einführung von http://DCAT-AP.de, einem standardisierten Metadatenmodell, an nationale und europäische Vorgaben angepasst. Dieser Standard ermöglicht es, die Metadaten strukturiert bereitzustellen, sodass sie später erheblich einfacher wieder auffindbar sind. Außerdem werden die Daten automatisch in übergeordnete Portale wie das Landesportal http://Open.nrw, das Open Data Portal des Bundes http://GovData.de und das Europäischen Open Data Portal http://Data.europe.eu gespiegelt, was die Reichweite erhöht und die offenen Daten aus Köln über die kommunale Grenze hinaus sichtbar macht.

Ein weiterer Schritt, um die Nachnutzung zu erhöhen und mithilfe von Standards die Datenqualität zu verbessern, war die Änderung der Lizenz auf dem Portal. Seit Mitte 2022 veröffentlicht Köln offene Daten standardmäßig unter der Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0, die keinerlei Nutzungseinschränkungen auferlegt. Dieser Schritt reduzierte Unsicherheiten bei der Nachnutzung erheblich und erleichterte es, die Daten in Plattformen wie Wikidata zu integrieren, was wiederum Reichweite und Nutzen erhöht.

Kooperation und Vernetzung

Die Stadt Köln engagiert sich nicht nur für die Bereitstellung offener Daten im eigenen lokalen Umfeld, sondern unterstützt auch andere öffentliche Träger beim Veröffentlichen ihrer Daten. Derzeit betreibt Köln technisch die Open-Data-Portale von 16 behördlichen Einrichtungen, darunter sind Städte wie Münster, Bonn, Düsseldorf und Darmstadt sowie das Rechenzentrum KDVZ Rhein-Erft-Rur.

Die Stadt Köln bietet ein umfassendes Serviceangebot zum Selbstkostenpreis, das den technischen Betrieb der Open-Data-Plattform umfasst. Dazu gehören die Bereitstellung und Administration der Serverinfrastruktur, die Datensicherung sowie der Betrieb und die Wartung des Services DKAN im geschützten Rechenzentrum der Stadt. Die fachliche Betreuung und Pflege der Inhalte obliegen den behördlichen Einrichtungen selbst, während Köln die technische Basis und den sicheren Betrieb gewährleistet.

Neben diesen technischen Dienstleistungen tauscht sich die Stadt Köln intensiv mit anderen öffentlichen Trägern auf kommunaler, bundesweiter und europäischer Ebene aus. Im Rahmen des Dachverbands kommunaler IT-Dienstleister in Nordrhein-Westfalen (KDN) teilt Köln regelmäßig Erfahrungen und Best Practices. Auf Bundesebene kooperiert die Stadt Köln mit dem Kompetenzzentrum Open Data des Bundesverwaltungsamts, wo sie beispielsweise im September 2024 ihre Referenzarchitektur des Open-Data-Portals präsentierte. Auf europäischer Ebene gibt es einen Austausch im Eurocities-Netzwerk [3], um gemeinsame Ansätze und Strategien für Open Data zu entwickeln und voranzutreiben.

Ein weiteres aktuelles Beispiel für die Bedeutung dieses Austauschs ist die Auseinandersetzung mit dem Thema hochwertige Datensätze gemäß der Durchführungsverordnung (EU) 2023/138. Sie legt bestimmte hochwertige Datensätze und die Modalitäten ihrer Veröffentlichung und Weiterverwendung fest. Darunter fallen unter anderem Daten zur Geologie, zur Bodennutzung, zum Gewässernetz oder zu Schutzgebieten, Lebensräumen und Biotopen. Während die Pflicht zur Veröffentlichung klar definiert wurde, blieben die konkreten Umsetzungsaufgaben für die Kommunen offen. Hier war der gemeinsame Dialog essenziell, um sich zielgerichtet auf die neue Gesetzeslage einzustellen und praktikable Lösungen zu entwickeln.

Um Open Data erfolgreich umzusetzen, ist es nötig, dass Kommunen und andere öffentliche Bereitsteller von Daten sich intensiv austauschen und eng zusammenarbeiten. Durch gegenseitige Unterstützung und das Teilen von Erfahrungen entstehen neue Impulse und entwickeln sich innovative Ansätze. Erst das Netzwerk ermöglicht es, sich gemeinsam den Herausforderungen zu stellen, die alle Open-Data-Akteure betreffen.

