Website-Grabber Dlm 0.3.5, Github-Downloader Dra 0.5.2, Website-Lasttest Oha 1.0.0, Shell-Skript-Alarmdienst Pingme 0.2.6, Ls-Alternative Pls 0.0.1-beta4, modernisierter SSH-Ersatz Ssh3 0.1.4.
Dlm 0.3.5
HTML-Pages speichern
Quelle: https://github.com/agourlay/dlm
Lizenz: Apache 2.0
Alternativen: Wget, Curl
Mit dem Rust-basierten Werkzeug Dlm laden Sie den Inhalt einer oder mehrerer Webseiten herunter. In aktuellen Distributionen fehlt Dlm noch, Binärpakete finden Sie auf Github. Als Dokumentation stehen lediglich die Online-Hilfe und die Projektseite zur Verfügung. Auf Letzterer finden Sie auch ein Anwendungsbeispiel.
Eine Textdatei mit den Adressen der herunterzuladenden Seiten übergeben Sie hinter »–inputFile«. Dabei enthält jede Zeile genau eine URL. Die Pages landen als HTML-Dateien unter dem Namen der jeweiligen URL in einem Zielverzeichnis, das Sie beim Aufruf mit »–outputDir« angeben. Die Verweise im HTML-Quellcode passt Dlm nicht an, verlinkte Inhalte wie Bilder fehlen daher im Download. Sie erhalten also nur den reinen Text der Seite. Beim Aufruf definieren Sie mit »–maxConcurrentDownloads« die Anzahl der parallel zu nutzenden Verbindungen, einen Proxy-Server geben Sie hinter »–proxy« an. Über »–retry« legen Sie fest, wie oft Dlm versucht, eine Seite herunterzuladen. Den Verlauf der Datenübertragung visualisiert das Werkzeug mit einem Fortschrittsbalken in der Konsole. Weitere Statusausgaben zeigen, welche Zeilen der Eingabedatei Dlm gerade verarbeitet.
Das noch junge Dlm ist definitiv kein Webcrawler, der ganze Sites herunterladen kann. Benötigen Sie nur einzelne Pages oder möchten den Inhalt einer Seite in ein Skript einbetten, sollten Sie es sich aber näher ansehen.
Dra 0.5.2
Github-Release einfach herrunterladen
Quelle: https://github.com/devmatteini/dra
Lizenz: MIT
Alternativen: Git, Wget
Die meisten Projekte veröffentlichen heute ihren Quellcode und Binärdateien auf Github. Dort kann man die Inhalte bequem per Webbrowser sichten und herunterladen. Eine interessante Alternative für regelmäßige direkte Downloads bietet das Rust-basierte Werkzeug Download Release Assets oder kurz Dra. Sie konfigurieren es beim Aufruf über Unterbefehle und Parameter. Um Archive des aktuellen Releases einer Software herunterzuladen, übergeben Sie Dra den Unterbefehl »download« gefolgt vom Namen des Github-Repositorys. Das Werkzeug listet alle infrage kommenden Archive auf, aus denen Sie dann die passende Version auswählen. Bei Angabe des Schalters »-a« ermittelt Dra die aktuell verwendete Plattform samt Betriebssystem und lädt automatisch das passende Release aus dem gewünschten Repository. Mit »-o« geben Sie einen Speicherort für den Download vor. Der Schalter »-i« weist Dra an, das heruntergeladene Paket sofort zu installieren. Benötigen Sie ein älteres Release, geben Sie dessen Versionsnummer hinter »-t« an. Welche Versionen im Repo bereitstehen, listet Dra jedoch nicht auf. Für eine bessere Integration in das eigene System sorgt der Unterbefehl »completion«. Er erzeugt eine Konfiguration für die gewünschte Shell, die sich dort direkt einbinden lässt.
Auf der Github-Seite des Projekts finden Sie Binärpakete für alle gängigen Plattformen sowie Anwendungsbeispiele und Erläuterungen.
Oha 1.0.0
Stresstest für Web-Dienste
Quelle: https://github.com/hatoo/oha
Lizenz: MIT
Alternativen: Hey
Das Rust-basierte Werkzeug Oha liefert eine Antwort auf die Frage, wie der eigene Web-Service unter Last reagiert. Fertige Binärpakete für alle gängigen Plattformen finden sich auf der Github-Projektseite. Für einen einfachen Test übergeben Sie Oha beim Aufruf die URL des zu prüfenden Diensts als Parameter. Das Tool sendet 200 GET-Anfragen an die angegebene URL und wertet die Reaktionszeit aus. Während des Tests zeigen Balkendiagramme den Durchsatz an, eine übersichtliche Statistikausgabe schließt den Durchlauf ab. Mit dem Schalter »-j« gibt Oha die Resultate zusätzlich im JSON-Format aus. Über die Parameter »-n« und »-c« legen Sie die Anzahl der Anfragen und der gleichzeitigen Verbindungen fest, die Prüfdauer geben Sie mit »-z« vor. Der Schalter »–no-tui« blendet die Anzeige der Fortschrittsbalken während des Tests aus. Credentials für eine Authentifizierung übergeben Sie via »-a« in der Form User:Passwort. Weitere Parameter wie »-disable-compression«, »-redirect« oder »-disable-keepalive« beeinflussen das Verhalten des jeweiligen Tests. Standardmäßig bereitet Oha seine Aufgabe farblich auf, »–disable-color« sorgt für eine monochrome Darstellung.
Oha bietet eine Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten, die Sie der ausführlichen Online-Hilfe (»-h«) entnehmen. Die Github-Projektseite liefert außerdem weitere Erläuterungen und Anwendungsbeispiele.
