Zertifikatsprüfer Certinfo 0.1.24, Kommandobeschleuniger FUC 1.1.6, TCP-Pinger Tcping 1.19.1, Passwortverwalter TinyGo 0.4.1, Wikipedia-CLI-Reader Wik 2021.06.
Certinfo 0.1.24
Zertifikate analysieren und Fehler beheben
Quelle: https://github.com/paepckehh/certinfo
Lizenz: BSD
Alternativen: OpenSSL, OpenSSH
Internet-Kommunikation erfolgt heute kaum noch unverschlüsselt. Ein sicheres Verschlüsseln setzt jedoch gültige Zertifikate voraus. Müssen Sie von Hand eine größere Anzahl von Zertifikaten im Auge behalten, hilft Ihnen das Go-basierte Certinfo dabei. Fertige Pakete für alle wichtigen Plattformen gibt es auf Github.
Certinfo benötigt keine Konfiguration, Sie geben die zu prüfende Datei einfach als Aufrufparameter an. Für TLS-Zertifikate zeigt das Tool alle wichtigen X.509-Informationen an, darunter den aktuellen Status und die Gültigkeitsdauer. Es folgen Informationen zum verwendeten Algorithmus, die Schlüssel-PIN und die Signatur des Eigentümers. Benötigen Sie mehr Informationen, setzen Sie vor dem Aufruf die Umgebungsvariable »VERBOSE=true«. Certinfo schreibt dann weitere Angaben und Hex-Werte ins Terminal.
Eine farbliche Aufbereitung der Ausgabe hilft, den Überblick zu behalten. Gültige Werte färbt das Tool grün ein, ungültige oder abgelaufene Werte erscheinen in Rot. Um die Farbe zu unterdrücken, setzen Sie die Variable »NO_COLOR=true«. »HTML=true« ermöglicht eine Notation im HTML-Format – ideal, um die Ergebnisse online zu präsentieren. Certinfo kann sich außerdem um SSH-Schlüssel kümmern. Die Dokumentation unter Github listet alle Funktionen auf und liefert Beispiele.
Certinfo prüft zuverlässig Zertifikate und eignet sich gut zur Integration in eigene Skripte. Wünschenswert wären zusätzliche Ausgabeformate wie XML oder JSON.
FUC 1.1.6
Moderne und performante Unix-Befehle
Quelle: https://github.com/SUPERCILEX/fuc
Lizenz: Apache 2.0
Alternativen: GNU-Tools
Die meisten Anwender greifen zu den GNU-Tools Cp und Rm, um auf der Shell etwas zu kopieren oder zu löschen. Gerade beim Verarbeiten großer Dateimengen kann das aber ein wenig dauern. Die in Rust implementierten Fast Unix Commands (FUC) bieten eine schnellere Alternative. Bisher umfasst die Sammlung lediglich die zwei Werkzeuge »cpz« und »rmz«, weitere sollen folgen. Die auf Github angebotenen Pakete setzen eine Libc-Version höher als 2.32 voraus. Für Systeme mit älteren Libc-Releases müssen Sie die Tools selbst kompilieren.
Sowohl Cpz als auch Rmz lassen sich intuitiv bedienen. Der Schalter »-h« liefert eine Online-Hilfe. Bisher bleibt der Funktionsumfang überschaubar. So bietet Cpz nur den Schalter »-force«, der vorhandene Dateien überschreibt. Cp-Optionen wie »-interactive«, »–update« oder »–one-file-system« kennt das Tool nicht. Ähnlich verhält es sich bei Rmz: »–force« und »–no-preserve-root« sind vorhanden, »–interactive« und »–one-file-system« fehlen.
Den Mangel an Funktionen gleichen die FUC-Tools durch Geschwindigkeit aus. Das belegen nicht nur die Entwickler-Benchmarks auf Github: Auch auf dem Testsystem waren beide Werkzeuge beim Verarbeiten vieler kleiner Dateien schneller als die GNU-Pendants. Sie müssen selbst entscheiden, ob sie zugunsten der Performance auf Funktionen verzichten können.
Die FUC-Sammlung befindet sich in aktiver Entwicklung. Es lohnt sich, die Tools im Blick zu behalten.
Tcping 1.19.1
Ping für TCP-Ports
Quelle: https://github.com/pouriyajamshidi/tcping
Lizenz: MIT
Alternativen: Httping
Ping ist ein bewährtes Werkzeug, um die Erreichbarkeit entfernter Systeme zu prüfen. Allerdings blockiert oft eine Firewall seine ICMP-Pakete. Hier springt das Go-Programm Tcping in die Bresche, für das Sie auf Github Pakete finden. Für ältere Systeme nutzen Sie am besten die statisch kompilierte Variante, da das Tool Libc 2.32 oder neuer voraussetzt.
