Aus Linux-Magazin 01/2025

CLI-Werkzeuge im Kurztest

© Niall Wiggan / 123RF.com

USB-Tool Cyme 1.8.5, Web-Dashboard Dashgoat 1.7.9, Festplattenmonitor Dysk 2.9.1, Grep-Alternative Srgn 0.13.3, Texteditor Vine NET/1, OSINT-Plattform Web-Check v1.

Cyme 1.8.5

USB-Geräte-Monitor

Quelle: https://github.com/tuna-f1sh/cyme

Lizenz: GPLv3

Alternativen: Lsusb

USB hat sich zum Standard für den Anschluss externer Geräte aller Art entwickelt. Es gibt zahlreiche Tools, um USB-Komponenten einzubinden oder den Busstatus abzufragen. Mit dem Rust-basierten Cyme steht nun ein weiteres Werkzeug zur Verfügung. Im Github-Repository stehen Binärpakete zum Download bereit.

Neben der Manpage und der ausführbaren Datei enthält das Paket auch Konfigurationsmodule für die Autovervollständigung bei gängigen Shells. Wie das Standard-Tool Lsusb ermöglicht auch Cyme das Anzeigen der Einstellungen einzelner USB-Geräte. Dabei verwendet Cyme für Baum-, Bus- und Herstelleransicht dieselbe Parameterbelegung wie Lsusb. So finden Sie sich sofort zurecht. Cyme kann aber mehr: Es bereitet die Ausgabe farblich auf und versieht sie mit Symbolen, sodass Sie sich besser orientieren können. Mit den Parametern »–color« und »–icon« schalten Sie bei Bedarf auf eine monochrome Anzeige um. Daneben ist eine sortierte Ausgabe nach Gerät oder Bus-ID möglich. Mit »–headings« blendet Cyme bei Bedarf eine Kopfzeile ein, die die Orientierung in den Spalten erleichtert. Für eine automatisierte Weiterverarbeitung legen Sie mit »–json« eine Ausgabe im JSON-Format fest. Mithilfe der Schalter »–hide-hubs« und »–hide-buses« blenden Sie nicht belegte Hubs und Busse aus.

  Cyme bietet zahlreiche Einstellungsmöglichkeiten und wird aktiv weiterentwickelt. Ein Blick lohnt sich also.

Dashgoat 1.7.9

Einfaches Web-Dashboard

Quelle: https://github.com/iobear/dashgoat

Lizenz: MPL-2.0

Alternativen: Uptime-kuma

Beim Go-basierten Dashgoat handelt es sich um ein schlichtes Web-Dashboard. Im Github-Repository des Projekts finden Sie Binärpakete für alle wichtigen Plattformen. Im Gegensatz zu vielen anderen Lösungen arbeitet Dashgoat nicht nach dem Pull-Verfahren. Stattdessen lauscht es auf allen vorhandenen Interfaces an Port 2000 auf eingehende Verbindungen. Mit »-ipport« begrenzen Sie die Aktivität des Werkzeugs auf eine bestimmte Schnittstelle oder setzen einen anderen Port.

Es empfiehlt sich, beim Start mit »-updatekey« einen eigenen Zugangsschlüssel festzulegen, den das Tool beim Status-Update von Clients zur Authentifizierung in der Payload mitgibt. Allerdings nutzen alle Clients denselben Schlüssel, und die Kommunikation erfolgt unverschlüsselt. Die Clients übermitteln ihre Statusaktualisierungen via Curl an Dashgoat, die Github-Seite liefert entsprechende POST-Beispiele. Möchten Sie Dashgoat mit weiteren Werkzeugen wie Alertmanager oder Prometheus kombinieren, finden Sie dazu ebenfalls Erläuterungen im Github-Repo. Daneben hat Github auch eine Beispielkonfiguration für Dashgoat selbst im Sortiment. Alternativ konfigurieren Sie das Tool bei jedem Start über Aufrufparameter. Es gibt außerdem die Möglichkeit, das Dashboard mit anderen Dashgoat-Instanzen zu verbinden.

