Nichts hasst der Admin mehr als überflüssiges Getippe auf der Konsole. Deshalb ersetzt bei Charly die clevere Alternative Exa das klassische, aber betagte Ls.
Nur sehr wenige Kommandos tippen wir öfter in die Shell als »ls«. Erfahrene Linuxer wissen: Je kürzer ein Kommando, desto wichtiger ist es. Auch den oft geäußerten Verdacht, dass die kürzesten Kommandos die längsten Manpages haben, vermag Ls nicht wirklich zu entkräften. Man sollte also meinen, dass es an Ls wenig zu verbessern gäbe. Die Entwickler von Exa sind da jedoch anderer Meinung.
Exa will das bessere Ls sein, aber kein Eins-zu-eins-Ersatz. Es kommt mit wesentlich weniger Parametern aus und ist entsprechend weniger mächtig. Wer aber nur die gängigsten Optionen nutzt – bei mir sind das »-l«, »-a«, »-t«, »-h« und »–sort=size« –, der vermisst nichts. Das liegt daran, dass Exa sinnvolle Voreinstellungen mitbringt, was manche Parameter überflüssig macht. So zeigt es Dateigrößen immer in einer für Menschen angenehmen Schreibweise an, also etwa »2.9M« statt »2893342«, was man bei Ls erst mit »-h« aktivieren muss.
Die Ausgabe von »exa -l«, dem Pendant zu »ls -l«, sieht so aus wie in Abbildung 1. Das erinnert mit Ausnahme der üppigen Farbgebung noch sehr an das Original. Mit dem zusätzlichen Parameter »-F« für “file type” kann ich zusätzliche Zeichen einblenden lassen, die den Dateityp angeben. So bekommen ausführbare Dateien etwa ein Sternchen angehängt, Verzeichnisse einen Schrägstrich und symbolische Links einen Klammeraffen. Der für mich persönlich sehr wichtige Parameter »sort« funktioniert ebenfalls wie erwartet. So sortiert »–sort=size« nach der Dateigröße, »-r« invertiert die Sortierreihenfolge.
Auch die zeitliche Sortierung klappt wie erwartet und lässt mich wählen, ob Exa die Dateien nach dem Zeitpunkt ihrer Erzeugung (»–time=created«), der letzten Modifikation (»–time=modified«) oder dem letzten Zugriff (»–time=accessed«) aufführt. Die Baumansicht (»-T« für “tree”) zeigt die Verzeichnisstruktur inklusive der Unterverzeichnisse (Abbildung 2). Wie viele Ebenen Exa dabei hinabsteigt, lässt sich mit dem Parameter »–level=« steuern. (jlu)
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