Das Internet soll eine interne Top-Level-Domain bekommen

Routerhersteller missbrauchen oft Domains als Abkürzung für interne IP-Adressen wie für den Block 192.168.X.X. Ein Standard soll das lösen.

Die für die Zuweisung von Namen und Nummer im Internet zuständige Icann-Abteilung IANA hat eine neue Top-Level-Domain vorgeschlagen (PDF), die ausschließlich für die Nutzung in internen Netzwerken für private und geschützte IP-Adressbereiche vorgesehen ist. Konkret genutzt werden soll dem Plan zufolge die Domain “Internal”, wie The Register zuerst berichtete. Zwar folgt noch eine Beteiligung der breiteren Öffentlichkeit, zum Einholen von Feedback zu der Idee und die Icann muss der Idee am Ende noch formal zustimmen. Doch das gilt als sehr wahrscheinlich, so dass die Internal-Domain wohl bald genutzt werden kann.

Die Idee zur Nutzung von Domains für den rein internen Gebrauch ist nicht neu und wird seit Jahrzehnten praktisch von Admins wie auch Routerherstellern umgesetzt. Häufig werden dafür Namen benutzt, die nach der Öffnung des TLD-Systems durch die Icann zu Kollisionen führt. Das stellte die Organisation schon vor mehr als zehn Jahren fest (PDF) und führte damals als Beispiele die TLDs .home, .corp oder auch .mail auf, die zu Problemen führen könnten. Auch damals wies die Icann schon explizit auf die von AVM für seine Fritzboxen genutzte .box hin.

Doch erst im Herbst 2020 empfahl eine Arbeitsgruppe der Icann offiziell (PDF), eine standardisierte Domain für diese interne Nutzung zu suchen. Vor allem die Tatsache, dass die bisherige Auswahl derartiger TLDs durch Unternehmen und Hersteller spontan erfolgt, wird dabei durch die Beteiligten kritisiert. Das sei unkoordiniert und zum Schaden der Nutzer. Aktuell zeigt sich dies auch wieder an der Domain Fritz.box, die für NFT-Spam missbraucht wird, weil AVM diese offenbar nicht selbst registriert hat.

Das größte technische Problem an der Situation ist jedoch, dass es bisher keine praktische Möglichkeit im DNS gibt, die Nutzung solcher selbstgewählten Domains zu verhindern. Um die damit verbundenen Probleme dennoch abzumildern, hat sich die IANA nun also dafür entschieden, eine eigene TLD zu finden, in der Hoffnung, dass diese reservierte Domain künftig häufig genutzt wird und es dann nicht mehr zu Kollisionen kommt.

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