History-Datenbank Atuin 14.0.1, CLI-Rechner Calculator, Code-Differ Diffsitter 0.8.0, Text-Wiki Mdwiki 0.1.0, Webtacho P0d 0.4.0, RSS-Feedreader Trss 0.3.
Atuin 14.0.1
Befehlsverlauf-Datenbank für Shells
Quelle: https://github.com/ellie/atuin
Lizenz: MIT
Alternativen: Bash-History
Das Rust-basierte Programm Atuin verwaltet den Shell-Befehlsverlauf in einer PostgreSQL-Datenbank. Sie kompilieren das Tool selbst oder greifen auf eines der Binärpakete bei Github zurück. Nach der Installation füllen Sie den noch leeren Atuin-Befehlsverlauf durch einen Aufruf mit dem Unterbefehl »import«. Das Tool liest den Inhalt der Shell-History ein und schreibt ihn in die Datenbank, die Sie nun per »search« durchsuchen können. Kombinieren Sie das mit dem Parameter »-h«, zeigt Atuin alle Einstellungsmöglichkeiten einer Suchanfrage. Mit »-before« und »-after« beschränken Sie die Suche auf einen Zeitraum. Mit »-i« starten Sie Atuin im interaktiven Modus, das Format der Ausgabe passen Sie mit »-f« an Ihre Wünsche an.
Mit dem Aufruf »atuin init« erzeugt das Tool eine an die jeweilige Shell anpasste Konfiguration, die Sie direkt in die entsprechende Konfigurationsdatei einbinden. Über den Unterbefehl »stats« erfahren Sie, wie oft bestimmte Kommandos im Verlauf vorkommen. Atuin erlaubt, die History auf einem Server zu verwalten. Der Entwickler stellt dazu einen zentralen Atuin-Server bereit. Um Ihre Befehlsverläufe lokal zu verwalten, starten Sie per »server« eine eigene Instanz. Im Test wollte sich der Atuin-Client partout nicht mit dem eigenen Server verbinden, die sehr knappe Dokumentation half da auch nicht weiter.
Atuin bietet eine moderne Möglichkeit, Befehlsverläufe einer Shell zu verwalten, erfordert aber etwas Handarbeit.
Calculator
Taschenrechner in der Konsole
Quelle: https://codeberg.org/ac/calculator
Lizenz: MIT
Alternativen: Bc
Einfache Berechnungen lassen sich schnell in der Shell erledigen, für komplexere Aufgaben benötigen Sie jedoch entweder eine höhere Skriptsprache oder ein Tool wie Calculator. In den Repos der gängigen Distributionen suchen Sie es vergeblich, sodass Sie es selbst kompilieren müssen. Das Ergebnis ist mit 50 KByte Umfang sehr kompakt. Bei der Dokumentation gibt sich das Tool jedoch sparsam. Ohne Parameter aufgerufen, zeigt Calculator immerhin eine Online-Hilfe an, die alle wichtigen Parameter und unterstützten Funktionen auflistet.
Neben den Grundrechenarten beherrscht Calculator mehr als 20 weitere mathematische Operationen, darunter neben einfachen Funktionen wie »min« oder »max« auch komplexere Berechnungen wie die Fibonacci-Folge. Die zu berechnenden Werte übergeben Sie als Aufrufparameter oder aktivieren mit »-d« einen interaktiven Modus. Um Calculator in eigene Skripte zu integrieren, leiten Sie die Berechnungen via Pipe über die Standardeingabe an das Tool weiter. Es rückt die Ausgabe gut lesbar etwas ein und setzt ein Gleichheitszeichen vor das Ergebnis. Um das Resultat automatisiert weiterzuverarbeiten, deaktivieren Sie mit dem Parameter »-r« diese Formatierung. Beschränken Sie bei Dezimalausgaben die Nachkommastellen nicht mit dem Parameter »-p«, entscheidet Calculator selbst, wie viele Stellen es anzeigt. Rufen Sie das Tool mit »-s« auf, zeigt es nicht nur das Ergebnis an, sondern die vollständige Gleichung.
