Nach dem Wahlsieg Donald Trumps diskutiert die KI-Szene, was auf sie zukommen könnnte.
Trump hat wiederholt erklärt, dass er Bidens KI-Politik vom ersten Tag an abschaffen will, und er hat sich mit den Kräften verbündet, die alle bis auf die leichtesten Maßnahmen scharf kritisiert haben. Bidens KI-Politik trat durch eine im Oktober 2023 erlassene Durchführungsverordnung, die AI Executive Order, in Kraft. Zwei der wichtigsten Bestimmungen dieser Verordnung, die den Zorn einiger Republikaner auf sich gezogen haben, betreffen die Sicherheitsrisiken der KI und die Auswirkungen auf die Sicherheit in der realen Welt. Eine Bestimmung verpflichtet Unternehmen, die leistungsstarke KI-Modelle entwickeln, der Regierung mitzuteilen, wie sie diese Modelle trainieren und wie sie sie absichern. Die Ergebnisse von Tests müssen vorgelegt werden – so sollen sich Schwachstellen in den Modellen aufdecken lassen. Die andere Bestimmung weist das National Institute of Standards and Technology (NIST) des Handelsministeriums an, einen Leitfaden zu verfassen, der Unternehmen hilft, Schwachstellen in Modellen zu erkennen und zu korrigieren. Mit Trump verbündete Kritiker der Verordnung bemängeln, die Berichtspflichten würden Unternehmen dazu zwingen, Firmengeheimnisse preiszugeben und potenzielle Investoren vergraulen. Außerdem wird argumentiert, die “woken Sicherheitsstandards des NIST” wären der Versuch, die KI-Entwicklung mit liberalen Vorstellungen von Desinformation und Voreingenommenheit zu steuern.
Weiter wird spekuliert, der Handelskrieg mit China könne sich ausweiten, wenn Trump wie angekündigt bis zu 60prozentige Strafzölle auf Importe aus China einführt. Würden auch Consumer Tech-Produkte besteuert, würde das ihre Preise in den USA stark erhöhen, Laptop-Preise könnten sich verdoppeln, die Preise für Spielekonsolen um 40 Prozent steigen, die für Smartphones um ein Viertel. Der Zugang der Amerikaner zu den neuesten Technologien zu erschwinglichen Preisen könnte gefährdet sein. Dazu kommt, dass Trump auch Taiwan, den größten Chipproduzenten der Welt, mit Zöllen belegen will. Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company zählt dabei NVIDIA und Apple zu ihren Hauptkunden. Dabei könnte NVIDIA aufgrund der hohen Nachfrage nach seinen GPUs am ehesten höhere Preise in Folge der möglichen Zölle von seinen Kunden fordern.
Tech-Aktien wurden nach der Wahl Trumps allgemein höher gehandelt. Die Aktien von Intel und Nvidia stiegen am Tag nach der Wahl um 6,9 bzw. 4,3 Prouzent, während der Nasdaq Composite um 2,8 Prozent zulegte. Die Aktien von Alphabet stiegen um 3,7 Prozent. Meta Platforms waren mit einem Minus von 0,8 Prozent ein bemerkenswerter Nachzügler.