Pingme 0.2.6
Nachrichtendienste aus Skripten nutzen
Quelle: https://github.com/kha7iq/pingme
Lizenz: MIT
Alternativen: keine
Viele Anwender wünschen eine umgehende Benachrichtigung, wenn eines ihrer Skripte in einen Fehlerzustand läuft. Je nach verwendeter Skriptsprache kann das Implementieren der gewünschten Alarmierungsfunktion aber recht aufwendig ausfallen. Als Alternative bietet es sich an, das Ganze an ein spezielles Werkzeug wie Pingme auszulagern. Das Go-basierte Tool bietet auf seiner Github-Seite fertige Binärpakete für alle wichtigen Plattformen, sodass Sie sofort loslegen können. Pingme unterstützt das Versenden von Nachrichten an 17 verschiedene Dienste. Die Palette reicht von einfacher E-Mail über Messenger-Dienste wie Telegram, Teams oder Matrix bis hin zu Chat-Plattformen wie Rocket.Chat, Slack oder Discord. Eine Übersicht über alle unterstützten Dienste erhalten Sie beim Aufruf des Tools ohne weitere Parameter. Starten Sie Pingme nur mit dem Dienst als Parameter, dann zeigt es die für die Verwendung des fraglichen Benachrichtigungswegs erforderliche Aufrufsyntax an. Eine Manpage enthalten die Binärpakete nicht. Im Github-Repository des Tools findet sich jedoch ein Link zu einer ausführlichen Dokumentation. Sie verdeutlicht die verschiedenen Installationsmöglichkeiten und enthält für jeden Dienst einen Beispielaufruf.
Pingme wird aktiv weiterentwickelt, wobei die Release-Zyklen in den letzten 18 Monaten etwas länger ausfallen. Die aktuelle Version korrigiert eine Reihe von Fehlern, ein Update lohnt sich also.
Pls 0.0.1-beta4
Alternative zum GNU ls
Quelle: https://github.com/pls-rs/pls
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Ls
Auf den meisten Systemen dient GNU Ls zum Betrachten von Verzeichnisinhalten. Mit dem Rust-basierten Pls tritt nun eine Alternative an, die die Ausgabe ansprechender machen und dabei mehr Funktionen und bessere Geschwindigkeit bieten möchte als das Original. Für die x86-Architektur gibt es fertige Binärpakete, auf anderen Plattformen müssen Sie Pls selbst kompilieren. Ohne Parameter aufgerufen listet Pls alle Einträge des aktuellen Verzeichnisses auf, inklusive versteckter Dateien. Eine Detailansicht erhalten Sie mit »-d«, wobei Sie angeben müssen, welche Details das Tool anzeigen soll. Das bequeme »all« zieht eine wahre Datenflut nach sich, besser machen Sie genauere Angaben. Die Option »-s« sorgt für eine sortierte Ausgabe, den Sortierschlüssel geben Sie als Wert hinter »-s« an. Eine Übersicht aller Sortierschlüssel liefert die Online-Hilfe (»-h«). Standardmäßig zeigt Pls ein Icon vor jedem Verzeichnis an, was aber nicht auf allen Konsolen funktioniert. Mit »-i false« deaktivieren Sie die Anzeige. Verzeichniseinträge bestimmter Typen lassen sich mit »-t« anzeigen, eine Begrenzung auf bestimmte Dateinamen gelingt mit »-o«. Ausnahmen legen Sie mit »-e« fest. Die Github-Seite des Projekts wartet mit einem Link zu einer ausführlichen Dokumentation auf.
Pls bietet eine optisch ansprechendere Ausgabe als Ls, das Original liegt jedoch in Sachen Funktionsumfang noch vorn.
Ssh3 0.1.4
ssh-Alternative
Quelle: https://github.com/francoismichel/ssh3
Lizenz: Apache 2.0
Alternativen: Ssh
SSH2 gilt als Quasi-Standard für den Zugriff auf die Shell eines Remote-Systems. Mit dem Tool Ssh3 steht ein Nachfolger bereit, der eine überarbeitete Version des SSH-Protokolls nutzt: Für den Transport und zur Verschlüsselung dienen QUIC und TLS 1.3, was SSH3 schneller und sicherer machen soll als den Vorgänger. Auf Github finden sich Binärpakete, die sowohl einen SSH3-Client (»ssh3«) als auch einen passenden Server (»ssh3-server«) enthalten. Geben Sie beim Start des Servers Schnittstelle und Port nicht explizit vor, lauscht das Tool an allen Interfaces auf Port 443. Über die Parameter »-cert« und »-key« übergeben Sie die TLS-Zertifikate und die Keys für die Verschlüsselung. Im Github-Repository finden Sie ein Generatorskript, mit dem sich diese Dateien schnell erstellen lassen. Standardmäßig erwartet der Server die Dateien »cert.pem« und »priv.key« im aktuellen Verzeichnis. Der Client erkennt anhand dieser Daten den Server. Ssh3 übernimmt Daten einer vorhandenen SSH2-Konfiguration, unter anderem die »$HOME/.ssh/config« und die »$HOME/.ssh/authorized_keys«. Das ermöglicht eine clientseitige schlüsselbasierte Authentifizierung mit dem Parameter »-privkey«. Die Authentifizierung via Passwort funktionierte im Test nicht.
Ssh3 ist ein interessanter Ansatz, aber zurzeit wegen fehlender Funktionen noch keine gangbare Alternative zu SSH2. (Uwe Vollbracht/jlu)