Calculator bietet eine interessante Möglichkeit für Berechnungen in der Konsole.
Diffsitter 0.8.0
diff-Alternative
Quelle: https://github.com/afnanenayet/diffsitter
Lizenz: MIT
Alternativen: diff
Das Rust-basierte Diffsitter will GNU Diff vor allem beim Vergleichen von Quellcode Konkurrenz machen. In den gängigen Distributionen fehlt es noch. Sie kompilieren das Tool wahlweise selbst oder greifen auf eines der Binärpakete auf Github zurück. Letztere setzen eine Glibc 2.32 oder höher voraus.
Ohne Parameter aufgerufen, gibt Diffsitter eine Crash-Meldung aus. Eine einfache Online-Hilfe erhalten Sie mit »-h«. Der Unterbefehl »list« liefert eine Liste aller 15 unterstützten Programmier- und Satzsprachen. Kann Diffsitter das Format der zu vergleichenden Dateien nicht selbst erkennen, wirft es eine Fehlermeldung aus. Über »-t« geben Sie das Format gegebenenfalls explizit vor. Das Tool versucht, anhand des Formats einen semantisch sinnvollen Vergleich zu erzeugen. Unterschiede in der Codeformatierung berücksichtigt es dabei nicht. Mit »–color« deaktivieren Sie die standardmäßige Einfärbung der Ausgabe.
Diffsitter erwartet seine Konfiguration unter »$HOME/.config/diffsitter/config.json5«. Mit »dump-default-config« aufgerufen, schreibt es alle Einstellungen in die Standardausgabe, sodass Sie sie als Vorlage für eigene Anpassungen nutzen können. Durch ein Vervollständigungsskript in der jeweiligen Shell-Konfiguration erleichtern Sie sich die Nutzung von Diffsitter. Den benötigten Code erzeugen Sie durch einen Aufruf des Tools mit »gen-completion«.
Diffsitter ist eine recht interessante Alternative zu GNU Diff.
Mdwiki 0.1.0
Mini-Wiki-Alternative
Quelle: https://codeberg.org/masi/mdwiki
Lizenz: GPLv3
Alternativen: WoaS
Viele Anwender hält der damit verbundene Aufwand vom Betrieb eines eigenen Wikis ab. Verwalten Sie Wissen lieber in strukturierten Textdateien, dann ist möglicherweise das Shell-Skript Mdwiki das Richtige für Sie. Als Bash-Skript hat Mdwiki außer Git und Awk keinerlei größere Abhängigkeiten; die meisten genutzten Befehle und Funktionen zählen zum Unix-Standard.
Sie klonen den Code als ZIP-Datei von Codeberg.org und können Mdwiki sofort nach dem Entpacken betreiben. Das Archiv enthält ein einfaches README, das die Installation beschreibt. Die dort zitierte Online-Hilfe ist jedoch nicht mehr aktuell. Rufen Sie stattdessen Mdwiki mit »-h« auf, um die aktuellen Optionen zu erfahren. Mit »-e« legen Sie neue Wiki-Seiten an oder bearbeiten bestehende. Als Formatierungssyntax dient die Satzsprache Markdown. Seine Grundkonfiguration speichert Mdwiki in »$HOME/.config/mdwiki.ini«. Hier geben Sie das Verzeichnis für die Wiki-Dateien und den gewünschten Editor vor oder legen Pager fest. Eine Auflistung aller Wiki-Dateien – sie entsprechen jeweils einer Seite – erhalten Sie mit dem Parameter »-l«. Um eine Seite zu lesen, rufen Sie sie mit »-r« auf. Zum externen Speichern und zur Versionierung kombinieren Sie Mdwiki mit Git. Dann geben Sie über »–git-remote« ein externes Git-Repo an. Der Abgleich erfolgt über »–push« und »–pull«.
Mdwiki ermöglicht, Wissen in Textdateien zu strukturieren und auch ohne Webbrowser darauf zuzugreifen.
