Einige Server-Admins haben Abstürze von Linux-Servern beim Jahreswechsel 2008-2009 um Mitternacht berichtet. Die Kernel-Entwickler untersuchen derzeit, ob dies mit der Schaltsekunde zusammenhängt, um die die jüngste Silvesternacht verlängert wurde.
Die betroffenen Linux-Admins haben sich in einem Diskussionsthread auf der Community-Seite Slashdot gemeldet. Der litauische Kernel-Entwickler Linas Vepstas hat die Berichte gesammelt und eine Zusammenfassung an die Kernel-Mailingliste geschickt.
Laut Vepstas haben die 53 gesammelten Abstürze einiges gemeinsam: Die Rechner ließen sich nicht mehr pingen, Abhilfe konnten die Administratoren nur durch einen kalten Reboot schaffen. Danach arbeiteten die Linux-System jedoch wieder normal. Außerdem gab es keine Fehlermeldungen im Syslog, kein Kernel-Oops und keinen Coredump.
Ein möglicher Auslöser: In der vergangenen Silvesternacht wurde der koordinierten Weltzeit eine zusätzliche Schaltsekunde verordnet, um die Atomuhren wieder mit der Erddrehung zu synchronisieren. Weitere Informationen gibt es beispielsweise bei der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB). Die letzte Minute des Jahres 2008 dauerte 61 Sekunden.
Für die per NTP-Dienst gestellten Rechneruhren bedeutete das einen Sprung von einer Sekunde. Linas Vepstas vermutet daher, dass dieser Sprung, den es in anderen Jahren nicht gab, eine Race Condition im Kernel ausgelöst habe, die nur auf einigen Linux-Systemen zum Absturz führte.
Die Mailingliste diskutiert derzeit, ob und wie sich die Absturzumstände reproduzieren lassen. Daneben geht es darum, wie Linux solche Uhrkorrekturen in Zukunft meistern soll und was solche Schaltsekunden für die Unix-Zeitrechnung bedeuten.