Umstellung auf DKAN V2

Der jüngste Meilenstein der Offenen Daten Köln ist die Umstellung des Open-Data-Portals auf die neue Version von DKAN zum Jahresbeginn 2025. Die Umstellung auf DKAN Version 2 bietet durch die entkoppelte und Microservice-freundliche Entwicklung eine moderne und flexible Architektur. Sie erlaubt es, einzelne Komponenten unabhängig zu aktualisieren und zu erweitern. Das erleichtert unter anderem die Wartung des Portals. Im Laufe des Jahres werden auch die momentan 16 Kunden, die ihr Open-Data-Portal von der Stadt Köln betreiben lassen, auf die neue Version von DKAN umgestellt.

Neben dem technischen Komplettumbau des Portals hat Köln auch die Portaloberfläche neugestaltet. Ziel war es, mittels neuester Webdesignstandards die Benutzerführung zu verbessern. Die Datensätze sollen sich leichter auffinden lassen und alles visuell attraktiver wirken. Ein zentrales Element ist die Möglichkeit, Daten zu visualisieren und damit Informationen für alle leichter zugänglich zu machen, unabhängig vom technischen Hintergrund des Nutzers. Ansprechende Grafiken, Kartenausschnitte und Diagramme bereiten komplexe Datensätze verständlich auf. Das fördert nicht nur das Verständnis für die bereitgestellten Informationen, sondern motiviert auch zur aktiven Auseinandersetzung mit den Daten.

Durch die verbesserte Nutzbarkeit des Portals sollen langfristig mehr Anwendungsfälle entstehen und der Mehrwert durch erhöhte Transparenz gesteigert werden. Die Stadt Köln setzt damit ihre Strategie fort, offene Daten nicht nur für Dateninteressierte nutzbar zu machen, sondern für alle Bürger und Mitarbeiter, und so einen Beitrag zur digitalen Teilhabe zu leisten.

Beispiele

Da die Stadt Köln den größten Teil der Datensätze unter der Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0 bereitstellt, die eine Nutzung ohne Namensnennung vorsieht, erhält sie nicht immer Rückmeldungen über die Verwendung und den daraus entstehenden Mehrwert. Es gibt allerdings immer wieder Beispiele dafür, wie die Daten benutzt worden sind. Das betrifft etwa die Navigation mithilfe von Google Maps: Sobald man eine Route durch Köln wählt, erhält man gegebenenfalls die Information, dass die Route durch die Umweltzone führt. Google nutzt dazu die Informationen von Offene Daten Köln über die Umweltzonen im Stadtgebiet.

Die Open-Data-Community in Köln hat zudem verschiedene Anwendungen entwickelt, die auf den bereitgestellten Daten basieren. So pflegt das Projekt Kulturpfade zur Digitalisierung und Wiederbelebung der Kulturpfade in Köln Metadaten über die Denkmäler der Stadt (Abbildung 3). Die Anwendung Denkmal in**4D stellt die Geschichte Kölns in Karten, Bildern, Urkunden und sozialen Netzwerken dar. Der Alexa-Skill Alexa Wartezeit KUZ liefert Informationen zu Wartezeiten, Öffnungszeiten und Adressen der Kundenzentren in Köln. Die App HalloBaum verbindet Bürger mit den Bäumen in ihrer Nachbarschaft. Dank der Nutzung öffentlich zugänglicher Daten aus dem Baumkataster der Stadt lassen sich Informationen wie Art, Alter und Maße der Bäume abrufen. Die App berechnet zudem Merkmale wie den CO2-Bindungswert der Pflanzen und fördert so das Bewusstsein für die Bedeutung von Stadtbäumen.

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Abbildung 3: Über die Kulturpfade lassen sich Sehenswürdigkeiten bei einem Spaziergang im Stadtbezirk Lindenthal entlang einer vorgeschlagenen Route verbinden. Quelle: Stadt Köln

Blick in die Zukunft

Die Stadt Köln plant umfassende Maßnahmen, um das Open-Data-Portal weiterzuentwickeln und seine Nutzung zu steigern. Ein wichtiger Fokus liegt darauf, das Portal noch bekannter zu machen, sowohl innerhalb der Verwaltung als auch in der breiten Öffentlichkeit. Als wichtigste Datenlieferanten der Stadtverwaltung spielen selbstverständlich auch die Mitarbeiter eine zentrale Rolle beim Aufbau eines soliden und qualitativ hochwertigen Datenbestands. Gezielte Informationskampagnen sollen sie stärker auf die Bedeutung von Daten, deren Nutzen und die Relevanz offener Daten hinweisen.

