Ein Standardwerk bietet alles zum Thema IP-Netze, das zweite führt Leser ohne Vorkenntnisse umfassend in Python ein.
Handbuch für Netzwerker
Der Titel zur “Technik der IP-Netze” beeindruckt schon rein äußerlich mit fast zweieinhalb Kilogramm Gewicht, verteilt auf mehr als 1100 Seiten. Damit liegt das wohl umfassendste Werk über alle Facetten der IP-Kommunikation in nunmehr fünfter, überarbeiteter Auflage vor. Der erste Buchteil behandelt das klassische TCP/IP, angefangen beim Schichtenmodell, den Netzwerkprotokollen IP, ARP, ICMP und IGMP, den Transportprotokollen TCP, UDP, SCTP und QUIC bis hin zum Domain Name System, DHCP, NAT und IPsec, RADIUS und LDAP. Im Anschluss gehen die Autoren noch auf Protokolle der Support-Schicht für Echtzeitkommunikation ein (TLS, RTP, SIP, Protokolle für die Zeitsynchronisation).
Ein zweiter Buchteil widmet sich ausführlich IPv6 und dessen spezifischen Protokollen. Dort findet sich auch ein langes Kapitel über die Migration hin zu IPv6, inklusive aller Arten der Koexistenz mit und in der IPv4-Welt. Damit ist rund die Hälfte des Wälzers gefüllt, und die zweite Hälfte beginnt mit Teil 3, der alle Aspekte des Routings beleuchtet und wiederum die entsprechenden Protokolle vorstellt (RIP, OSPF, BGP sowie das Routing über eine im Vorhinein ermittelte Route in verbindungsorientierten Netzen via MPLS und GMPLS).
Teil vier diskutiert virtuelle Netzwerkstrukturen, angefangen bei WLAN und Punkt-zu-Punkt-Verbindungen mit PPP bis hin zu VLANs. Ein eigenes Kapitel widmet sich dem komplexen Layer-2/3-Switching in Wide Area Networks. Ein abschließender fünfter Buchteil diskutiert zunächst das Thema Mobilität (Mobile IP, Roaming) in IPv4- und IPv6-Netzen und wendet sich dann dem Internet of Things und dessen Techniken und Protokollen zu. Das IoT kommt im ausführlichen letzten Kapitel unter der Überschrift “Networking-Trends” noch einmal vor. Dort finden sich auch Erläuterungen zu Software Defined Networking (SDN) oder Network Function Virtualization (NFV), zum Thema Netzwerke und Container, Netzwerke im Cloud Computing oder 5G- und 6G-Netze.
Das vorliegende Standardwerk wird man nicht am Stück von der ersten bis zur letzten Seite durchlesen. Steht es aber im Regal, hat man ein verlässliches Nachschlagewerk zur Hand, das Antworten auf beinahe jede Frage bereithält, die einem zu Netzwerken einfallen kann. Fast 20 Seiten Stichwortregister helfen, das Gesuchte auch zu finden. Die Erläuterungen sind stets verständlich, wozu auch viele Illustrationen beitragen. Kurz: ein Muss für Netzwerker.
Infos
Anatol Badach, Erwin Hoffmann
Technik der IP-Netze
Hanser-Verlag, 2023 (5. Auflage)
1150 Seiten, 70 Euro
ISBN: 978-3-446-47371-3
Alles zu Python 3
An Gewicht und Umfang mithalten kann auch das zweite Buch, das wir hier vorstellen: “Python 3 – Das umfassende Praxisbuch” von Michael Weigend aus dem mitp-Verlag, das nun bereits in der neunten, aktualisierten Auflage vorliegt. Der Titel eignet sich zwar auch zum Nachschlagen, adressiert aber in erster Linie Leser, die in die Programmierung mit Python ohne Vorkenntnisse einsteigen wollen. Entsprechend beginnt das erste Kapitel ganz am Anfang: Was beutet programmieren? Was ist ein Algorithmus, was ein Interpreter und Compiler? Aufgaben und Lösungen am Ende jedes Kapitels helfen allen bei der Selbstkontrolle, die auf eigene Faust Python lernen wollen.
An das Grundlagenkapitel schließen sich erste Gehversuche im interaktiven Modus an, bevor sich das dritte Kapitel Skripten zuwendet. Darauf folgen Kapitel, die so oder so ähnlich wohl in jeder Programmiereinführung vorkommen. Sie handeln von Datentypen, Kontrollstrukturen und Funktionen, kommen dann zu den schon eher Python-typischen Sequenzen und Generatoren und schließen mit Dictionaries. Es folgt noch ein Abschnitt über Ein- und Ausgaben, bevor es bereits um objektorientierte Programmierung geht und Objekte und Klassen auf dem Programm stehen. Die Erläuterungen sind durchweg verständlich, zuweilen sogar übertrieben umfangreich: So sollte es nach 300 Seiten nicht mehr nötig sein zu erwähnen, dass man in der IDE Idle im Menü RUN den Punkt RUN MODULE anklicken muss, wenn man das Skript starten will.
Die Objektorientierung wird in Folgekapiteln zu Modulen und objektorientiertem Modellieren vertieft und im Folgenden immer wieder selbstverständlich benutzt. Weiter geht es mit Textverarbeitung (inklusive regulärer Ausdrücke) und mit Systemaufrufen. Danach ist die GUI-Programmierung an der Reihe, zunächst am Beispiel des vielleicht schon etwas angestaubten, aber einfachen Tkinter. Im Anschluss wird die Webprogrammierung gestreift, hinzu kommt der Umgang mit ein paar Internet-Protokollen und auch mit Datenbanken. Dem Testen ist ein Kapitel gewidmet, ein anderes den Formaten XML und JSON. Es geht um Stacks und Queues und dann noch einmal um GUIs, diesmal mit dem moderneren und mächtigeren Qt. Das beliebte Modul NumPy kommt ebenso zur Sprache wie die Messdatenverarbeitung, das parallele Rechnen und schließlich das in Python geschriebene Web-Framework Django.
Alles in allem präsentiert sich das Werk als nützliches Lehrbuch, das sehr viele Aspekte der Python-Programmierung auf leicht verständliche Weise behandelt und auch für das Selbststudium zu empfehlen ist.






