Nach längeren Diskussionen auf der Mailingliste, sowie einer Abstimmung des Gentoo Councils steht nun fest: Die Itanium-Architektur (IA-64) findet bei Gentoo Linux nicht länger Unterstützung. Gentoo will in Folge dieses Beschlusses alle IA-Bestandteile abschaffen.
Der Hauptgrund für diese Entscheidung sei, dass es dem für IA-64 zuständigen Gentoo-Teams nicht möglich sei, diese Architektur ohne Kernel- und Glibc-Support weiter am Laufen zu halten. Überdies fehle ein funktionierendes Entwicklungssystem und selbst ein gut etablierter Emulator sei Mangelware. Dass es für die Architektur nur sehr wenige Benutzer und Interessenten gebe, führt das Projekt als weiteren Grund für den Rückzug an. Vorausgegangen war, dass die Itanium-Architektur bereits Ende 2023 mit Version 6.7 aus dem Linux Kernel verschwunden ist und auch aus der Glibc.
Zum weiteren Vorgehen von Gentoo heißt es in der entsprechenden Mitteilung, dass das Projekt noch im September alle IA-64-Profile entfernt, die IA-64-Schlüsselwörter komplett aus allen Paketen löscht und auch sämtliche noch offenen IA-64-bezogenen Gentoo-Bugs schließt.
Die Itanium-Architektur hatten Hewlett-Packard und Intel gemeinsam für den gleichnamigen Prozessor entwickelt, der 2001 auf den Markt kam. Die Linux-Welt blieb dem Itanium insgesamt deutlich länger treu als die Serverversionen von Windows. Dort markiert bereits Windows Server 2008 R2 aus dem Jahr 2009 die letzte Itanium-Version.



