LyX unterstützt EPUB und bringt viele Verbesserungen

Nach rund sechs Jahren Entwicklungszeit liegt eine neue Version des Editors LyX vor. Die nutzt standardmäßig UTF-8, kann EPUB-Dokumente erzeugen, unterstützt DocBook 5 und bietet für Autoren viele weitere nützliche Annehmlichkeiten.

Wer LaTeX-Dokumente bearbeitet, stolpert fast unweigerlich irgendwann auch über den altehrwürdigen Editor LyX. Bereits Ende 2017 startete die Entwicklung der Version 2.4, die jetzt nach fast sieben Jahren ein Ende gefunden hat. Dementsprechend lang ist die Liste mit Neuerungen.

Zunächst lässt sich die Benutzeroberfläche in dunkle Farbtöne tauchen (Dark Mode). Des Weiteren nutzt LyX standardmäßig die Zeichenkodierung UTF-8. Diesen Unicode-Standard nutzen mittlerweile auch die meisten großen LaTeX-Distributionen.

Die in LyX erstellten Dokumente ließen sich bereits in den Vorversionen via DocBook ausgeben. In LyX 2.4 haben die Entwickler diese Anbindung überarbeitet. Insbesondere unterstützt der Editor jetzt DocBook 5. Darüber hinaus erzeugt LyX jetzt XHTML5 anstelle von XHTML1. Damit einher geht, dass der Editor keine HTML-Entities wie “ ” mehr ausgibt.

Verbesserungen gibt es auch bei den Tabellen. Beim Einfügen einer solchen offeriert LyX verschiedene Tabellenstile. So kann man etwa schnell festlegen, dass die Tabelle dem „formal“-Stil folgen soll. Auf Wunsch kann LyX Tabellenspalten automatisch bis zur festlegten Tabellenbreite ausdehnen (Variable Table Column Width).

Das LyX-Team hat zahlreiche Dialoge überarbeitet und in diesem Zug die Bedienung des Suchen- und Ersetzen-Funktion sowie des Bib(la)TeX-Fensters vereinfacht. Mathematische Formeln lassen sich Dank einer überarbeiteten Darstellung leichter bearbeiten, hoch- und tiefgestellten Text (Superscripts und Subscripts) stellt der Editor korrekt dar. Bei der Eingabe von kursiven Texten stellt sich auch die Eingabemarke schräg.

Einträge für den Index lassen sich leichter festlegen und umsortieren. Das betrifft insbesondere untergeordnete Einträge. Die zuvor dazu notwendige „makeindex“-Synatx soll man nicht mehr hinzuziehen müssen. LyX führt schließlich noch Felder ein, wie man sie aus Textverarbeitungen kennt. Mit ihnen lässt sich unter anderem das jeweils aktuelle Datum in den Text setzen.

Anders als Textverarbeitungen und herkömmliche Texteditoren arbeitet LyX nach dem Prinzip What You See Is What You Mean (WYSIWYM). Dabei formatiert der Editor die Texte passend zu ihrer Bedeutung und nicht wie sie später im fertigen Dokument erschienen.

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