Zum Abfragen eines Remote-Systems geben Sie beim Aufruf dessen FQDN oder IP-Adresse samt TCP-Port an. Auf dem Zielsystem muss auf dem entsprechenden Port ein Dienst laufen. Tcping gibt sich dabei flexibel und kommuniziert mit einem SSH-Daemon genauso gut wie mit einem Webserver. Die Ausgabe des Tools sieht ähnlich aus wie die von Ping. Ist die Gegenstelle erreichbar, erscheint die Reaktionszeit in grüner Schrift; anderenfalls färbt Tcping den Output rot. Es schickt so lange Anfragen, bis es explizit beenden. Möchten Sie die Ergebnisse maschinell weiterverarbeiten, aktivieren Sie mit »-j« eine Ausgabe im JSON-Format.
Beim Beenden schreibt Tcping eine übersichtliche Statistik ins Terminal. Wie das GNU-Pendant nennt es die Anzahl der gesendeten Pakete und die durchschnittliche Verlustrate. Darüber hinaus verrät es Start-, End- und Gesamtlaufzeit. Auf dem Zielsystem finden sich fehlerhafte Verbindungsversuche in den Log-Dateien der jeweiligen Dienste.
Tcping bietet eine gute Ping-Alternative, falls ICMP blockiert ist. Die Verfügbarkeit externer Dienste protokolliert es gleich mit.
TinyGo 0.4.1
Passwörter auf der Shell verwalten
Quelle: https://github.com/musaubrian/tinygo
Lizenz: MIT
Alternativen: myTinyDB
TinyGo ist ein schlanker Passwortmanager für die Kommandozeile. Bei dem Tool handelt es sich um eine Go-Variante des Python-Programms myTinyDB. Sie benötigen eine aktuelle Go-Version, um das Programm aus den Quellen zu bauen. Anschließend steuern sie es über den Befehl »tinygo«.
Das Kommando »add« erzeugt einen neuen Eintrag im Safe. Das Programm erwartet hier eine URL, einen Benutzernamen und ein Kennwort, die es in der SQLite-Datenbank »$HOME/.db/tinygo.db« ablegt. Der Unterbefehl »update« aktualisiert einen Eintrag, nicht mehr benötigte Elemente entfernen Sie mit »delete«. Das Kommando »list« schreibt eine Übersicht aller gespeicherten Passwörter ins Terminal. Wollen Sie sich komplexe Kennwörter nicht selbst ausdenken, bitten Sie das Tool über »pwd« um Hilfe. Damit bietet TinyGo alle grundlegenden Funktionen eines Passwortmanagers.
Allerdings fehlt ihm derzeit die Möglichkeit, den Inhalt der Datenbank mit einem Master-Kennwort zu verschlüsseln. Damit sind die gespeicherten Passwörter nicht sicherer als in einer simplen Textdatei. Beim Durchsuchen der Datenbank müssen Sie stets den exakten Site-Namen angeben, eine Wildcard-Unterstützung bei der Abfrage fehlt. Immerhin fängt TinyGo einfache SQL-Injections ab. Ist Xclip auf dem System installiert, unterstützt es auch ein Kopieren ins Clipboard.
Grundsätzlich erledigt TinyGo seine Aufgaben zwar, verschlüsselt den Passwort-Safe aber nicht. Das verhindert eine bessere Bewertung.
Wik 2021.06
Wikipedia in der Konsole lesen
Quelle: https://github.com/yashsinghcodes/wik
Lizenz: MIT
Alternativen: W3m, Links
Ob als Rechercheplattform oder einfach nur zum Zeitvertreib: Wikipedia ist eine unverzichtbare Quelle im Netz. Die meisten Anwender durchstöbern die Webenzyklopädie per Webbrowser. Arbeiten Sie gern auf der Shell, möchten aber keinen der gängigen Konsolen-Browser bemühen, finden Sie in Wik eine Alternative. Sie bauen das Python-Tool selbst aus den auf Github angebotenen Quellen. Eine Anleitung dazu liefert die Projektseite.
Eine Konfigurationsdatei gibt es nicht, Sie steuern Wik über Aufrufparameter. Den gesuchten Begriff oder Artikel geben Sie hinter »–search« an, wobei Sie Leer- und Sonderzeichen in Anführungsstriche setzen. Taucht das Schlagwort in mehr als einem Artikel auf, präsentiert Wik eine Liste mit den passenden Seitentiteln. Für ausführliche Informationen starten Sie die Anfrage mit »–info«. Eine knappe Zusammenfassung eines Artikels liefert der Schalter »–quick«.
Laut Dokumentation soll »–lang« Artikel in anderen Sprachen als Englisch (die Vorgabe) finden. Auf dem Testsystem klappte das nicht immer. So lieferte die Suche nach “Linus Torvalds” keine eindeutigen Treffer, sondern lediglich die Aufforderung, doch bitte ganze Wörter einzugeben, die im Artikel vorkämen. Um sich von Wik einfach nur unterhalten zu lassen, verwenden Sie den Schalter »–rand«. Dann klappt es auch mit der Mehrsprachigkeit.
Zwar hat Wik in den letzten Jahren wenig dazugelernt, bietet aber dennoch eine interessante Alternative zu Links und W3m. (Uwe**Vollbracht/hej)









