Ein Zusammenschluss von 175 Wissenschaftlern, Aktivisten und zivilen Organisationen aus der ganzen Welt, darunter Europa, Afrika, Lateinamerika, den USA, Indien oder Russland fordert in einem offenen Brief von den Gesetzgebern der jeweiligen Staaten den Bann biometrischer Überwachung. Zu den Unterzeichnern gehören etwa Amnesty International, Human Rights Watch, aber auch AlgorithmWatch in Deutschland und der Schweiz, die Deutsche Vereinigung für Datenschutz bis hin zum Vietnam Committee on Human Rights oder dem Southeast Asia Freedom of Expression Network aus Indonesien.
Gesichtserkennung und die Erfassung biometrischer Merkmale aus der Entfernung erschlössen die Möglichkeit Einzelne zu erkennen, zu vereinzeln und überallhin zu verfolgen, was ihre Menschenrechte und bürgerlichen Freiheiten untergrabe, darunter das Recht auf Privatsphäre und Datenschutz, das Recht auf Versammlungsfreiheit und freie Rede oder das Recht auf diskriminierungsfreie Gleichbehandlung. Die genannten biometrischen Techniken bedrohten nicht allein diese Rechte, sie hätten auch schon zu deren Verletzung geführt. Es gäbe keine technischen oder rechtlichen Maßnahmen, die diese Gefahren ausschließen könnten, und deshalb müssten sie im öffentlichen Raum verboten werden. Das Verbot müsse für staatliche wie private Akteure gelten. Alle öffentlichen Investitionen in Techniken zur massenhaften biometrischen Überwachung sollten gestoppt werden.