  Aufgrund der rudimentären Zugangskontrolle und der fehlenden Transportverschlüsselung eignet sich das Tool eher für den internen Gebrauch.

Dysk 2.9.1

Datenträger-Monitor

Quelle: https://dystroy.org/dysk/

Lizenz: MIT

Alternativen: Df

Den Füllstand von Datenträgern behalten die meisten Anwender mit dem GNU-Tool Df im Auge. Das Rust-basierte Werkzeug Dysk ist eine Alternative mit optisch ansprechenderer Ausgabe. Auf der Homepage des Projekts stehen Binärpakete für x86_64 und ARM32/64 zum Herunterladen bereit.

Ohne weitere Parameter aufgerufen, listet Dysk den Platzverbrauch der einzelnen Partitionen nach Größe absteigend sortiert auf und zeigt dazu ein Balkendiagramm. Der Parameter »–ascii« sorgt für eine einfache ASCII-basierte Darstellung. Über »–sort« legen Sie ein anderes Feld als Sortierungsbasis fest, die Feldreihenfolge geben Sie bei Bedarf mit »–cols« vor. Dabei lassen sich Felder aus der Übersicht entfernen und andere einfügen. Eine Übersicht aller verfügbaren Felder liefert »–list-cols«. Für eine automatisierte Weiterverarbeitung legen Sie eine Ausgabe im JSON- oder CSV-Format fest. Mit »–csv-separator« definieren Sie einen anderen Feldtrenner für CSV. Die Ausgabe lässt sich über Filter eingrenzen. Dazu geben Sie Dysk den Parameter »–filter« gefolgt von der Filterbeschreibung mit. Dabei können Sie mehrere Einschränkungen kombinieren. Die Onlinehilfe ( »–help«) liefert Anwendungsbeispiele, ausführlichere Erläuterungen stehen auf der Projektseite zur Verfügung.

  Dysk präsentiert sich als optisch attraktive, funktionsreiche Alternative zum klassischen GNU Df und wird aktiv weiterentwickelt.

Srgn 0.13.3

Grep für Quellcode

Quelle: https://github.com/alexpovel/srgn

Lizenz: Apache 2.0

Alternativen: Grep

Bei der Suche nach Textmustern in Dateien stellt Quellcode die meisten Tools vor besondere Herausforderungen. Mit dem in Rust geschriebenen Srgn können Sie solche Muster in einem Arbeitsschritt finden und manipulieren. Es sieht sich selbst als Kombination der Werkzeuge Tr, Sed, Ripgrep und Tree-sitter. Das Projekt stellt auf Github Binärpakete bereit, mit denen Sie sofort loslegen. Sie enthalten lediglich die ausführbare Datei, eine kurze Onlinehilfe steht mit »-h« zur Verfügung.

Den zu durchsuchenden Text übergeben Sie dem Tool via Standardeingabe, die bei Grep übliche Übergabe einer Datei als Parameter beherrscht es nicht. Srgn bietet viele Einstellungen, eine ausführliche Beschreibung samt Anwendungsbeispielen finden Sie auf der Github-Seite des Werkzeugs. So gibt es zahlreiche Parameter, mit denen Sie Schreibweisenanpassungen für das Suchmuster vornehmen, von Groß-/Kleinschreibung über Operatorsymbole bis hin zur Umwandlung deutscher Umlaute. Besondere Unterstützung bietet Srgn für die Programmiersprachen Rust, Go, C, C++, Python, HCL und Typescript. So können Sie für C festlegen, dass die Software nur in »struct«-Definitionen nach einem Muster sucht. Die Github-Seite des Projekts liefert dazu viele Anwendungsbeispiele.