Die Stadt will aber nicht nur das Portal bekannter machen, sondern auch die Datenressourcen weiter ausbauen und die Datenqualität verbessern. Die Bereitstellung neuer Datensätze und die regelmäßige Aktualisierung bestehender Informationen sollen den Nutzen des Portals weiter erhöhen (Abbildung 4). Auch stadtinterne Anwendungsfälle spielen dabei eine Rolle. So könnten künftig bei der Verkehrsplanung offene Verkehrsdaten analysiert werden, um stark frequentierte Bereiche zu entlasten und Verkehrsströme gezielter zu steuern. Einen weiteren praktischen Mehrwert offener Daten soll die Einführung einer Gemeinwohlkarte bringen. Darin können Bürger soziale Angebote, relevante Dienstleistungen und Einrichtungen in ihrer Nähe finden.

Abbildung 4: Mit diesem Formular lassen sich Daten anfordern, die bislang noch nicht ver&ouml;ffentlicht wurden.

Abbildung 4: Mit diesem Formular lassen sich Daten anfordern, die bislang noch nicht veröffentlicht wurden.

Langfristig strebt die Stadt den Übergang zu Linked Open Data an. Ziel ist es, die bereitgestellten Daten nicht nur zu veröffentlichen, sondern sie intelligent miteinander zu verknüpfen, um zusätzliche Einblicke und innovative Anwendungen zu ermöglichen. Diese Entwicklung steht im Einklang mit nationalen und europäischen Bestrebungen, offene Daten interoperabel und maschinenlesbar bereitzustellen.

Fazit

Seit 13 Jahren gibt es offene Daten bei der Stadt Köln. Die Erkenntnis: Offene Daten sind kein Selbstzweck, sondern ein Querschnittsthema, das Kommunikation, Kooperation und langfristige Planung erfordert. Der Wert von Daten, auch oder besonders im öffentlichen Kontext, wurde in den letzten Jahren überaus deutlich. Das zeigte sich unter anderem bei der Bewältigung der Corona-Pandemie, der Auseinandersetzung mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz sowie der Umsetzung von Smart-City-Projekten. Auch wenn sich die offenen Daten mit der Transparenz der Verwaltung und dem Teilen von kommunalen Informationen zuerst einmal nach außen richten, darf man den Mehrwert einer systematischen Auseinandersetzung mit dem Thema Daten für die stadtinternen Prozesse nicht vernachlässigen.

Durch das Bereitstellen strukturierter und maschinenlesbarer Daten lassen sich Verwaltungsaufgaben effizienter bearbeiten. Bürger, Wissenschaft und Wirtschaft erhalten verlässliche Informationen mit kommunalem Bezug, die sie für ihre Zwecke weiterverarbeiten können (Abbildung 5). Eine intuitiv zu bedienende, übersichtlich gestaltete Open-Data-Plattform ist elementar, um eine breite Nutzergruppe anzusprechen. Nur Daten, die gefunden werden, können Mehrwert erzeugen.

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Abbildung 5: Das Projekt Offene Daten Köln in der Übersicht. Quelle: Stadt Köln

Mit Blick auf die Zukunft liegt der Fokus beim Thema offene Daten darauf, die Plattform als zentrale, verlässliche Daten- und Informationsquelle für verwaltungsinterne und externe Nutzer weiter auszubauen. Dabei nimmt die Stadt Köln wie schon in der Vergangenheit eine Vorreiterrolle ein, insbesondere hinsichtlich Transparenz und Teilhabe. Open Data ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess, der von Engagement und Innovation lebt. (jcb)

Infos

  1. Offene Daten Köln: http://www.offenedaten-koeln.de
  2. Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0: https://www.govdata.de/dl-de/zero-2-0
  3. Eurocities-Netzwerk: https://eurocities.eu
  4. Kölner Denkmalliste: https://codeforcologne.github.io/Denkmal-4D-Koeln
  5. Treffen des OK Lab Köln: https://www.meetup.com/de-DE/codeforcologne/
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