P0d 0.4.0
Web-Server Performance-Messung
Quelle: https://github.com/simonmittag/p0d
Lizenz: Apache 2.0
Alternativen: Httperf, Curl
Mit dem Go-basierten Tool P0d ermitteln Sie die Geschwindigkeit eines Webauftritts. Binärpakete und den Quellcode finden Sie auf Github. Im Archiv findet sich neben der ausführbaren Datei auch ein README mit Anwendungsbeispielen sowie einer Beispielkonfiguration.
Sie steuern P0d über Aufrufparameter, wobei »-h« eine Übersicht aller verfügbaren Optionen liefert. Für einen einfachen Test übergeben Sie dem Tool die URL des zu prüfenden Webauftritts. P0d zeigt zunächst an, wie schnell die verfügbare Internet-Anbindung ist. Mit dem Parameter »-s« überspringt es auf Wunsch den Speed-Test. Das Tool öffnet dann genau eine HTTP/1.1-Verbindung und sendet 10 Sekunden lang Anfragen an das Ziel. Die Ausgabe aktualisiert P0d zur Laufzeit permanent. Im Ergebnis sehen Sie die Anzahl der verarbeiteten Anfragen, die Latenz der Gegenstelle und die Zahl der Übertragungsfehler.
Um mehrere Verbindungen zum Ziel aufzubauen, geben Sie die maximale Anzahl mit »-c« vor. Das Prüfintervall setzen Sie mit »-d« auf einen Wert Ihrer Wahl. Zur automatisierten Weiterverarbeitung speichern Sie das Resultat mit »-O« im JSON-Format. Für regelmäßige Prüfungen hinterlegen Sie alle Parameter samt Ziel-URL in einer YAML-Datei, die Sie P0d beim Aufruf mit dem Parameter »-C« übergeben. Dabei können Sie auch die Anfragemethode festlegen, was via Parameter nicht gelingt.
P0d ist ein handliches Tool, um die Reaktionszeiten einer Webseite zu ermitteln.
Trss 0.3
RSS-Reader in der Konsole
Quelle: https://codeberg.org/trill/trss
Lizenz: GPLv3
Alternativen: Snownews
Auch heute liefern noch zahlreiche Seiten ihre Schlagzeilen als RSS aus. Mit dem C-basierten Tool Trss rufen Sie die Meldungen in der Kommandozeile ab. Das Programm-Repo bietet keine fertigen Releases, Sie müssen den Code selbst kompilieren. Im Quellarchiv steht eine kurze README-Datei als Anleitung bereit, eine ausführliche Manpage fehlt. Der Aufrufparameter »-h« liefert eine rudimentäre Online-Hilfe.
Trss erwartet beim Aufruf die Angabe einer URL mit RSS-Feed und listet dann alle enthaltenen Einträge nach Zeitstempel sortiert auf. Um nur den jüngsten Post anzuzeigen, verwenden Sie den Parameter »-l«. Mit »-u« gibt Trss lediglich die URLs der einzelnen Feed-Einträge aus. Für den regelmäßigen Einsatz tragen Sie am besten alle RSS-Feed-Links in die Datei »$HOME/.config/trss/urls« ein. Eine Übersicht aller dort hinterlegten Feeds liefert »-L«. Im selben Verzeichnis pflegt das Tool eine Cache-Datei mit allen bereits angezeigten Beiträgen. Darauf basierend ermittelt es mit »-c«, wie viele neue Posts seit dem letzten Lesen hinzugekommen sind. Starten Sie Trss mit »-O«, öffnet es alle ungelesenen RSS-Links im Standard-Webbrowser. Um nur den letzten Beitrag zu öffnen, geben Sie Trss stattdessen »-o« mit.
Trss verwaltet die RSS-Feeds zwar in der Konsole, greift für die Anzeige der Beiträge aber wieder auf den für »xdg-open« hinterlegten Browser zurück. (Uwe Vollbracht/jlu)