  Eine Beschreibung der vielfältigen Einsatzmöglichkeiten von Srgn würde den Rahmen dieses Tipps sprengen. Bei Interesse sollten Sie unbedingt einen Blick riskieren.

Vine NET/1

Kompakter Editor

Quelle: https://github.com/ElisStaaf/qv

Lizenz: Apache License Version 2.0

Alternativen: Nano, Kilo

Unter Linux steht eine Vielzahl von Editoren zur Auswahl. Mit dem C-basierten Vine gibt es nun einen weiteren kompakten Kandidaten. Allerdings müssen Sie das lediglich 47 KByte große Programm selbst kompilieren. Möchten Sie Vine nicht direkt unter »/usr/bin/« installieren, müssen Sie vor dem Erstellen des Makefiles den Zielort in der »CMakeLists.txt« entsprechend anpassen.

Rufen Sie Vine ohne Parameter auf, gelangen Sie direkt in den Editorbereich. Um eine Datei zu bearbeiten, übergeben Sie deren Namen als Aufrufparameter. Syntax-Highlighting und Zeilennummerierung sind bei Vine immer aktiv. In der aktuellen Version unterstützt das Highlighting ausschließlich C, C++, Go, Python und Rust. Einen Befehlsmodus wie Vi oder Vim kennt der Vine nicht, mit nur fünf Tastenkürzeln bleibt der Funktionsumfang überschaubar. Die auf der Github-Seite beschriebenen Tastenkürzel zum Löschen einzelner Zeilen oder Zeichen funktionierten im Test zudem nicht. Laut der Github-Projektseite unterstützt Vine die Konfigurationsdatei »$HOME/.vinerc«, in der sich unter anderem die Tabulatorschrittweite anpassen lässt. Auch diese Anpassungen funktionierten auf dem Testsystem nicht.

  Das noch sehr junge Projekt Vine wartet mit einem interessanten Ansatz auf, der auf Geschwindigkeit und intuitive Bedienung abzielt. Das Tool hat zweifellos Potenzial, doch hapert es derzeit noch bei der Nutzerfreundlichkeit.

Web-Check v1

Einfache OSINT-Plattform

Quelle: https://github.com/Lissy93/web-check

Lizenz: MIT

Alternativen: keine

Auf manche Webauftritte möchte man gern einen genaueren Blick werfen. Web-Check erspart, dabei alle Informationen manuell zusammentragen und auswerten zu müssen. Das webbasierte Werkzeug ermittelt nach Eingabe einer URL wichtige Daten wie den Serverstandort, Infos über das verwendete SSL-Zertifikat, den HTML-Header, den DNS-Eintrag und viele weitere Details. Darüber hinaus prüft es, welche bekannten Ports erreichbar sind, und führt ein Traceroute aus, um den Verbindungsweg aufzuzeigen. Außerdem kontrolliert Web-Check, ob sich die URL auf einer der Blocklisten von Adguard, Cloudflare, Google oder OpenDNS findet. Das Ergebnis bereitet die Software als übersichtliche Webseite auf. Im unteren Bereich finden Sie zusätzlich die Adressen von über 20 weiteren OSINT-Webseiten, mit deren Hilfe Sie die untersuchte URL weiter analysieren können. In der Regel genügt es, auf einen Link zu klicken. Web-Check füllt dann beim Aufruf eigenständig die Formularfelder der jeweiligen Seite aus.

Eine Beschreibung aller Funktionen des Tools finden Sie auf der Github-Projektseite. Am einfachsten installieren Sie das Tool als Docker-Image, fertige Abbilder gibt es auf Docker-Hub für AMD64 und ARM64. Als Alternative liefert das Quellarchiv eine Dockerfile-Datei mit, die Sie anpassen und selbst bauen können.

  Wenn Sie komfortabel Web-OSINT nutzen möchten, liegen Sie mit Web-Check goldrichtig. (Uwe Vollbracht/jlu)

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